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Meine Hausarbeit und der WDR

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Ich studiere immer noch. Wenigstens scheint sich das Ganze langsam mal dem Ende zuzuneigen (hoffe ich). Für mein Seminar „Gute Erziehung oder Scheitern am System?“ muss ich eine Hausarbeit zum von mir gewählten Thema „Das Erziehungskonzept in den Lebensborn-Heimen“ anfertigen. Gutes Thema, viel Material. Mir fiel ein, dass es dazu vor Jahren mal einen Fernsehfilm gab, den ich auch gesehen habe. Er heißt „Sie ist meine Mutter“.

Die Hauptperson reist mit ihrer greisen Mutter nach Norwegen, wo sie in einem Lebensbornheim zur Welt kam. Sie will rausfinden, was damals wirklich passiert ist und wie tief ihre Mutter in die Nazipolitik verstrickt war. Man könnte ja nun denken, dass dieser Film gut zu meinem Hausarbeitsthema passt. Auf Twitter fragte ich nach, wo ich diesen Film bekommen könnte, und das Erste Deutsche Fernsehen antwortete mir, dass ich über den WDR einen Mitschnitt beziehen könnte.

Ich mailte also den WDR-Mitschnittservice an. Für einen Film, der 88 Minuten lang ist, möchte man 49 Euro haben. Der Preis ist einfach unverschämt. Aber nicht nur das: Man würde mir den Film „innerhalb von 6 Wochen nach Zahlungseingang“ zusenden. In 6 Wochen ist der 1. September – und ich würde sehr gerne noch dieses Semester fertig werden…

Gut, muss ich also wohl auf den Film verzichten. Oder hat irgendjemand von euch eine andere Idee?

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Studentenmädchenreport, Tag 2

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Gestern ist mein vermutlich letztes Semester an der Uni angebrochen. Das werde ich hier dokumentieren, als Studentenmädchenreport eben. Aber natürlich nur, wenn wirklich relevante Sachen passieren – und das war heute der Fall.

Ich hatte heute ein wichtiges Gespräch mit meinem Dozenten. Zu klären waren zwei wichtige Sachen:

1.) Rechnet er mir den Bereich namens “Projektarbeit”, den ich letztes Semester erarbeitet habe, wirklich an? Denn es lief einiges schief.

2.) Bachelorarbeit und so.

Auflösung:

1.) Ja. Puh.

2.) Er möchte mich immer noch betreuen, auch das von mir gewünschte Thema (sein Projekt zu Vorurteilen von Studierenden) findet er okay. Ich soll genauer überlegen, wie ich das angehe, und mit dem Prüfungsamt den Formalkram erledigen, dann besprechen wir, von wann bis wann ich schreiben darf. Er hat mir einige nützliche Hinweise, Autoren und Studien genannt. Als Zweitprüferin soll ich die nette Frau nehmen, die ich letztes Semester in “Fußball als pädagogisches Handlungsfeld” hatte, weil die sich auch viel mit Rechtsextremismus beschäftigt – ein Teil des Projekts. Ich hoffe, sie macht das mit – weil ich die Arbeit gern schnell angehen möchte… und außerdem wäre es verdammt cool, wenn ich meinen Zweitprüfer duzen dürfte.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Warum ich meine Bachelorarbeit in Pädagogik und nicht in Politik schreiben werde

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In Pädagogik haben wir eine Fachstudienberatung. Sie kann an vier Tagen in der Woche für vier Stunden besucht werden. Wenn man dahingeht, weil man bspw. wissen möchte, welche Kurse man noch braucht, sagen es einem die netten Studenten – und auch außerhalb der Beratung wimmelt es nur so vor hilfsbereiten Menschen. Die Dozenten geben sich Mühe, die Veranstaltungen interessant zu halten.

In Politik gibt es eine Fachstudienberatung, von der ich erst im vierten Semester erfahren habe. Wenn ich vorher wissen wollte, was mir an Kursen noch fehlt, musste ich zum Prüfungsamt, die für mich zuständige Frau ist aber jetzt im Vorruhestand. Ich habe einige Tage gebraucht, um herauszufinden, wer sich jetzt um mich kümmert. Sprechstunde der Beratung für meinen Studiengang (zur Erinnerung: 2-Fächer-Bachelor Politik) ist am Dienstag von zehn Uhr dreißig bis zwölf Uhr dreißig. Ich habe am Dienstag dahingemailt, welche Kurse ich noch brauche, weil die Uni am Montag wieder losgeht, und bekam heute zur Antwort, ich fände das alles doch im Uniportal und im Modulhandbuch – es folgte eine samt Anrede aus einer Mail an eine andere Studentin herauskopierte Anleitung. Der Berater ist der Mann, der an meinen Werken der Veranstaltung “Techniken wissenschaftlichen Arbeitens” lauter nichtige Sachen kritisiert hatte (ich hätte in einer Arbeit über den Wahl-o-mat nicht genug Offline-Quellen verwendet etc.). Und das Studium ist zwar interessant, aber die Dozenten schaffen es häufig genug, selbst interessante Themen sehr schnarchig zu machen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Erster Unitag im neuen Semester

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Das neue Semester fing ziemlich brutal an. Meine erste Veranstaltung nannte sich “Eichmann in Jerusalem – Zur alltäglichen Möglichkeit, sich dem Bösen hinzugeben oder zu widersetzen”. Zweifellos sehr interessant. Aber der Dozent zeigte uns einen Film darüber, was bei der Befreiung der Konzentrationslager vorgefunden wurde. Es war heftig, die ganzen Leichen zu sehen. Wie kann man so was nur leugnen?

Das Eichmann-Seminar wird aber nicht die einzige Veranstaltung sein, die thematisch in diese Richtung geht. Ich habe nämlich auch noch versucht, in ein Seminar namens “Pädagogik als Unpädagogik? Bildung und Erziehung in der Zeit des Nationalsozialismus” hereinzukommen (mehr dazu hier: https://kitschautorin.wordpress.com/2013/09/02/zwischenbericht/, Ende des zweiten Absatzes). Heute Morgen stellte ich fest, dass ich auf der Warteliste auf Platz 4 vorgerückt war. Wenn man dort steht, hat man den Seminarplatz schon relativ sicher. Es sei denn, der Dozent entscheidet sich, nachdem er die ersten drei Studenten der Liste noch nachrücken ließ, auf einmal dazu, den Rest so zu vergeben, wie die Studenten es wollen. Und die Mehrheit war dafür, auszulosen. Und ich wurde nicht gelost.

Nachdem ich mich etwas beruhigt hatte, schrieb ich dem Dozenten eine E-Mail, und er hat sie anscheinend gelesen. Ich bekam vor ca. anderthalb Stunden eine Systemnachricht, dass ich in die Veranstaltung eingetragen wurde – und das bin ich tatsächlich. Ihr seht: Manchmal bringt eine Beschwerde doch etwas.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Schon wieder Einführungswoche

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Ich bin zwar jetzt schon im 3. Semester, aber weil man bei der Uni-Einführungsveranstaltung so viel Gratiszeugs abstauben kann, bin ich trotzdem hingegangen. Folgendes habe ich gekriegt:

– einen Block

– sechs Kulis

– sechs Postkarten (davon eine mit Wollfaden, die vom Studiengang “Textiles Gestalten” ausgegeben wurde und einen Witz zum Thema ‘rumspinnen’ enthielt)

– die aktuelle Ausgabe der Neuen Osnabrücker Zeitung plus Beilage “akademisches Viertel”

– zwei Bonbons

– siebzehn Tütchen mit Gummibärchen

– zwei Päckchen mit Klebezetteln

– einen Jackass-Einkaufschip

– eine Ausgabe des Magazins “Kino & Co.”

– diverse Flyer, Gutscheine und Infomaterialien

– fünf Luftballons

– zwei kleine Tuben Zahncreme

– zehn Aufkleber

– einen Schlüsselanhänger

– ein Minibuch “Meine Grundrechte in der Europäischen Union”

– ein Exemplar des Grundgesetzes

– einen Sattelschutz fürs Fahrrad

– einen biegsamen Bleistift

– ein Magazin namens “Coming out”

– eine Ausgabe des Magazins “OS.Nah”

– einen Stundenplan

– einen Studienplaner, der mir noch zugesandt wird, weil die AOK keine mehr am Stand hatte

– ein Taschenlämpchen

– drei Anstecker

– drei Stoffbeutel

– einen Keks

– einen Lolli

– ein Käppi

– eine winzige Tafel Schokolade

– einen Gratis-Sehtest (meine Dioptrienwerte haben sich nicht verändert, leider ist eine Hornhautverkrümmung dazugekommen)

– ein Smartphone-Reinigungsteil

– das Buch “Glaube im Kreuzverhör” von Lee Strobel

– ein Spielzeugauto aus Gummi

– ein Gratis-Rätsel auf einer Postkarte

– ein Päckchen Traubenzucker

– ein Lesezeichen

– ein Frisbee

– am Allerwichtigsten: ein Kondom Smiley mit geöffnetem Mund

Eines der Gummibärchen-Tütchen wurde mir vom Kerl in die Hand gedrückt, der euch bereits aus meinem Artikel “Demokratietheorien” bekannt sein dürfte (https://kitschautorin.wordpress.com/2013/05/09/demokratietheorien/). Ich begrüßte ihn mit “Na, was machstn hier Schönes?”. Er antwortete: “Gummibärchen verteilen.” Schon hatte ich noch ein Tütchen. Mir fiel auf, dass er mir keinen Junge-Union-Infozettel dazugegeben hatte. Offenbar weiß er, wo ich politisch stehe.

Später traf ich dann noch einen Freund, der Werbung für seinen Rollenspiel-Verein (http://www.rubicon-osnabrueck.de/) machte. Hier ein Auszug aus unserem Gespräch:

– Du bist aber kein Erstsemester!

– Na und? Warst du letztes Jahr doch auch nicht!

– *Denkpause* Äääähm, ich hab aber nen neuen Studiengang angefangen.

Nachdem ich dieses ganze Gratiszeug abgestaubt hatte, staubte ich ordentlich zu, und zwar, als ich zusammen mit meinen Mitbewohnern unseren Kellerraum ausräumte. Von den aktuellen WG-Bewohnern stand kaum was drin, dafür haben Vorbewohner, die ich teilweise noch nicht einmal kennen gelernt habe, uns schön viel Arbeit gemacht mit dem ganzen Zeug, das sie da gelassen haben. Das Zeug fiel in zwei Kategorien:

– der letzte Müll (bspw. Abfall von McDonald’s)

– Sachen, die noch voll in Ordnung sind und wo einfach jemand zu faul war, es mitzunehmen

Aus der letzten Kategorie habe ich mir so einige Schätze gesichert. Ich frage mich aber immer noch, wie ein Buch zum Thema “Fruchtbarkeit der Frau für eine Schwangerschaft erhöhen” (oder so ähnlich) in diesen Kellerraum kam. Bis ich dort eingezogen bin, lebten nämlich nur Männer in der WG – und die dürften das nicht unbedingt bei ihren Partnerinnen angewandt haben.

Heute kommt noch ein Blogeintrag, der sich mit LGBT-Rechten beschäftigen wird. Und es wird ein ganz besonderer: er wird nämlich dreisprachig.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Neuigkeiten seit Ihrem letzten Besuch auf WordPress

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Hallo. Ich bin die Kitschautorin von der Uni der viertgrößten Stadt Niedersachsens. Da mich das Studium der Politik- und Erziehungswissenschaft, die Teilnahme an einem halbprofessionellen Chor, die vielen Nebenjobs in irgendwelchen Medien, die Beziehung zu einem übertrieben strebsamen Studenten der Informatik, die diversen noch zu schreibenden Hausarbeiten, das Wetter und der zu erledigende Papierkram noch nicht genug auslasten, ziehe ich die Semesterferien über noch einige Kilometer in den Norden, um ein zehnwöchiges Praktikum in der zweitgrößten Stadt Deutschlands abzuleisten. (Na, auf welche Werbung wollte ich anspielen?)

Ich werde bei einem relativ bekannten Internetportal arbeiten, das dem Namen nach damit beschäftigt ist, Politiker zu beobachten und zu berichten, wenn irgendwas falsch läuft. Ich werde u.a. für die Moderation der Internetseite und die Pressearbeit zuständig sein. Das Praktikum ist leider unbezahlt, aber ich stehe momentan finanziell ganz gut da und ich wollte mir diese Chance nicht entgehen lassen. Wohnen werde ich in der Zeit bei einer Verwandten meines Freundes, die in pendelgeeigneter Entfernung zur zweitgrößten Stadt Deutschlands wohnt.

Apropos Freund – als ich von meinen Praktikumsplänen erzählte, wurde ich gefragt: “Und deinen Freund lässt du einfach so alleine?” Dabei muss man bedenken, dass 1.) man nach über fünf Jahren Beziehung auch mal eine Weile ohne einander auskommen sollte, 2.) wir uns jedes Wochenende sehen werden und 3.) er die Semesterferien über eh mit einem Studienprojekt beschäftigt sein wird.

Ansonsten ist nicht so viel passiert. Im Wesentlichen nur drei Sachen. Punkt 1: Als ich montagmorgens total fertig vom Wochenende (dazu gleich mehr) ins Bad wankte, nachdem ich vom Staubsauger meiner Mitbewohnerin geweckt wurde, begrüßte mich am Spiegel ein Klebezettel, auf dem ebendiese mir befahl, das Bad zu putzen. Das sei nach einer Geburtstagsfeier ja eigentlich auch selbstverständlich. Außerdem wies sie mich darauf hin, dass sie es satt habe, als Einzige die Wohnung zu putzen und dass ich mich nie an den Putzplan halten würde und dass wir mal darüber sprechen müssten, sie sich jetzt aber erst mal um ihre Klausuren kümmern müsste.

a) Ich habe momentan mindestens genauso viel Stress wie sie, wenn nicht noch mehr.

b) Es stimmt nicht, dass ich nie was tue. Als die taz-Leute da waren, habe ich z.B. die ganze Wohnung geputzt, obwohl das nicht auf dem Plan stand. Sogar die Balkontür und das Küchenfenster, was, seit ich hier wohne (über zwei Jahre), noch nie jemand gemacht hat.

c) Dass der Putzplan nicht funktioniert, ist nicht allein meine Schuld, wenn die Magnete “Bad” und “Küche” nicht weiterbewegt werden.

d) Man klärt so was nicht mit Klebezetteln, verdammt noch mal!

e) Was sollte eigentlich der Hinweis auf meine Geburtstagsfeier? Da waren gerade mal zwei Leute.

f) Ich war in letzter Zeit häufiger nicht da. Und wer nicht da ist, macht auch keinen Dreck.

Punkt 2: Die Auftritte des Universitätschores, dessen Mitglied ich bin. Dienstag und Mittwoch fanden sie statt, also waren fürs Wochenende davor (und für Montagabend) Proben angesetzt. Bei 30 Grad an drei Tagen hintereinander stundenlang gegen ein Orchester anzusingen, ist nicht gerade prickelnd. Das hat einige Chorsängerinnen, darunter auch ich, dermaßen geschlaucht, dass sie bei den Auftritten schlapp gemacht haben und die Bühne verlassen mussten. Dass wir die ganze Zeit stehen und uns an eine sehr unangenehme Kleiderordnung (schwarz, lange Beinbekleidung) halten sollten, hat nicht gerade geholfen. Auf der engen Bühne waren es wegen der Körperwärme der über 100 Sänger zirka 40 Grad. Mein Kreislauf hat sich davon nur langsam wieder erholt und aus Angst, dass ich erneut schlapp mache, habe ich mich etwas zu luftig angezogen. Gestern Abend hab ich mir deswegen die Seele aus dem Leib gehustet und jetzt sitze ich hier in eine Decke gehüllt und ziehe mir Spargelcremesuppe rein. Yay. (Nicht falsch verstehen, ich singe gern für den Chor und die ausgewählten Stücke waren super. Aber die Umstände waren schrecklich.)

Punkt 3: Am Mittwoch war die Statistikklausur. Ich hätte 25 Punkte zum Bestehen gebraucht und habe mit etwas Glück vielleicht 12. Aber es ist meine Schuld. Nein, nicht so, wie ihr denkt – gelernt habe ich genug. Aber ohne einen Taschenrechner konnte ich die meisten Aufgaben einfach nicht lösen. Eine Freundin hatte mir Anfang der Woche versprochen, für die Klausur ihren Rechner zu leihen. Ein paar Minuten, bevor ich ihn hätte kriegen sollen, schrieb sie mich an, dass das leider nichts wird. Und in der Mittagszeit war ich (siehe Punkt 2) zu kaputt, um in die Stadt zu latschen. Aber schließlich hätte ich mir ja auch vorher einen Taschenrechner kaufen können…

Naja, die Klausur kann ich immer noch wiederholen, also halb so schlimm. Nächsten Mittwoch hab ich noch eine mündliche Pädagogikprüfung und vier Tage später dampfe ich Richtung Norden ab. Sollte ich meinen Freund während der Praktikumszeit vermissen, ist das nicht so schlimm – ich lenke mich einfach mit der Hausarbeit über die Wiedervereinigung ab, die ich bis zum 30. September fertig haben muss. Hurrah.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Zweiundzwanzig

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Dem einen oder anderen Blogleser dürfte bereits aufgefallen sein, dass ich die “tageszeitung”, kurz “taz”, sehr schätze. Ich habe ihren Newsletter abonniert. Und eines Tages landete Folgendes in meinem Mailfach:

http://www.neuraus.de/component/option,com_shopblog/showoffer,28367/

Entscheidend ist hierbei der Punkt drei. Der klang sehr interessant, also habe ich mich sogleich gemeldet. Vor ziemlich genau einem Monat besuchten mich dann zwei sehr nette taz-Mitarbeiterinnen, eine Redakteurin und eine Fotografin, bei mir zu Hause. Ich finde den Artikel okay, auch wenn ich dadurch wohl so rüberkomme, als wäre ich internetsüchtig. Aber es ist was Wahres dran und irgendwie finde ich das auch lustig. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann den Artikel hier lesen:

http://bit.ly/1aWJ5nq

Ich habe den Artikel auch einigen Internetfreunden gezeigt. Einer meinte, ich würde durch das Bild eine Null-Bock-Haltung vermitteln und das könnte mir eventuell Schwierigkeiten bei der Jobsuche einbringen. Dabei würde ich gar keinen Job haben wollen, wo es Probleme wegen eines solchen Artikels geben könnte.

Aber wenn es um deinen Traumjob geht, siehst du das vielleicht anders.

Wenn mir da so was in die Quere kommen könnte, wäre es nicht mein Traumjob. Ganz einfach.

Samstag erschien der Artikel, und seit gestern stimmt die Altersangabe, die darin steht, nicht mehr. Leider musste ich gestern ein Referat halten, weil die letzten beiden Termine der Veranstaltung „Demokratietheorien“ falsch eingetragen worden waren und ich es nicht rechtzeitig gemerkt habe. Aber immerhin habe ich viele tolle Geschenke bekommen. Die Liste ist nicht ganz vollständig, z.B., weil meine Oma das Paket erst nächste Woche losschickt, aber trotzdem möchte ich das bis jetzt Erhaltene hier aufzählen:

– eine Eismaschine

– zwei Tafeln Schokolade, eine davon riesengroß

– Geld (das ist sehr gut, weil ich diesen Monat die Studiengebühren fürs nächste Semester bezahlen muss, grr)

– einen Thalia-Gutschein

– einen Amazon-Gutschein

– das “Genial-daneben”-Spiel

– drei Bücher (darunter “Die Sauerei geht weiter” von Jörg Nießen und “Volkscomputer” von Brian Bagnall)

Ich finde alle Geschenke wirklich super, aber mir gingen die Augen total auf, als ich entdeckte, was sich noch unter den drei Büchern befand, die mir meine Eltern geschenkt haben: der zweite Fotoband von Farin Urlaub. Australien und Osttimor. Und ich hab nicht nur den sauteuren Band gekriegt, nein, er ist auch noch handsigniert. Selten habe ich mich so über ein Geschenk gefreut. Ich bin gerade dabei, es durchzugehen, und die Bilder sind wirklich atemberaubend. Den Amazon-Gutschein habe ich übrigens schon eingelöst – die Tora und der Babylonische Talmud sind auf dem Weg zu mir.

“Die Sauerei geht weiter” kann ich sehr empfehlen. Ich habe es gestern sehr schnell durchgelesen, weil die Geschichten des als Feuerwehrmann und Rettungsassistent arbeitenden Autors so amüsant waren. Mit “Volkscomputer”, einem Buch über die Firma Commodore, habe ich heute im Wartezimmer meines Hausarztes angefangen, und es ist auch sehr interessant.

Apropos Arzt – ich bin dort heute lieber mal hingegangen, weil mich das komische Drücken in der Brust, das mich schon vor einigen Wochen quälte, die ganze letzte Nacht nicht schlafen ließ. Als heute Morgen um sieben wegen eines Friseurtermins der Wecker klingelte, wäre ich am liebsten im Bett liegengeblieben, so fertig war ich. Ich habe es dennoch hingeschafft, aber nur, weil mich der tollste Mann der Welt gefahren hat. Auf dem Friseurstuhl wäre ich dann fast eingeschlafen. Das Brustdrücken ließ mich immerhin für den Rest des Tages in Ruhe. Bis auf eine kleine Episode, als ich in die mir verhasste Juristenbibliothek musste, um einen wichtigen wissenschaftlichen Aufsatz zu kopieren. Ich mag die Juristenbibliothek nicht, weil ich, als ich das letzte Mal da war und ein Spiel auf meines Freundes Laptop spielte, bei dem man ziemlich viel klicken muss, von einer blöden Jurastudentin angequatscht worden, ich solle doch bitte damit aufhören. Als ich heute was tippen musste, wurde ich zwar ein paar Mal blöd angeguckt, aber in Ruhe gelassen. Vielleicht hängt es auch an der Zeit, zu der man hingeht – die Leute, die einen Sonntagnachmittag in der Bibliothek der juristischen Fakultät einer Universität verbringen, sind wohl einfach nicht so locker drauf.

Ich fühlte mich unwohl, als ich heute in der Juristenbibliothek saß. Vor einiger Zeit habe ich mal in einem Studienführer einen Artikel über unterschiedliche Fächerkulturen gelesen. Und es scheint was dran zu sein. Vom Aussehen her passte ich mit meinen knallroten Haaren und den Schlabberklamotten jedenfalls gar nicht zu all den adrett gekleideten und, falls männlich, vollgegelten Wesen, die durch die Bibliothek stromerten. Bin aber auch irgendwie stolz drauf.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin