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Verspahnt

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Man möge mir das schlechte Wortspiel im Titel verzeihen, aber ich las diesen Ausdruck neulich auf Twitter und da ich an Skoliose leide, fand ich es ganz passend.

Ich möchte mir hier im Blog ein bisschen gesammelte Wut von der Seele schreiben, teilweise habe ich das auch schon auf Twitter getan, aber es gehört auch in den Blog, finde ich. Heute sah ich auf Twitter also das hier:

Ich entgegnete daraufhin, dass ich nun auch so einen Tweet schreiben muss, und es ist tatsächlich so. Einer meiner Freunde ist mit 26 an einem Herzinfarkt gestorben, weil er sich die Frage auch gestellt und abschlägig beschieden hat.

Es tauchten nun also immer mehr Tweets, die über unser aller Gesundheitsminister gingen, in meiner Timeline auf. Richtig wütend wurde ich dann, als ich den hier, retweetet von der lieben Johanna (@hanna_unterwegs), auffand:

Nicht nur Herr Spahn hat äußerst realitätsfremde Ansichten, auch Andreas Gassen, der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der meinte, die Zweiklassenbehandlung beim Arzt sei eine gefühlte und lediglich ein „Komfortproblem“ wegen der Wartezeiten. Ich frage mich, ob er schon mal zwei Monate mit starken Rückenschmerzen auf einen Arzttermin warten musste. Oder mit einer mittelschweren Depression ein halbes Jahr auf einen Therapieplatz. Bei akuten Problemen wird man eben nicht immer drangenommen. Oder man wird enorm schnell abgekanzelt, so wie ich vor knapp zwei Jahren mit meiner angeblichen Grippe. Hätte Herr Gassen mit seinen Ansichten Recht, würde ich mich jetzt wahrscheinlich nicht ständig mit Atemproblemen herumschlagen.

Gerd Glaeske, Gesundheitswissenschaftler, Apotheker und Uniprofessor, sieht die Lage schon ganz richtig, wenn er bemängelt, wie schlecht es mit Ärzten auf dem Land aussieht. Dass ich für Facharztbesuche teilweise 70 Kilometer fahren muss, ist jedenfalls nicht normal. Daran sollte man vielleicht mal drehen.

Den absoluten Vogel hat Herr Spahn abgeschossen, als er sagte, man könne doch auch mal stolz sein auf unser Gesundheitssystem. Wie soll man auf so was denn bitte stolz sein? Lange Wartezeiten für Kassenpatienten, schnelle Abfertigung, kaum Ärzte außer in Großstädten? Krankenhaus- und Pflegepersonal, das am Limit arbeitet? Und einen Minister, der es für eine tolle Idee hält, einfach zu sagen, man könne sich ja überlegen, ob Arzttermine wirklich nötig sind, anstatt mal echte Lösungsansätze aufzufahren? Er braucht dringend mal einen Realitätscheck. Und das nicht nur wegen seiner Äußerungen zum Gesundheitssystem. Aber das ist eine andere Geschichte…

Mit wütenden Grüßen

Die Kitschautorin

Geschützt: Ich bin kein Model und ich seh doof aus

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Aussehen

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Heute wird’s hier im Blog etwas oberflächlich. Und dann auch wieder nicht.

Tagesordnungspunkt 1: Meine Haarfarbe

Es ist jetzt fast acht Jahre her, dass ich anfing, mir meine Haare knallrot zu färben. Gestern stand wieder eine Erneuerung meiner Haare an, und ich habe mich wieder für Knallrot entschieden. Meine Naturhaarfarbe mag ich nicht, und für andere Färbeoptionen fühle ich mich nicht bereit. Mir gefällt dieses Rot. Rot ist meine Lieblingsfarbe und dieser Rotton, den ich habe, ist auf eine bestimmte Weise, die mir gefällt, auffällig. Und auch, wenn es komisch klingt: Ich bin noch nicht dazu bereit, eine Haarfarbe zu haben wie alle anderen. Sicher werde ich irgendwann zu anderen Haarfarben übergehen, aber erst, wenn das Bedürfnis nach einem bestimmten Aussehen nicht mehr da ist. Wenn ich Kinder habe oder Falten (oder beides).

Tagesordnungspunkt 2: Plus-Size-Models

Heute Morgen surfte ich wie üblich auf meinem Smartphone durch Spiegel Online und da stieß mir dieser Artikel ganz besonders ins Auge. Ich sah mir die Fotos an und dachte mir: Was ist das für eine kranke Scheiße?

Ashley Graham hat einen BMI von 25. Sie ist nicht dick. Auch die anderen in der Fotostrecke gezeigten Models sehen großenteils eher human als „plus“ aus. Und sie gefallen mir viel besser als die „normalen“ Models, die von irgendwelchen Leuten aus der Modeindustrie als Ideal verkauft werden.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Geschützt: Homophobia is gay

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Ein Zufall, der einen Blogeintrag auslöst

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Im Radiosender, für den ich arbeite, unterhielt ich mich heute mit den Schülerpraktikanten über die Suchmaschine “yasni.de”. Ich war neugierig, was diese Suchmaschine über mich wusste, und gab meinen Namen ein. Und da fand ich heraus, dass mein Artikel über Mobbing, den ich vor einigen Monaten für den Spießer geschrieben hatte (ist in der aktuellen Ausgabe gelandet), von Spiegel Online übernommen wurde:

http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/mobbing-im-internet-und-in-der-schule-taeter-und-opfer-erzaehlen-a-873794-3.html

Ich habe nur zufällig herausgefunden, dass der Artikel von Spiegel Online übernommen wurde, weil die Spießer-Redaktion es versäumt hatte, mich darüber zu informieren – sowohl persönlich als auch im Kleingedruckten des Auftrags damals. (Der gute Klopfer hatte den Artikel auf Spiegel Online gelesen, hatte mir aber auch nichts gesagt. Zwinkerndes Smiley) Nun gut, ich will mich jetzt den Kommentaren zum Artikel widmen. Normalerweise lese ich ja keine Online-Kommentare, außer es geht um Sachen, die ich verantwortet hab. Wie halt den Artikel über Mobbing.

Im Folgenden zitiere ich (nicht wörtlich, sondern aus dem Gedächtnis) Thesen, die meist vielfach vertreten wurden, und gebe meine Meinung dazu wieder.

Wer sich nicht wehrt, ist selber schuld

Wie ich in meinem Artikel bereits schrieb, ist Mobbing manchmal so heftig bzw. effektiv, dass man sich nicht mehr wehren kann oder nicht weiß, wie man es tun soll. Es ist ein wenig so, als wäre man ein kleines Insekt, das unversehens bei einer Spinne im Netz landet und dort festklebt und am Ende aufgegessen wird. Diese These ist auch aus einem anderen Grund falsch. Schwäche kann ja nicht die Entschuldigung für Mobbing (oder andere Untaten) sein. Erinnert mich ein klein wenig an die Vollhonks, die, wenn eine Frau vergewaltigt wurde, behaupten: “Die hat ja voll dazu aufgefordert mit ihrem Minirock!”

Gewalt kann eine Lösung sein

Zunächst mal bin ich grundsätzlich gegen Gewalt. Und selbst wenn es in manchen Fällen doch verständlich ist, weil man einfach nicht mehr weiter weiß: Für mich wäre Gewalt keine Option gewesen. Ich war mindestens ein Jahr jünger als alle anderen, ziemlich klein und schmal, und die meisten Mobber waren männlich. Da hätte ich mit Zuhauen nicht viel ausrichten können – es wäre vermutlich ein Schneiden ins eigene Fleisch gewesen.

gerichtliche Androhungen helfen

Da muss ich zugeben, dass ich dieses Mittel nicht ausprobiert habe. Allerdings hätte eine reine Androhung in meinem Fall wohl reichen müssen, da meine Eltern, so vermute ich, kaum das Geld für einen Prozess über hatten. Und wie ein Kommentator schon richtig erkannt hatte: Oft steht Aussage gegen Aussage. Und wem glaubt man dann? Den Leuten, die in der Überzahl sind – also den Mobbern.

Mobbing ist ganz normal, es wird nie aufhören, egal, was irgendwelche Sozialpädagogen-Gutmenschen behaupten und die Opfer müssen sich verbiegen

Mobbing ist NICHT ganz normal. Es ist unheimlich grausam. Der Mensch, der die Sozialpädagogen-Gutmenschen-Formulierung verwendete (im Übrigen hasse ich das Wort “Gutmensch”), suchte wohl nur eine Entschuldigung dafür, dass er selbst nicht genug Zivilcourage hat. Und was Opfer angeht, die sich verbiegen müssen: siehe oben.

die Leute, die ich damals gemobbt habe, sind heute erfolgreiche, anerkannte Leute

Auch das ist in meinen Augen keine Entschuldigung für Mobbing. Ich will an dieser Stelle mal einen etwas abgefahrenen Vergleich wagen, in der Hoffnung, dass man versteht, was ich meine: Wenn man an irgendeinem Gebäude Brandstiftung verübt und es kamen durch Zufall keine Menschen zu Schaden, bleibt es nichtsdestotrotz gefährliche Brandstiftung. Und dass die ehemals Gemobbten heute erfolgreich sind, heißt ja nicht, dass sie nicht trotzdem enorme psychische Probleme bekamen.

Stromberg würde sagen: Schule ist Krieg.

Da muss ich definitiv zustimmen. Es war für mich wie ein einziger Krieg, es war so, als ob ich durch ein Minenfeld laufen müsste, ohne auf eine zu treten. Hat geklappt, aber manchmal war ich verdammt dicht an einer Mine dran.

Kartoffeln sind in vielen Schulen in der Unterzahl, Türken kennen unsere Gesetze nicht, bloß die Scharia

An den User “dickebank”, falls er das lesen sollte: Es ist für mich unter aller Sau, dass du sofort wieder die “Scheiß-Ausländer”-Keule rausholen musstest. Erstens hat es überhaupt nichts mit dem Thema des Artikels zu tun, zweitens fällst du auf ein blödes Klischee rein und drittens möchte ich hinzufügen, dass ich damals auf eine Schule ging, auf der es Ausländer so gut wie gar nicht gab.

Mehrere Kommentatoren erzählten, dass sie ihre ehemaligen Mobber nach vielen Jahren wiedergesehen und die Mobber scheißfreundlich getan hätten. So etwas habe ich auch erlebt. Das im Artikel erwähnte “Wasch-dich-mal”-Mädel habe ich vor einigen Monaten in der Unimensa getroffen, als ich dort meinen Freund besuchte. Es folgte freundliches Geplapper à la “Und, was machstn du so?”. Leider war ich zu freundlich, um einfach zu sagen “Lass mich” und woanders hinzugehen. Ich hätt’s tun sollen.

An den Kommentaren fand ich generell schade, dass kaum einer auf die Artikel einging, sondern die meisten einfach nur ihre generellen Erfahrungen und Meinungen zum Thema “Mobbing” abließen. Aber gut, es ist Spiegel Online, da lese ich die Kommentare ja wie gesagt eh nie, weil ich davon nichts erwarte.

Schließen möchte ich mit einer wichtigen Information: Leider hat die Redaktion für die Veröffentlichung einen Hinweis in meinem Artikel herausgekürzt, den ich an dieser Stelle wieder einfügen möchte:

Ohne meine beste Freundin und meinen Freund hätte ich die Schule wahrscheinlich abgebrochen.

Falls ihr das lest: Vielen Dank noch mal.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Geschützt: Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 13

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Geschützt: Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 12

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