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Meine Arbeit, oder auch nicht

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Was ich denke, was ich tue

Quelle: Nebaroth / deviantart

Was mein Mann denkt, was ich tue

Was meine Großmutter denkt, was ich tue

Quelle: gutezitate.com

Was der Onkel meines Mannes denkt, was ich mache

Quelle: AP / sueddeutsche.de

Was ich wirklich mache

Quelle: adhibeo.de

Oh, und das auch

Quelle: pushbikegirl.com

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Verkehrssituationen

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Gestern hatte ich meine erste praktische Fahrstunde. Und ich fühlte mich dabei ungefähr so:

Naja, Übung, Meister, blablabla.

Heute dann wieder Theorie und man hört Sachen, die glaubt man nicht. Es ging zum Beispiel um Halteverbotsschilder. An dem See, in dessen Nähe mein Freund aufgewachsen ist, findet man laut Fahrlehrer ein Schild, das so aussieht:

Schild

Wie soll man denn da reagieren? Mein Fahrlehrer hat gleich darauf hingewiesen, dass das kein offizielles Schild ist.

(Das hier habe ich übrigens gefunden, als ich nach Bildern von dem Schild suchte. Okay…)

Später hat er dann davon erzählt, wie ihm auf der Autobahn ein Reifen platzte, was dafür sorgte, dass sein Hintermann – der einen teuren BMW fuhr – u.a. eine Kiste Cola vorne drauf bekam. Erstaunlicherweise hielt der BMW-Mann nicht an. Mein Fahrlehrer vermutete, dass das Auto geklaut war.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 26

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http://www.sueddeutsche.de/geld/zustellpraxis-von-paketdiensten-lieferstatus-empfaenger-ist-mit-den-nerven-fertig-1.1837901

Mir passiert selten, dass ich beim Lesen eines Artikels dauernd “Genau!” denke, aber grad war es mal wieder soweit. Ich weiß jedenfalls nicht mehr, wann ich ein Paket zuletzt ohne Benachrichtigungskarte in die Hände bekam. Der angegebene Lieferstatus, den man bei manchen Sendungen im Internet verfolgen kann, stimmt selten mit dem tatsächlichen Status überein. Eine Packstation konnte ich erst einmal nutzen, und das, obwohl meine Pakete nicht immer so groß sind, dass sie den Rahmen einer solchen sprengen. Ich musste schon des Öfteren ans andere Ende der Stadt gurken wie im Artikel beschrieben, weil theoretisch hat die Poststelle, die mein Paket beherbergt und drei Kilometer von meiner WG entfernt an der Stadtgrenze liegt, ja dieselbe Postleitzahl. Man steht ewig an den Schaltern an. Und wenn ich ein Paket tatsächlich mal zu Hause entgegennehmen kann, brüllt der Bote immer, ich solle doch zu ihm nach unten kommen.

Ich frage mich, warum das alles so mies ist (zumindest in Städten – auf dem Land soll es Berichten zufolge etwas besser aussehen). Teilweise liegt es sicher daran, dass die Boten Angst haben, ihre mies bezahlten Jobs zu verlieren, wenn sie zu lange zum Zustellen brauchen. Der arme Kerl, der mir Sendungen übergibt, wird wohl schlicht und einfach keine Zeit haben, die drei Stockwerke ohne Aufzug hochzukommen.

Mit nachdenklichen Grüßen

Die Kitschautorin

Die Mitte der Gesellschaft

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In meinem Lieblingsforum vertrat neulich ein Nutzer folgende Meinung:

Vielmehr wird gesamtgesellschaftlich mit dem „Rechtsextremismus“- und „Kampf gegen Räääächts“-Gedöns hervorragend vom Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft abgelenkt.

Die Organisatorin der Ausstellung über Neofaschismus, über die ich vor einiger Zeit einen Radiobeitrag anfertigte, sagte etwas Ähnliches. Mich brachte das Ganze zum Grübeln. Ich war nun schon auf mehreren Demos gegen Rechtsextremismus, aber das kann nicht die alleinige Lösung sein. Ich wusste: Die Leute, mit denen ich gesprochen hatte und die fremdenfeindliche Äußerungen getätigt hatten – eine Freundin, die gegen Zigeuner wetterte, der antiislamische Onkel meines Freundes –, waren keine Nazis. Aber was soll man da tun?

Ich schrieb dem Urheber des obigen Zitats eine Nachricht und er antwortete recht ausführlich. Als einen Lösungsansatz führte er an, dass Deutsche mehr Kontakt mit Minderheiten bekommen müssen. Das konnte ich sofort nachvollziehen. Der Onkel meines Freundes kennt keine Moslems und war noch nie in einer Moschee. Und überhaupt: Man hegt doch immer Phobien gegenüber Sachen, die man nicht kennt.

Ein weiterer Lösungsansatz: Überwindung von strukturellem Rassismus. Im Besonderen ist damit „Racial Profiling“ gemeint. In zwei Paragrafen des Bundespolizeigesetzes steht, dass „verdachtsunabhängige Personenkontrollen“ durchgeführt werden dürfen, um die unerlaubte Einreise von Ausländern nach Deutschland zu verhindern. Die Folge: Leute, die wie Ausländer aussehen, werden verstärkt kontrolliert. Obwohl das so nicht im Gesetz steht. Und diskriminierend ist. Wer mehr darüber lesen will: http://www.sueddeutsche.de/politik/racial-profiling-bei-der-polizei-menschenrechtler-wollen-verbot-rassistischer-personenkontrollen-1.1706061

Besonders erschütternd fand ich eine Geschichte, die der Forenuser kürzlich mitbekam und die ich hier einmal wiedergeben möchte:

Als mein afrikanischer Student neulich überfallen wurde, hat sich die Polizei einen Scheißdreck dafür interessiert. Erst als er darauf hinwies, dass noch eine StudentIN, schon dem Namen nach weiß, betroffen war, wurden auf einmal alle Kräfte mobilisiert, um nach dem bis heute flüchtigen und bewaffneten Täter zu suchen. Während der Verhöre wurde mein schwarzer Student die ganze Zeit nur dumm angemacht und man hat mit ihm nur das Nötigste gemacht, während mit meiner weißen Studentin ordentlich umgegangen wurde und sie sich (obwohl nicht direkt involviert) sogar Fotos von bekannten Kriminellen anschauen durfte.

Er selber ist schwarzer Deutscher und durfte deswegen schon einiges durchmachen. Er wurde schon als Werte vernichtender Asylant beschimpft. Und wenn er in Leipzig (einer Stadt mit ziemlich geringem Ausländeranteil) durch die Straßen geht, krallen sich die Leute an ihren Wertsachen fest.

Natürlich ist es wichtig, Rechtsextreme genau zu beobachten. Aber das Gleiche gilt auch für die Mitte der Gesellschaft. Für die Leute ohne Springerstiefel, Glatze oder Baseballschläger.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 18

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http://www.sueddeutsche.de/bildung/schummelvorwuerfe-an-elite-uni-harvard-schmeisst-studenten-raus-1.1589806

Ich wollte mich schon tierisch darüber aufregen, dass über 100 Studenten bei einer Prüfung geschummelt haben, da fiel mir der vorletzte Absatz des Artikels ins Auge.

Etwa 120 von 279 Studenten, die den Kurs „Einführung in den Kongress“ belegt hatten, sollen sich bei einem „take-home exam“ abgesprochen und voneinander abgeschrieben haben. Bei solch einer Klausur erhalten die Studenten Aufgaben, die sie zuhause allein lösen müssen. Absprachen sind dabei streng verboten.

Und da wundert die Uni sich ernsthaft darüber, dass abgeschrieben wird? Das ist ja in etwa so, als würde ich mich unter eine laufende Dusche stellen und mich beschweren, dass ich nass werde. Und so was nennt sich Elite-Uni.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 1

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Auch wenn es bis jetzt noch nicht den Anschein gehabt haben mag (ist das grammatikalisch richtig?), ich bin jemand, der sich im Grunde sehr für Politik interessiert. Ich verfolge die Nachrichten, und das mit Interesse. Und da ich immer mal wieder über interessante Nachrichten stolpere, sei es bei Twitter oder in der Tagesschau, möchte ich an dieser Stelle den Beginn einer neuen Reihe ausrufen:

Kurz kommentiert (mehr oder weniger)

In dieser Reihe geht es darum, dass ich zu aktuellen Ereignissen mehr oder weniger meinen Senf dazugebe. Inspiriert ist der Titel von meiner Lieblingsinternetserie „Fernsehkritik-TV“, in der es eine Ecke „Kurz kommentiert“ für kurze Abhandlungen zu aktuellen fernsehmäßigen Themen gibt.

Den Anfang macht ein Artikel aus der Süddeutschen Zeitung zum ersten G8-Abitur: http://www.tinyurl.com/5toprt3

Ich war schon immer eine Gegnerin des G8-Abiturs und dieser Artikel hat mich  in meiner Meinung bestärkt. Die bayerischen Abiturienten konnten ja nur im großen Stil danebenlangen. Es ist einfach verdammt hart, wenn du enorm lange in der Schule sitzt und Themen in deinen Kopf bimsen musst, die du noch gar nicht verstehst. Da ich eine Klasse übersprungen habe, habe ich auch quasi G8 gemacht – und in der ersten Zeit war es wirklich so, dass ich kaum spielen konnte oder sonst irgendwas, nur lernen. Und ich hatte KEINEN Unterricht bis spätnachmittags.

Außerdem ist es so, dass die frühere Ansetzung mancher Themen einfach schlecht gemacht ist. Mein bester Freund studiert Physik und Chemie auf Lehramt. Ihm ist aufgefallen, dass der radioaktive Zerfall schon recht früh behandelt wird, ohne die konkreten mathematischen Hintergrundkenntnisse, die sich die Schüler erst ein paar Jahre später aneignen.

Der übliche Druck auf Abiturienten wird hier noch verschärft. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Noten bei den nächsten paar Versuchen nicht wieder korrigiert werden müssen.

Als Nächstes möchte ich ein paar Worte zu einem Artikel in der französischen Zeitung „Le Monde“ sagen (http://lemde.fr/jGrNWi), in dem es darum geht, dass die Chefin der Front National (frz. rechtsextreme Partei), Marine Le Pen, sich gegen doppelte Staatsangehörigkeiten ausgesprochen hat. Ich selbst bin eigentlich weder dafür noch dagegen. Ich kann aber durchaus verstehen, wenn jemand meint, er fühle sich eben zwei Staaten angehörig.

Das Thema scheint dadurch gewisse Brisanz zu gewinnen, dass einige Franzosen meinen, Frankreich habe Probleme mit Einwanderern. Laut eines im Artikel auftauchenden und meiner Meinung nach recht zutreffenden Zitats aber nicht mit allen:

Eine große Anzahl unserer Mitbürger sind aufgrund ihrer Familiengeschichten oder ihrer zufälligen Geburtsorte französisch und deutsch, französisch und schweizerisch, französisch und amerikanisch. Sind das die Leute, die die FN dazu zwingen will, sich dazu zu entscheiden, französisch zu sein? Natürlich nicht.

(Nathalie Koscuiko-Morizet, „Le Front antinational“. Übersetzung von mir.)

Dies soll es dann erst mal gewesen sein. Kommt Zeit, kommen mehr Nachrichten (und dann auch mehr Artikel für diese Reihe). Und noch eins geb ich euch mit auf den Weg, was ich auch schon auf Twitter verkündet habe (dort heiße ich gdrbaby): Geht Blutspenden. Auch ohne Ehec hat man viel zu wenig Konserven.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Haltung bewahren

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Ich will hier mal was erzählen über meine Haltung.

Meine Haltung ist folgende: Ich bin gegen Atomkraft, weil sie meiner Meinung nach die Umwelt verpestet. Nazis haben meines Erachtens einen Riesenknack in der Birne, ich bin für die Verbesserung des Fernsehens, gegen ein Verbot von Ballerspielen und ganz bestimmt nicht konservativ. Studiengänge sind viel zu straff organisiert und die Bildzeitung würde ich nicht mal als Klopapierersatz kaufen, weil das meinen Hintern beleidigen würde.

Und ich bin der Meinung, dass es viel zu viel Homophobie auf der Welt gibt.

Warum, ist sicher verständlich – besonders, wenn man daran denkt, dass ich bisexuell bin. Selbst wenn ich es nicht wäre, würde ich gar nicht so viel fressen können, wie ich kotzen möchte, wenn ich Leute wie meinen Lehrer treffe.

Er macht Witze über unseren schwulen Außenminister, ist gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und heute bezeichnete er den auf Männer stehenden Dirk Bach als „Homo-Monster“. In meinen Augen ist er relativ homophob. (Falls das jemand anders sieht, bitte bei mir melden.) Und das ist eine der wenigen Sachen, die ich partout nicht abkann.

Ich hab mich im Unterricht echt zusammenreißen müssen, um nicht an die Decke zu gehen. Bin ich zu empfindlich? Springe ich zu schnell an? Wegen einer Sache, die mir wichtig ist? Weil ich selbst davon betroffen bin? Ich weiß es nicht.

Jedenfalls macht mich die Sache unheimlich fertig und ich habe keine Ahnung, was ich unternehmen soll. Mein Lehrer zieht mich pausenlos auf…

Langsam werde ich paranoid. Ich habe schon so viele schlechte Erfahrungen damit gesammelt, dass ich nicht mehr aufhören kann, daran zu denken. Es ist ja fast so, als würde ich jetzt erst feststellen, dass ich bisexuell bin.

Ich bin auch niemand, der pausenlos mit dieser Tatsache hausieren geht – das dürfen wir Nicht-Heteros uns ja gerne mal vorwerfen lassen. Deswegen habe ich es nur meinem Freund und meinen Freunden erzählt, weil ich weiß, das die mich verstehen. Meine Eltern wissen es nicht. Meine mich mitversorgenden Großeltern wissen es nicht. Werde ich es ihnen je erzählen? Oder wirft das nur ein schlechtes Licht auf mich, weil ich dann ja wieder meinen Freund betrüge und so? Und abnormal bin?

Eine meiner Bekannten verwendet gerne ein Zitat: Versucht, die Welt ein bisschen besser zu verlassen, als ihr sie vorgefunden habt. Ich versuche jedenfalls, Intoleranz in die Schranken zu weisen. Und ich hoffe, das viele andere das auch tun.

bit.ly/9FAZrw

http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/hass-aus-der-mitte-der-partei/

http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/tolerant-gegen-die-intoleranz/

http://www.noz.de/deutschland-und-welt/vermischtes/39880337/schwule-emanzipation-am-ende

http://www.sueddeutsche.de/politik/indien-homosexualität-nach-jahren-legal-1.80322

Mit hoffnungsvollen Grüßen

Die Kitschautorin