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Schlagwort-Archive: taz

Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 34

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Die Meldung, die ich heute besprechen will, stand u.a. auch in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Ich habe sie in der heutigen Ausgabe der taz entdeckt. Eine 25 Jahre alte Berufsschülerin aus Einbeck legte, um sieben Tage die Schule zu schwänzen, ein angebliches Klinikattest vor. In die Vorlage aus dem Internet, die sie benutzt hatte, hatte sie so viele Rechtschreibfehler eingebaut, dass das der Schule einfach auffallen musste – Ergebnis: Anzeige wegen Urkundenfälschung. Die taz kommentierte das so:

Und die Moral von der Geschicht? Fälsche ohne Duden nicht!

Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Neuigkeiten seit Ihrem letzten Besuch auf WordPress

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Hallo. Ich bin die Kitschautorin von der Uni der viertgrößten Stadt Niedersachsens. Da mich das Studium der Politik- und Erziehungswissenschaft, die Teilnahme an einem halbprofessionellen Chor, die vielen Nebenjobs in irgendwelchen Medien, die Beziehung zu einem übertrieben strebsamen Studenten der Informatik, die diversen noch zu schreibenden Hausarbeiten, das Wetter und der zu erledigende Papierkram noch nicht genug auslasten, ziehe ich die Semesterferien über noch einige Kilometer in den Norden, um ein zehnwöchiges Praktikum in der zweitgrößten Stadt Deutschlands abzuleisten. (Na, auf welche Werbung wollte ich anspielen?)

Ich werde bei einem relativ bekannten Internetportal arbeiten, das dem Namen nach damit beschäftigt ist, Politiker zu beobachten und zu berichten, wenn irgendwas falsch läuft. Ich werde u.a. für die Moderation der Internetseite und die Pressearbeit zuständig sein. Das Praktikum ist leider unbezahlt, aber ich stehe momentan finanziell ganz gut da und ich wollte mir diese Chance nicht entgehen lassen. Wohnen werde ich in der Zeit bei einer Verwandten meines Freundes, die in pendelgeeigneter Entfernung zur zweitgrößten Stadt Deutschlands wohnt.

Apropos Freund – als ich von meinen Praktikumsplänen erzählte, wurde ich gefragt: “Und deinen Freund lässt du einfach so alleine?” Dabei muss man bedenken, dass 1.) man nach über fünf Jahren Beziehung auch mal eine Weile ohne einander auskommen sollte, 2.) wir uns jedes Wochenende sehen werden und 3.) er die Semesterferien über eh mit einem Studienprojekt beschäftigt sein wird.

Ansonsten ist nicht so viel passiert. Im Wesentlichen nur drei Sachen. Punkt 1: Als ich montagmorgens total fertig vom Wochenende (dazu gleich mehr) ins Bad wankte, nachdem ich vom Staubsauger meiner Mitbewohnerin geweckt wurde, begrüßte mich am Spiegel ein Klebezettel, auf dem ebendiese mir befahl, das Bad zu putzen. Das sei nach einer Geburtstagsfeier ja eigentlich auch selbstverständlich. Außerdem wies sie mich darauf hin, dass sie es satt habe, als Einzige die Wohnung zu putzen und dass ich mich nie an den Putzplan halten würde und dass wir mal darüber sprechen müssten, sie sich jetzt aber erst mal um ihre Klausuren kümmern müsste.

a) Ich habe momentan mindestens genauso viel Stress wie sie, wenn nicht noch mehr.

b) Es stimmt nicht, dass ich nie was tue. Als die taz-Leute da waren, habe ich z.B. die ganze Wohnung geputzt, obwohl das nicht auf dem Plan stand. Sogar die Balkontür und das Küchenfenster, was, seit ich hier wohne (über zwei Jahre), noch nie jemand gemacht hat.

c) Dass der Putzplan nicht funktioniert, ist nicht allein meine Schuld, wenn die Magnete “Bad” und “Küche” nicht weiterbewegt werden.

d) Man klärt so was nicht mit Klebezetteln, verdammt noch mal!

e) Was sollte eigentlich der Hinweis auf meine Geburtstagsfeier? Da waren gerade mal zwei Leute.

f) Ich war in letzter Zeit häufiger nicht da. Und wer nicht da ist, macht auch keinen Dreck.

Punkt 2: Die Auftritte des Universitätschores, dessen Mitglied ich bin. Dienstag und Mittwoch fanden sie statt, also waren fürs Wochenende davor (und für Montagabend) Proben angesetzt. Bei 30 Grad an drei Tagen hintereinander stundenlang gegen ein Orchester anzusingen, ist nicht gerade prickelnd. Das hat einige Chorsängerinnen, darunter auch ich, dermaßen geschlaucht, dass sie bei den Auftritten schlapp gemacht haben und die Bühne verlassen mussten. Dass wir die ganze Zeit stehen und uns an eine sehr unangenehme Kleiderordnung (schwarz, lange Beinbekleidung) halten sollten, hat nicht gerade geholfen. Auf der engen Bühne waren es wegen der Körperwärme der über 100 Sänger zirka 40 Grad. Mein Kreislauf hat sich davon nur langsam wieder erholt und aus Angst, dass ich erneut schlapp mache, habe ich mich etwas zu luftig angezogen. Gestern Abend hab ich mir deswegen die Seele aus dem Leib gehustet und jetzt sitze ich hier in eine Decke gehüllt und ziehe mir Spargelcremesuppe rein. Yay. (Nicht falsch verstehen, ich singe gern für den Chor und die ausgewählten Stücke waren super. Aber die Umstände waren schrecklich.)

Punkt 3: Am Mittwoch war die Statistikklausur. Ich hätte 25 Punkte zum Bestehen gebraucht und habe mit etwas Glück vielleicht 12. Aber es ist meine Schuld. Nein, nicht so, wie ihr denkt – gelernt habe ich genug. Aber ohne einen Taschenrechner konnte ich die meisten Aufgaben einfach nicht lösen. Eine Freundin hatte mir Anfang der Woche versprochen, für die Klausur ihren Rechner zu leihen. Ein paar Minuten, bevor ich ihn hätte kriegen sollen, schrieb sie mich an, dass das leider nichts wird. Und in der Mittagszeit war ich (siehe Punkt 2) zu kaputt, um in die Stadt zu latschen. Aber schließlich hätte ich mir ja auch vorher einen Taschenrechner kaufen können…

Naja, die Klausur kann ich immer noch wiederholen, also halb so schlimm. Nächsten Mittwoch hab ich noch eine mündliche Pädagogikprüfung und vier Tage später dampfe ich Richtung Norden ab. Sollte ich meinen Freund während der Praktikumszeit vermissen, ist das nicht so schlimm – ich lenke mich einfach mit der Hausarbeit über die Wiedervereinigung ab, die ich bis zum 30. September fertig haben muss. Hurrah.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Zweiundzwanzig

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Dem einen oder anderen Blogleser dürfte bereits aufgefallen sein, dass ich die “tageszeitung”, kurz “taz”, sehr schätze. Ich habe ihren Newsletter abonniert. Und eines Tages landete Folgendes in meinem Mailfach:

http://www.neuraus.de/component/option,com_shopblog/showoffer,28367/

Entscheidend ist hierbei der Punkt drei. Der klang sehr interessant, also habe ich mich sogleich gemeldet. Vor ziemlich genau einem Monat besuchten mich dann zwei sehr nette taz-Mitarbeiterinnen, eine Redakteurin und eine Fotografin, bei mir zu Hause. Ich finde den Artikel okay, auch wenn ich dadurch wohl so rüberkomme, als wäre ich internetsüchtig. Aber es ist was Wahres dran und irgendwie finde ich das auch lustig. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann den Artikel hier lesen:

http://bit.ly/1aWJ5nq

Ich habe den Artikel auch einigen Internetfreunden gezeigt. Einer meinte, ich würde durch das Bild eine Null-Bock-Haltung vermitteln und das könnte mir eventuell Schwierigkeiten bei der Jobsuche einbringen. Dabei würde ich gar keinen Job haben wollen, wo es Probleme wegen eines solchen Artikels geben könnte.

Aber wenn es um deinen Traumjob geht, siehst du das vielleicht anders.

Wenn mir da so was in die Quere kommen könnte, wäre es nicht mein Traumjob. Ganz einfach.

Samstag erschien der Artikel, und seit gestern stimmt die Altersangabe, die darin steht, nicht mehr. Leider musste ich gestern ein Referat halten, weil die letzten beiden Termine der Veranstaltung „Demokratietheorien“ falsch eingetragen worden waren und ich es nicht rechtzeitig gemerkt habe. Aber immerhin habe ich viele tolle Geschenke bekommen. Die Liste ist nicht ganz vollständig, z.B., weil meine Oma das Paket erst nächste Woche losschickt, aber trotzdem möchte ich das bis jetzt Erhaltene hier aufzählen:

– eine Eismaschine

– zwei Tafeln Schokolade, eine davon riesengroß

– Geld (das ist sehr gut, weil ich diesen Monat die Studiengebühren fürs nächste Semester bezahlen muss, grr)

– einen Thalia-Gutschein

– einen Amazon-Gutschein

– das “Genial-daneben”-Spiel

– drei Bücher (darunter “Die Sauerei geht weiter” von Jörg Nießen und “Volkscomputer” von Brian Bagnall)

Ich finde alle Geschenke wirklich super, aber mir gingen die Augen total auf, als ich entdeckte, was sich noch unter den drei Büchern befand, die mir meine Eltern geschenkt haben: der zweite Fotoband von Farin Urlaub. Australien und Osttimor. Und ich hab nicht nur den sauteuren Band gekriegt, nein, er ist auch noch handsigniert. Selten habe ich mich so über ein Geschenk gefreut. Ich bin gerade dabei, es durchzugehen, und die Bilder sind wirklich atemberaubend. Den Amazon-Gutschein habe ich übrigens schon eingelöst – die Tora und der Babylonische Talmud sind auf dem Weg zu mir.

“Die Sauerei geht weiter” kann ich sehr empfehlen. Ich habe es gestern sehr schnell durchgelesen, weil die Geschichten des als Feuerwehrmann und Rettungsassistent arbeitenden Autors so amüsant waren. Mit “Volkscomputer”, einem Buch über die Firma Commodore, habe ich heute im Wartezimmer meines Hausarztes angefangen, und es ist auch sehr interessant.

Apropos Arzt – ich bin dort heute lieber mal hingegangen, weil mich das komische Drücken in der Brust, das mich schon vor einigen Wochen quälte, die ganze letzte Nacht nicht schlafen ließ. Als heute Morgen um sieben wegen eines Friseurtermins der Wecker klingelte, wäre ich am liebsten im Bett liegengeblieben, so fertig war ich. Ich habe es dennoch hingeschafft, aber nur, weil mich der tollste Mann der Welt gefahren hat. Auf dem Friseurstuhl wäre ich dann fast eingeschlafen. Das Brustdrücken ließ mich immerhin für den Rest des Tages in Ruhe. Bis auf eine kleine Episode, als ich in die mir verhasste Juristenbibliothek musste, um einen wichtigen wissenschaftlichen Aufsatz zu kopieren. Ich mag die Juristenbibliothek nicht, weil ich, als ich das letzte Mal da war und ein Spiel auf meines Freundes Laptop spielte, bei dem man ziemlich viel klicken muss, von einer blöden Jurastudentin angequatscht worden, ich solle doch bitte damit aufhören. Als ich heute was tippen musste, wurde ich zwar ein paar Mal blöd angeguckt, aber in Ruhe gelassen. Vielleicht hängt es auch an der Zeit, zu der man hingeht – die Leute, die einen Sonntagnachmittag in der Bibliothek der juristischen Fakultät einer Universität verbringen, sind wohl einfach nicht so locker drauf.

Ich fühlte mich unwohl, als ich heute in der Juristenbibliothek saß. Vor einiger Zeit habe ich mal in einem Studienführer einen Artikel über unterschiedliche Fächerkulturen gelesen. Und es scheint was dran zu sein. Vom Aussehen her passte ich mit meinen knallroten Haaren und den Schlabberklamotten jedenfalls gar nicht zu all den adrett gekleideten und, falls männlich, vollgegelten Wesen, die durch die Bibliothek stromerten. Bin aber auch irgendwie stolz drauf.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 20

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http://taz.de/Schoenheitssalon-Monaco-Princesse/!112991/

Im Teaser des taz.de-Artikels steht: “Die Kritik daran ist groß”. Das kann ich mir gut vorstellen. Es fängt damit an, dass der Schönheitssalon von oben bis unten pink ist. Selbst wenn es das ist, was die Zielgruppe mag (was man ja auch hinterfragen kann) – davon bekommt man ja Augenkrebs. Aber wenn das das geringste Problem wäre… Julias Vater war der einzig Intelligente, der im Artikel auftauchte. Er wollte da raus. Ich hoffe, er setzt sich irgendwann gegen seine Partnerin durch, die die kleine Julia zu einer verdammten Prinzessin heranzüchten möchte. Ich habe ja nichts dagegen, wenn sich Frauen aufstylen, aber der Salon richtet sich an Mädchen ab fünf Jahren. Meine Mutter hat mir kein bisschen Schminke erlaubt, als ich ein Kind war, und jetzt verstehe ich das durchaus. Ich finde dieses Geschäftskonzept aus zwei Gründen fürchterlich:

1.) Kinder sollten in dem Alter spielen und toben können.

2.) Es ist einfach falsch, Mädchen auf Schönheit und Oberflächlichkeit zu trimmen. (Das gilt für Jungs natürlich genauso.)

Ich will die ganzen Mütter gar nicht kennen, die laut der Salonbesitzerin zuhauf in den Laden rennen, um ihre Töchter zu verziehen. Wenn ich lese, was Patricia und ihre fünf- und siebenjährigen Töchter da verzapfen, wird mir übel. Solche Mütter sollten keine Kinder erziehen dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 6

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http://www.taz.de/Twitterverbot-bei-den-Gruenen/!78690/

Ich muss gestehen, dass mich diese Nachricht etwas überrascht hat. Bei den Grünen hätte ich ein solches Vorgehen nicht unbedingt vermutet. Tja, man lernt eben nie aus.

In Hessen wurde der Vizepräsident einer grünen Kreistagsfraktion vor die Wahl gestellt: Entweder hört er auf, Tweets zu posten, die nicht der Fraktionsmeinung entsprechen, oder er muss seinen Posten verlassen. Daniel Mack hat Letzteres getan, hätte ich auch.

Es spricht nicht gerade für eine Partei, wenn sie Meinungen ihrer Mitglieder zensieren will. Ich verurteile das aufs Schärfste. Es gibt hier in Deutschland immer noch den Paragraf 5 des Grundgesetzes, aber einige hessischen Grünen haben das offenbar vergessen. Maybrit Illner beschrieb in ihrem Buch „Politiker/Deutsch – Deutsch-Politiker“ den Fraktionszwang recht gut: als Erfindung des lieben Gottes, damit sich ein Abgeordneter nicht so sehr mit seinem Gewissen plagen muss. Dabei lebt eine Partei doch gerade davon, dass viele Leute zusammenkommen, die eventuell unterschiedliche Meinungen haben. Und es ist ein Armutszeugnis für die örtlichen Grünen, dass sie Herrn Mack daran hindern wollten, sich auf Twitter frei zu äußern.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 2

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http://www.taz.de/1/leben/koepfe/artikel/1/guttenberg-will-offenbar-auswandern/

Unser ehemaliger Verteidigungsminister möchte ein Sabbatical machen. Er hat beschlossen, dass er hier kein Bein mehr auf die Erde kriegt und will deswegen mit seiner unsäglichen Frau und den Kindern eine Weile ins Ausland verschwinden. Auf Englisch würde man dazu übrigens „to take French leave“ sagen, für alle Frankreichhasser unter uns.

Ich weiß nicht, ob er noch Chancen in der Politik hätte, nach dem Mist, den er verzapft hat. Interessant wird jedenfalls, ob man sich nach den mindestens zwei geplanten Rückzugsjahren noch an ihn erinnert. Vielleicht ja – er war schließlich eine bedeutungsvolle Persönlichkeit, die Engländer sagen dazu schön doppelbödig „a memorable experience“. (Ja, ich habe vor fünf Tagen meine schriftliche Englisch-Abschlussprüfung hinter mich gebracht.) Erst war er ein als total charismatisch gehandelter Politiker und auf die Nachricht, dass er seine Doktorarbeit total selbst zusammenkopiert hat, folgte der Absturz. Absurderweise feierten ihn die Kommunisten dafür, weil er angeblich den „kapitalistischen Begriff geistigen Eigentums außer Kraft gesetzt hat“ oder so.

Quelle: engl. Wikipedia

Würde ich an seiner Stelle ins Ausland abdampfen? Wahrscheinlich schon, aber ich bin (das gebe ich gern zu) eine total empfindliche Tussi. Das ist jedenfalls das erste Mal, dass ich bewusst mitkriege, dass ein Mist gebaut habender Politiker ins Ausland abdampfen will. Dabei sind Leute, die schon viel Schlimmeres gemacht haben, in seiner Partei immer noch relativ groß geworden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Wiesheu

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Haltung bewahren

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Ich will hier mal was erzählen über meine Haltung.

Meine Haltung ist folgende: Ich bin gegen Atomkraft, weil sie meiner Meinung nach die Umwelt verpestet. Nazis haben meines Erachtens einen Riesenknack in der Birne, ich bin für die Verbesserung des Fernsehens, gegen ein Verbot von Ballerspielen und ganz bestimmt nicht konservativ. Studiengänge sind viel zu straff organisiert und die Bildzeitung würde ich nicht mal als Klopapierersatz kaufen, weil das meinen Hintern beleidigen würde.

Und ich bin der Meinung, dass es viel zu viel Homophobie auf der Welt gibt.

Warum, ist sicher verständlich – besonders, wenn man daran denkt, dass ich bisexuell bin. Selbst wenn ich es nicht wäre, würde ich gar nicht so viel fressen können, wie ich kotzen möchte, wenn ich Leute wie meinen Lehrer treffe.

Er macht Witze über unseren schwulen Außenminister, ist gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und heute bezeichnete er den auf Männer stehenden Dirk Bach als „Homo-Monster“. In meinen Augen ist er relativ homophob. (Falls das jemand anders sieht, bitte bei mir melden.) Und das ist eine der wenigen Sachen, die ich partout nicht abkann.

Ich hab mich im Unterricht echt zusammenreißen müssen, um nicht an die Decke zu gehen. Bin ich zu empfindlich? Springe ich zu schnell an? Wegen einer Sache, die mir wichtig ist? Weil ich selbst davon betroffen bin? Ich weiß es nicht.

Jedenfalls macht mich die Sache unheimlich fertig und ich habe keine Ahnung, was ich unternehmen soll. Mein Lehrer zieht mich pausenlos auf…

Langsam werde ich paranoid. Ich habe schon so viele schlechte Erfahrungen damit gesammelt, dass ich nicht mehr aufhören kann, daran zu denken. Es ist ja fast so, als würde ich jetzt erst feststellen, dass ich bisexuell bin.

Ich bin auch niemand, der pausenlos mit dieser Tatsache hausieren geht – das dürfen wir Nicht-Heteros uns ja gerne mal vorwerfen lassen. Deswegen habe ich es nur meinem Freund und meinen Freunden erzählt, weil ich weiß, das die mich verstehen. Meine Eltern wissen es nicht. Meine mich mitversorgenden Großeltern wissen es nicht. Werde ich es ihnen je erzählen? Oder wirft das nur ein schlechtes Licht auf mich, weil ich dann ja wieder meinen Freund betrüge und so? Und abnormal bin?

Eine meiner Bekannten verwendet gerne ein Zitat: Versucht, die Welt ein bisschen besser zu verlassen, als ihr sie vorgefunden habt. Ich versuche jedenfalls, Intoleranz in die Schranken zu weisen. Und ich hoffe, das viele andere das auch tun.

bit.ly/9FAZrw

http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/hass-aus-der-mitte-der-partei/

http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/tolerant-gegen-die-intoleranz/

http://www.noz.de/deutschland-und-welt/vermischtes/39880337/schwule-emanzipation-am-ende

http://www.sueddeutsche.de/politik/indien-homosexualität-nach-jahren-legal-1.80322

Mit hoffnungsvollen Grüßen

Die Kitschautorin