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Wahlen

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Ich war von Donnerstag bis Samstag bei meinen Großeltern. Viel kann ich nicht darüber erzählen. Es war ganz schön. Bis auf die Bauchschmerzen aufgrund des vielen leckeren Essens. Gehört bei einem solchen Besuch wohl dazu.

Mein Freund und ich wollten eigentlich noch einen Tag länger bleiben. Das ging aber nicht, weil ich gestern Wahlhelferin war. In meiner Heimatstadt gab es eine Stichwahl zwischen zwei Bürgermeister-Kandidaten. Leider hat nicht der gewonnen, den ich gewählt hätte.

Als Wahlurne diente eine schwarze Mülltonne mit rotem Deckel, was bei den Wählern für so einige Kalauer sorgte (die Kandidaten gehören der CDU bzw. der SPD an). Eine nette ältere Dame hatte uns irgendwann am Vormittag eine Tafel Alpenmilch-Schokolade mitgebracht. Das Wahllokal, in dem ich dem Wahlhelfer-Ehrenamt nachging, war in einer Grundschulklasse untergebracht. An den Türen zu den Fluren mit den Klassenräumen waren interessante Schilder angebracht: ein kleiner Drache, der die Eltern der Kiddies darüber informierte, dass sie den Weg ab da auch alleine schaffen. (Der Link zum Foto folgt auf Twitter.) Als der Wahlvorsteher das Ergebnis durchgeben wollte, gab es Probleme, weil das Computerprogramm seiner Gesprächspartnerin behauptete, die Zahlen würden nicht passen. Die Schriftführerin hat dann noch mal mit der Frau telefoniert, ihr genau die gleichen Zahlen gesagt – und es ging. Vermutlich verstehen sich Frauen untereinander doch besser. Smiley mit geöffnetem Mund

Auch wenn in der Stadt, in der ich wohne, nicht mein Wunschkandidat gewonnen hat, so gab es doch eine Wahl, die so ausging, wie ich es wollte: Stichwahl des Landrats im Landkreis der größten Stadt Mecklenburg-Vorpommerns. Und so fällt mir doch noch eine Geschichte über den Besuch bei meinen Großeltern ein: Ich hatte den Wahlbrief dorthin mitgenommen, weil ich mir nicht sicher war, ob er über den normalen Postweg noch rechtzeitig ankommt. Als ich meinem Opa davon erzählte, schnappte er sich den Umschlag und lief dem Briefträger hinterher, der nur wenige Minuten zuvor am Haus gewesen war. Und so kam meine Stimme rechtzeitig an. Smiley mit geöffnetem Mund

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Nach dem Rechten sehen

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Wahlen sind eine der wenigen Möglichkeiten, die man als Bürger hierzulande noch hat, wenn es darum geht, mitzugestalten, und ich nehme diese Möglichkeit gerne wahr. Deswegen habe ich heute per Brief gewählt. Als ich den Umschlag mit den angeforderten Unterlagen öffnete, war ich erst mal total überfordert. So viele bunte Zettel und Umschläge! Aber als ich die Anleitung gefunden hatte, ging alles ganz leicht. Zusätzlich zum Bundestag durfte ich auch einen Landrat wählen. Da ich keine Ahnung hatte, dass diese Wahl angesetzt war, wusste ich auch zunächst nicht, wen ich wählen sollte, und habe erst mal alle Kandidaten gegoogelt. Bei den meisten habe ich nicht mal herausfinden können, wofür sie eigentlich stehen. Aber ich habe dann doch jemanden gefunden.

Wählen ist bekanntlich wie Zähneputzen: Wenn man’s nicht macht, wird’s braun. Leider gibt es Leute, bei denen es quasi so oder so braun wird. Und sie hängen fleißig Wahlplakate auf. Ich möchte mich am liebsten übergeben, wenn ich diese menschenverachtenden NPD-Wahlplakate sehe. (Unverständlich auch die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Kassel, dass die Teile nicht den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllen: http://www.publikative.org/2013/09/15/kz-gedenkstaette-erstattet-anzeige-gegen-npd/) Ich freue mich immer, wenn sie verschwinden. Vor der Grundschule, in die mein Freund vor Ewigkeiten mal gegangen ist, hingen zwei Teile, die sind jetzt weg. Ich freue mich auch sehr über kreative Aktionen gegen NPD-Wahlplakate. Eine besonders schöne Idee findet man hier:

http://www.kaputtmutterfischwerk.de/?p=4157

In der Stadt meines besten Freundes gab es diese tolle Aktion:

http://www.ruhrbarone.de/giessen-meine-oma-mag-auch-sinti-und-roma/

Wo ich gerade von meinem besten Freund sprach: Übernächstes Wochenende werde ich es zum ersten Mal seit seinem Umzug schaffen, ihn zu besuchen. (Bin gespannt, wie es sein wird. Ich war noch nie in Hessen.) Ich werde sieben Stunden lang mit Bummelzug dorthin unterwegs sein, weil mein Geld etwas zu knapp für den Fernzug war. Den werde ich dann nutzen, wenn ich mich am Tag der deutschen Einheit Richtung Großeltern aufmache. Der Tag der deutschen Einheit ist sehr wichtig für mich, weil ich ohne Wiedervereinigung vermutlich nie in Westdeutschland gelebt hätte. Ich bin schon unzählige Male über die ehemalige innerdeutsche Grenze gefahren. Wenn man die A20 nimmt, erkennt man immerhin noch an einem Schild, dass man die Grenze überquert. An der Bahnstrecke Hamburg-Rostock weist nichts darauf hin. Man erkennt nur allmählich an den verlassenen LPG-Gebäuden und den Plattenbauten, dass man bereits im Osten angekommen ist. Neulich gab es im NDR einen interessanten Bericht über den Bahn-Grenzverkehr auf der Strecke, die ich schon öfters befahren habe:

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/nordmagazin/media/nordmagazin18881.html

Auf langen Fahrten ist Musik besonders gut. Heute kam das neue Album einer meiner Lieblingsbands heraus. Früher hat mein bester Freund immer für mich Musik geladen, weil er schon ein musicload-Konto hatte. Ich habe die Musik jetzt über Amazon geladen. Ging schnell und gut. Das neue Album von Placebo gefällt mir. Ich denke, dass man beim mittlerweile fast 41jährigen Brian Molko von einer in Würde gealterten Stimme sprechen kann. “Rob the bank” mochte ich wegen des etwas abgedrehten Textes nicht so sehr, aber insgesamt bereue ich es nicht, die 9,89 Euro ausgegeben zu haben.

Morgen wird es hier wieder einen neuen Kurzgeschichtenteil geben. Bis dahin:

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin