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Krümelmonster, Teil 16

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As they drag me to my feet
I was filled with incoherence
Theories of conspiracy
The whole world wants my disappearance
I’ll go fighting nail and teeth
You’ve never seen such perseverance
Gonna make you scared of me
’cause haemoglobin is the key
Haemoglobin is the key
To a healthy heartbeat

Wo war ich? Ich lag an einem mir unbekannten Ort. Nachdem ich mühsam meine Augen geöffnet hatte, erkannte ich, dass mir eine Lampe ins Auge schien. Es war die Flurlampe vom Wohnheim. Ich lag neben der Zimmertür und über mir befanden sich einige Gesichter. Wer war das? Nach und nach erkannte ich drei Personen. Es waren Lea, Hannes und ein Mensch, den ich einfach nicht wiedererkennen wollte. Wahrscheinlich kannte ich ihn gar nicht. Ich fühlte mich total schwach und der Schweiß stand mir auf der Stirn. Als ich endlich einige Worte sagte, kamen sie wie ein Flüstern heraus:
„Hannes? Wer… wo bin ich? Was ist passiert?“
„Du bist einfach umgekippt“, berichtete Lea.
„Du hast wahrscheinlich seit ein paar Tagen nichts mehr getrunken“, informierte mich der unbekannte Mensch. Worauf Hannes rief: „Ich hab dich wiederbelebt.“ Der andere Typ schaute ihn an. Ziemlich lange, soweit ich das erkennen konnte.
„Was machst du denn für Sachen? Es reicht doch, wenn eine von uns in Ohnmacht fällt“, sagte Lea.
Da fiel es mir auf. Ich hatte tatsächlich vergessen, etwas zu trinken. Seit dem Mittagessen mit Anna in der Unimensa von vor zwei Tagen hatte ich nichts mehr getrunken. Omas Tee, den sie mir hingestellt hatte, hatte ich in der Aufregung nicht angerührt. Oh Mann. Dabei wusste ich doch, dass so etwas zweifellos zur Bewusstlosigkeit führte. Hatte ich das nicht sogar in der Bioprüfung beim Abi gehabt?
„Du brauchst jetzt auf jeden Fall Flüssigkeit, sonst wird es erst richtig gefährlich für dich“, erklärte der unbekannte Typ.
Ich nickte vorsichtig mit dem Kopf. Da stand Hannes auf. „Das übernehme ich. Kannst du aufstehen, Sara?“
„Aber…“, wollte Lea protestieren. „Wir sollten…“
„Ich glaube schon…“
Vorsichtig erhob ich mich und dabei nahm Hannes mich in seine starken Arme. Er nahm mich mit in sein Zimmer, in dem ich erst vor zwei Tagen zu Gast gewesen war. Ich wurde in sein Bett gelegt und Hannes bediente sich an einem kleinen Kühlschrank, der in der Ecke stand.
Nach und nach flößte er mir etwas zu trinken ein. Ich konnte nicht erkennen, was es genau war, aber eine Flasche Cola bekam ich auch.
Dabei hielt Hannes mich immer noch im Arm und ich fühlte mich total komisch. Nicht nur körperlich gesehen.
Was machte ich hier? Hatte ich mir nicht vorgenommen, den Menschen zu ignorieren? Er hatte sich wie ein komplettes Arschloch verhalten und mir damit voll weh getan. Und jetzt lagen wir hier und er sorgte dafür, dass ich wieder auf den Damm kam und ich wusste absolut nicht, was ich davon halten sollte.
„Wie kannst du einfach vergessen, zu trinken? So etwas passiert doch nicht einfach“, wunderte er sich.
„Doch, das passiert. Siehst du ja“, murmelte ich. „Verschiedene Leute haben mein Leben so durcheinandergewirbelt, dass ich einfach nicht mehr wusste, was ich tun sollte.“ Das klang jetzt irgendwie pathetisch, aber es stimmte ja doch.
Schuldbewusst musterte Hannes seine Schuhspitzen. War er wirklich schuldbewusst? Ich wusste es nicht.
„Wenn mich eine Frau so aus der Bahn wirft“, antwortete er schließlich, „kann so etwas vorkommen. Ich wusste einfach nicht, was ich machen sollte, ich bin schließlich noch in einer Beziehung.“
Wie schräg klang das denn? Noch in einer Beziehung. So nüchtern und kalt, Beamtendeutsch irgendwie. Das nahm ich ihm nicht ab. Ich ließ meine Augen durchs Zimmer wandern und entdeckte unter anderem zwei Paar Highheels.
„Wusste gar nicht, dass du Highheels trägst“, bemerkte ich trocken. Ich richtete mich auf. Es schien mir langsam wieder besser zu gehen.
„Ähm… Die gehören Kati…“, stammelte er.
„Wo ist sie?“
„Ähm, die ist noch einkaufen…“
Um elf Uhr abends? Na sicher doch. Welche Läden gab es denn hier in der Nähe, die so spät noch auf hatten? Ich kannte keine.
„Welcher Markt hat denn so spät noch geöffnet?“
„Sie ist zum Hauptbahnhof gefahren, da in der Nähe gibt’s einen, der bis Mitternacht auf hat…“ Hannes guckte überall im Raum herum.
„Ach was. Hannes, sei mir nicht böse, aber ich möchte jetzt gerne zu meiner Schwester gehen.“
„Ach, das war deine Schwester?“ Das hatte er nicht gemerkt? Armleuchter.
Ich richtete mich auf, doch er hielt mich zurück. „Nein, nein, du bleibst schön hier liegen.“
Jetzt nahm er meine Hand und schaute mir tief in die Augen. Mir wurde ja fast erneut schwindelig. Diese grünen Augen…
„Sara, es tut mir wirklich sehr Leid, wie ich mich verhalten habe. Ich weiß, ich war ein kompletter Idiot, und mir ist die ganze Sache nur passiert, weil mich das mit dir unheimlich nervös macht. Ich wusste einfach nicht, wie ich mich entscheiden sollte, aber jetzt weiß ich, dass ich nur mit dir zusammen sein möchte. Ich habe mich in dich verliebt.“
Ich konnte nicht glauben, was ich da hörte. Ich konnte es einfach nicht glauben. Soeben hatte ich die erste Liebeserklärung meines Lebens bekommen. Noch nie hatte jemand solche Worte zu mir gesagt. Und ich wusste nicht, ob ich das wirklich glauben konnte, denn sie kamen aus dem Mund des Mannes, mit dem ich erst geschlafen hatte und der mich danach komplett ignoriert hatte. Was ging denn hier ab? Hatten sich die himmlischen Drehbuchschreiber mal wieder einen Spaß mit meinem Leben erlaubt?
„Ich würde gerne wissen, wie du darüber denkst“, riss Hannes mich aus meinen Gedanken. „Natürlich musst du dich nicht sofort entscheiden.“
Ruckartig schwang ich mich aus dem Bett. „Ich brauche noch einige Zeit, um mir über meine Gefühle klar zu werden. Ich möchte jetzt zu meiner Schwester gehen. Gute Nacht.“ Und weg war ich.
Vor meiner Tür unterhielten sich Lea und der mir unbekannte Mensch immer noch. Als sie mich bemerkten, drehten sie sich ruckartig um.
„Gute Besserung“, sagte der Typ noch, lächelte mich an und verschwand dann um die Ecke.
„Wer war das denn?“, wunderte sich Lea und zeigte dabei auf die Tür von 215.
Ich gähnte. „Erzähl ich dir morgen früh, okay? Ich bin jetzt echt total müde.“ Ich schloss die Zimmertür auf, ließ mich auf mein Bett fallen und war innerhalb weniger Minuten eingeschlafen.

Krümelmonster, Teil 15

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Drei Stunden später fuhr ich mit dem Zug wieder zurück. Mir ging es noch nicht richtig gut, aber bereits um einiges besser. Ich konnte es kaum glauben, dass ich mit meiner Oma über solche Dinge gesprochen hatte. Keine Ahnung, wie oft ich mich schon verknallt hatte, aber wenn das passiert war, hatte ich höchstens mit Anna und Aurélie darüber geredet. Ich war eigentlich der festen Meinung gewesen, dass mein Liebesleben meine Altvorderen nichts anging. Aber so schlimm hatte ich es jetzt gar nicht gefunden, mit meiner Oma über nichtsnutzige Kerle zu diskutieren. Lag das am Alter? Konnten wir uns langsam auf Augenhöhe begegnen? Ich wusste es nicht.

Jedenfalls kam ich um einiges befreiter und fünfzehn Minuten zu spät am Treffpunkt an. Anna saß bereits am Zaun vorm Haus und schlürfte einen Kaffee zum Mitnehmen. Die wurden auch immer moderner.

„Hi“, begrüßte ich sie. „Sorry, dass ich zu spät komme, aber ich bin noch spontan nach Hause gefahren.“

„Wieso das denn?“

„Mir war so danach. Nachdem Aurélie mich so angemacht hat, konnte ich einfach nicht mehr – da bin ich zum Bahnhof gelaufen.“

„Wie, sie hat dich angemacht?“, wollte Anna wissen. „Was ist denn nun schon wieder los?“

„Komm mit ins Haus“, forderte ich sie auf.

In meiner Bude setzte ich erst einmal Kakao auf, denn von all der Kälte da draußen war ich schon fast zur Eisprinzessin geworden. Mit der dampfenden Kanne und meinem Ich-bin-hier-der-Boss-Becher ließen wir uns am Tisch bei der Kochecke nieder.

„Nun, das war so“, eröffnete ich die Geschichte. „Ich war doch ziemlich durcheinander, weil Lea mit ’nem Baby im Krankenhaus liegt. Im Krankenhaus musste man doch sein Handy ausmachen und weil ich so durcheinander war, hab ich nicht mehr dran gedacht, es anzumachen. Und dann ist auch noch die Sache mit der CD passiert.“

„Welche CD?“

„Du weißt schon, diese CD, die ich in Paris gekauft hab, die mit den französischen Liedern“, erklärte ich ihr. Anna nickte.

„Nun, ich kam gestern Abend nach Hause und da lag diese CD in tausend Einzelteilen auf dem Bett und das Booklet war zerrupft. Und es stank permanent nach Kati.“

„Hä? Wieso das denn?“

„Na, Chanel Nummer fünf! Ihr Lieblingsparfüm. Das kann nur sie gewesen sein!“

„Aber wie kam die denn in dein Zimmer?“ Das verstand Anna nicht und ich genauso wenig. „Keine Ahnung. Aber das schafft die bestimmt irgendwie. Da muss sie nur vom Hausmeister den Pulli hochziehen und schwupps, gibt er ihr den Ersatzschlüssel.“

„Ich hab’s ja geahnt, als du mir erzählt hast, dass du mit Hannes geschlafen hast“, rief Anna. „Hättest du mal…“

„Ich brauch jetzt kein ‚Hättest du’!“, brauste ich auf. „Ich weiß selber, dass ich totalen Scheiß gebaut hab. Nie im Leben hätte ich meine Jungfräulichkeit an so einen Typen verschwenden sollen! Er ignoriert mich einfach.“

Lauernd fragte Anna: „Tut weh, was?“

„Ja, es tut weh. Aber ich hab mich einfach mitreißen lassen! Es tat so weh, als er gestern mit Kati im Café saß und den anderen Mädels hinterhergeguckt hat. Ich werde ihn wohl einfach ignorieren müssen.“

„Das ist wohl das Beste, was du im Augenblick tun kannst“, stimmte Anna zu. „Aber was war denn jetzt mit Aurélie?“

„Naja, ich war da doch gestern am Arbeiten und da brauste Aurélie auf einmal auf mich zu und brüllte mir ins Gesicht, was Freddy doch für ein Idiot wäre und dass ich so egoistisch sei und ihr nicht helfen wollte. Da hab ich zurückgekeift, was sie sich eigentlich einbilden würde und dass sie nicht der Nabel der Welt sei, und bin gegangen.“

„Au Backe.“ Da lehnte sich Anna zurück und rieb sich die Stirn. „Jetzt ist sie total eingeschnappt. Die war ja vorher schon auf hundertachtzig.“

„Ich weiß.“

„Jetzt brauchen wir dringend eine Lösung“, stellte meine beste Freundin fest und sprang auf. Sie setzte sich auf mein Bett.

„Ach was. Da wäre ich von alleine ja nicht drauf gekommen“, versetzte ich. Nachdem ich die Kakaokanne geleert hatte, setzte ich mich Anna gegenüber auf meinen Schreibtischstuhl.

Sie überlegte. „Warum genau läuft denn bei den beiden zur Zeit alles so schief?“

„Aurélie klammert sich voll an Freddy und er versucht, das mit fadenscheinigen Begründungen zu umgehen. Also denkt Aurélie, dass es daran liegt, dass er sie nicht mehr attraktiv findet und ergreift total schwachsinnige Maßnahmen, wie zum Beispiel das Blondieren ihrer Haare.“

„Ein überaus scharfsinniger Kurzabriss“, lobte Anna mich. Ich verbeugte mich.

„Irgendwie müssen wir die beiden zum Reden bringen“, meinte ich.

„Ja, aber wie?“, fragte Anna. „Die beiden schreien sich ja an, wenn sie sich nur sehen.“

Ich antwortete: „Das müssen wir irgendwie verhindern, sonst sprechen die sich ja nie aus. Eigentlich müssten wir unsere Freunde mal zusammen einschließen.“

„Hey, du bringst mich da auf eine Idee“, erwiderte Anna plötzlich mit einem verschlagenen Grinsen.

 

Ein paar Momente später hatten wir den perfekten Plan entwickelt. Wir würden unsere guten Freunde Aurélie und Freddy mal zu einem DVD-Abend einladen. Natürlich ohne das Wissen des jeweils anderen Partners.

Da Anna noch etwas für die Uni lernen musste, verabschiedete sie sich irgendwann gegen halb elf. Danach saß ich auch noch am Schreibtisch und ging die Vorlesungsunterlagen durch. Doch statt mich mit Staatsphilosophie zu befassen, schwirrten mir tausend andere Gedanken durch den Kopf.

War es leicht, einen anderen Menschen zu ignorieren? Ich besaß wahrscheinlich nicht die geistige Reife, das zu tun. Wie war es eigentlich dazu gekommen, dass ich so sehr im Rausch der Gefühle war, dass ich mit einem Mann schlief, mit dem ich kaum drei Sätze gewechselt hatte? So etwas hätte ich doch sonst nie getan. Das war Magie, sagten die Leute häufig. Etwas anderes konnte es auch kaum gewesen sein, denn ich war wie verhext. Meine Empfindungen waren wie durcheinandergewirbelt. Was empfand ich denn? War es Liebe? Verknalltheit? Sexuelle Anziehung? Oder alles zusammen? Ich vermochte es nicht zu sagen.

Von irgendwoher ertönten Geräusche. Hörte sich an wie ein Film. Das kam von nebenan! Aus 215!

Ich presste mein Ohr an die Wand. Ein Gespräch zwischen Mann und Frau. Sie schienen zu streiten und dann fing die Frau an zu weinen, der Mann wollte sie trösten. Leider verstand ich den Wortlaut des Gesprächs nicht.

Und so etwas sah Hannes sich an? Nein, er bestimmt nicht. Bestimmt hing Kati wieder bei ihm rum und sah sich so einen schnulzigen Liebesfilm an, in dem die Frauen immer Schuhe kauften und die Männer immer Fußball sahen, und währenddessen saß Hannes mit dem Laptop auf dem Bett und spielte Computerspiele.

Na super, so toll klappte das mit dem Ignorieren! Wie sollte man auch jemandem aus dem Weg gehen, der neben einem wohnte??? Das hatten all die schlauen Leute, die mir Ratschläge erteilen wollten, gar nicht bedacht!

Ich rief Anna an. Es dauerte eine Weile, bis sie ranging, ich mutmaßte, dass sie bereits im Bett gelegen hatte. Doch als sie sich meldete, klang sie hellwach.

„Hallo, Sara, was gibt’s?“

„Na ja… ähm… ich wollte fragen, ob ich morgen bei euch übernachten kann… aber das muss auch nicht! Ich wollte nur fragen…“

Anna lachte. „Na klar kannst du hier schlafen! Wieso bestehst du denn auf einmal darauf?“

„Na ja… Mir gefällt es hier grad irgendwie nicht mehr…“

„Wieso das denn?“ Doch da verstand Anna von alleine. „Ach so. Na gut, dann meld dich mal bei mir, wenn du vor der Tür stehst. Okay?“

„Ja, mach ich. Bye.“

„Bye.“ Ich legte auf.

Im selben Moment klingelte es an der Tür. Nicht an der Haustür, sondern an meiner Zimmertür. Komisch, das hatte noch nie jemand gemacht. Ich rappelte mich von meinem Liegeplatz neben der Wand auf und mir wurde auf einmal richtig schwindelig. Ich musste mich an der nächsten greifbaren Ecke festhalten. Klar, so etwas geschah schnell, wenn man zu schnell aufstand, das wusste ich. Benommen lief ich zur Tür und machte auf.

Vor der Tür stand Lea. „Hey, Sara, ich wurde aus dem Krankenhaus entlassen. Was ist los? Warum bist du denn so blass? Sara?“

Geschützt: Homophobia is gay

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Geschützt: Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 24

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Wo ist die Liebe hin?, Teil 8

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Der Stress nahm wirklich kein Ende. Ich fragte mich, was ich eigentlich verbrochen hatte, dass die da oben im Himmel – vorausgesetzt, es gab sie wirklich – mich derartig straften. Erst musste ich alle Abiturprüfungen innerhalb von einer Woche ablegen, dann verliebten sich zwei meiner Freunde ineinander und kamen miteinander auf keinen grünen Zweig, und dann zoffte sich meine Familie so häufig, dass es nicht mehr auszuhalten war. Wenn wenigstens das ultimative klärende Gespräch nicht heute stattfinden würde, dachte ich, als ich vor dem Haus mit den weißen Wänden stand, das meinen Eltern gehörte. Ich wusste, es würde unangenehm werden. Lea und ich würden uns anhören müssen, warum wir urplötzlich ausgezogen waren. Auf jeden Fall würde es stark auf meine gebeutelte Stimmung drücken.

Obwohl ich wusste, dass das Gespräch irgendwann einmal sein musste, betrat ich nur widerwillig das Haus.

Meine Familie wartete bereits. Jeder von ihnen sah aus, als wäre er gerade lieber ganz woanders. Ich wusste, dass Lea von ihrem Freund hierher gebracht worden war. Das war vermutlich auch der Grund, warum sie sehnsüchtig aus dem Fenster starrte. Papa bewegte seine Hände unruhig hin und her. Bestimmt vermisste er seine Zeitung, hinter die er sich so gerne rettete. Oma hatte die Arme verschränkt und auch Mama sah nicht gerade glücklich aus.

„Hallo, Sara“, begrüßte mich Papa. „So, äh, dann sind wir ja alle da.“

„Ich möchte, dass jetzt jeder nacheinander sagt, was ihn an der Situation stört, und was er sich wünscht. Damit wir uns endlich besser verstehen“, sagte Mama. „Wer fängt an?“

Betretenes Schweigen.

„Gut, dann fange ich halt an“, seufzte Mama. „Als ich vor einem Jahr wieder angefangen habe zu arbeiten, war es nicht leicht. Aber schließlich haben wir uns doch geeinigt. Wir haben gesagt, dass jeder hier seine Aufgaben hat und wie wir das mit dem Essen regeln und so weiter. Aber irgendwie hält sich keiner mehr daran. Das finde ich nicht gut.“

Sie wandte sich an Oma. „Es kann sein, dass ich mich, seit ich arbeite, mich ab und zu verzettele. Vielleicht muss ich noch lernen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Aber ich erwarte von dir – wie auch von allen anderen –, dass du mir dabei hilfst.“

Als Nächstes wollte Oma sprechen. Ich hatte gedacht, sie würde ihre Redezeit nutzen, um lauter Vorwürfe gegen ihre Schwiegertochter und den Rest der hier Anwesenden zu erheben, aber das tat sie nicht. Sie bemühte sich um einen ruhigen und sachlichen Ton.

„Mir gefällt der Gedanke nicht, dass du“ – sie sah Mama an – „in deiner Praxis arbeitest und wir müssen uns hier um alles alleine kümmern. Ich gebe ja zu, dass ich vielleicht etwas neidisch bin, weil mir damals einige Möglichkeiten genommen wurden. Aber zum Teil müssen wir ja auch unheimlich viel machen. Ich sitze zum Beispiel jeden Tag mit dem Kleinen in der Küche und mache die Hausaufgaben. Das nimmt eine unglaubliche Menge an Zeit weg. Ich mach das, wenn’s sein muss, aber ich möchte auch, dass hier gewisse Regeln eingehalten werden. Damit ich nicht schon wieder auf meinen Fernsehabend verzichten muss, nur weil sich irgendjemand aus dem Staub macht.“ Jetzt sah sie Lea und mich an.

Ich wollte unbedingt etwas dazu sagen.

„Das haben wir ja nur gemacht, damit ihr endlich aufhört, euch zu streiten. Natürlich haben wir uns da falsch verhalten, aber Lea und ich wussten uns einfach nicht anders zu helfen. Ich wünsche mir jedenfalls nur, dass wir uns wieder besser verstehen, und ich bin auch bereit, mich dafür wieder mehr um den Haushalt zu kümmern. Wenn das bedeutet, dass ich auch mal meine Ruhe habe.“

„Wie siehst du das, Lea?“, fragte Papa.

„Also, ich habe dem, was meine Schwester gesagt hat, nichts mehr hinzuzufügen“, antwortete sie, verschränkte die Arme und lehnte sich im Stuhl zurück.

„Tja. Und was machen wir jetzt?“

Papas Frage hing schwer wie Blei in der Luft. Was sollten wir jetzt machen? Das fragten wir uns alle. Doch niemand von uns hatte eine Antwort.

„Das mit dem Plan“, wagte Mama einen Anfang, „war doch eine gute Idee. Doch der beste Plan bringt nichts, wenn man sich nicht an ihn hält.“

Beiläufiges Nicken.

„Vielleicht haben wir noch nicht gut genug geplant“, warf Lea ein. „Das mit Saras Abitur zum Beispiel. Das haben wir gar nicht berücksichtigt. Oder dass Papa immer sehr lange arbeitet.“

„Stimmt“, antwortete Mama nachdenklich. Einen Augenblick lang waren wir alle sehr nachdenklich. Ich schätze, jeder brütete fieberhaft an der Super-Idee, mit der auf einen Schlag alle unsere Probleme gelöst wären.

Dann hatte ich ein paar gute Ideen.

Eine Stunde später stand der Plan. Mehr oder weniger jedenfalls.

Im Wesentlichen bestand er daraus, dass Oma mehr Zeit für ihre eigenen Aktivitäten hatte, damit sie sich nicht mehr so unzufrieden fühlte. Ab sofort sollte Lea Paul von der Schule abholen und mit ihm Hausaufgaben machen. Das Abendessen sollte Papa zubereiten. Außerdem würden wir, so oft es ging, etwas mit Paul unternehmen.

„So gefällt die Planung mir richtig gut“, sagte Mama zufrieden. „Wenn alles vernünftig eingehalten wird, hat jeder genug Zeit für sich. Und alle sind glücklich. Jetzt kann ich endlich meinen Tai-Chi-Kurs an der Volkshochschule machen.“

„Muss das sein?“, nölte Lea.

„Monika“, entfuhr es Papa und Oma gleichzeitig.

Ich verzog mich, ich musste noch meinen Job kündigen. Für den hatte ich jetzt nämlich keine Zeit mehr – und irgendwie auch keine Lust.

Als Lea und ich festgestellt hatten, dass sich unsere familiäre Lage beruhigt hatte – sprich: wir uns nicht mehr pausenlos zofften –, waren wir bereit, wieder zu Hause zu wohnen. Endlich wieder komfortabel leben und sich nicht mehr um jeden Cent abstrampeln müssen. Ich war glücklich.

Wenn da nur nicht das Problem mit Freddy und Aurélie gewesen wäre. Es mag sich wie ein dummes Klischee anhören, aber ich verbrachte einige schlaflose Nächte damit, darüber nachzudenken, wie wir die verfahrene Situation nur lösen könnten. Es war, als wären wir in einem Stau und kämen nicht vorwärts. Es sah so aus, als wären wir falsch herum in eine Einbahnstraße gefahren und kämen mit dem Konsequenzen, dem Unfall, wenn man so will, nicht zurecht.

Doch irgendwann wusste ich, dass mir all die Straßenverkehr-Vergleiche nichts brachten. Es musste eine Lösung her.

Alleine mit mir konnte ich es nicht mehr ausmachen. Und deswegen verabredete ich mich wieder am Platz des 20. Juli, diesmal war statt Aurélie aber Lea dabei. Ich dachte mir, vielleicht wäre es ganz klug, jemand Außenstehenden einzuweihen. Mal abgesehen davon, war Lea von uns mit Abstand die Erfahrenste in Liebesdingen.

Nachdem wir ihr alles lang und breit erklärt hatten, war aber auch sie erst einmal ratlos. Na toll.

„Das hat Freddy ja toll gemacht“, regte Lea sich auf. „Wieso musste er auch mit dieser Tussi rummachen? Da war das ja klar.“

„Er hat nicht mit ihr rumgemacht, er hat lediglich den ganzen Abend eng mit ihr getanzt und Aurélie dabei ignoriert“, stellte Anna richtig.

„Das ist in dem Fall jawohl egal“, gab ich zu bedenken. „Die Wirkung war jedenfalls die gleiche.

„Jaa, ihr habt ja Recht.“ Seufzend guckte Anna auf ihr Handy und danach in die Ferne. Vermutlich in die Richtung, wo die Pommesbude lag.

Ich schaute nach oben und sah direkt ins Gesicht der Stauffenberg-Statue. Trotz seiner Augenklappe wirkte der Typ so verdammt selbstsicher, als wüsste er genau, was er tat. Wir wussten leider überhaupt nicht, was wir tun sollten, und waren ziemlich verzweifelt. Auch wenn unser Problem garantiert nicht so schlimm war wie das von Stauffenberg. Trotzdem musste es gelöst werden.

„Na toll“, hielt ich fest. „Freddy und Aurélie lieben sich, kriegen es aber einfach nicht hin, auch nur einen Schritt aufeinander zuzugehen. Irgendwas müssen wir doch tun.“

„Ach, auch schon gemerkt?“, maulte Anna. „Mal was anderes, habt ihr das mit dieser Abiballband jetzt eigentlich hinbekommen?“

„Ja. Aber wie kann dich das jetzt interessieren?“

Anna stöhnte.

„Wir müssen uns ablenken“, bestimmte Lea. „Wie wäre es mit einem Singstar-Abend?“

„Na, wenn du meinst. Beim letzten Mal war es doch ganz lustig… Moment mal, ich hab’s!“

Verwundert starrten Lea und ich Anna an. „Wie meinst du das?“

„Na, ich hab den perfekten Einfall, wie wir Freddy und Aurélie zusammenbringen! Passt auf…“

Und wir steckten die Köpfe zusammen, lauschten und staunten.

Wo ist die Liebe hin?, Teil 3

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Ich war unheimlich erleichtert, als ich am Nachmittag endlich die Bücher zuklappen und zum Treffen mit meinen besten Freundinnen fahren konnte.

Treffpunkt war der Platz des 20. Juli. Hier wollten wir uns treffen und zusammen in der nächsten Eisdiele einen Becher essen. Doch als ich an der großen Stauffenberg-Statue in der Mitte des Platzes ankam, saß unter ihr nur Anna.

„Wo ist Aurélie?“

„Hat mir vor fünf Minuten per SMS abgesagt. Angeblich ein Zahnarzttermin. Aber daran glaube ich irgendwie nicht.“

„Du meinst, sie könnte…?“

„Ja, genau.“

Wir gingen in die Eisdiele. Während wir auf unsere Eisbecher warteten, besprachen wir die Lage.

„Findest du es nicht auch merkwürdig, dass Aurélie sich gestern mit Freddy getroffen hat, ohne uns was zu sagen?“

„Eigentlich schon. Aber vielleicht hatte sie auch einfach denselben Gedanken wie wir. Und immerhin findest du ja Freddy ziemlich seltsam, da brauchst du mir gar nichts zu erzählen. Kein Wunder, dass sie uns da nichts erzählt hat.“

„Schon gut. Ich sag ja auch gar nichts dagegen, aber…“ Hilflos zuckte Anna mit den Schultern. „Wieso erzählt sie uns nichts davon? Hat sie irgendwelche Geheimnisse vor uns oder was?“

Die Eisbecher kamen. Während ich den ersten Löffel meines Erdbeer-Spezials nahm, gab ich zu bedenken: „Muss sie uns denn alles erzählen? Ich kläre dich doch auch nicht im Detail darüber auf, was ich tue, wenn du nicht da bist!“

„Na ja, eigentlich –“, wollte Anna einwerfen, doch ich hörte nicht zu, weil ich in diesem Augenblick zwei Menschen in die Pommesbude gegenüber gehen sah. Es waren ein Mädchen und ein Junge. Das Mädchen hatte braune Haare und trug eine rote Baskenmütze und der Junge hatte orangefarbene Stoppelhaare sowie ein schwarzes Metallica-T-Shirt.

Aurélie und Freddy! Ich glaubte es nicht.

Schnell zerrte ich Anna herunter, denn die beiden schauten gerade Richtung Eisdiele.

„Ich glaube es nicht!“

„Wieso, was ist denn los?“ Anna wollte sich wieder normal hinsetzen, doch ich zerrte sie wieder herunter.

„Da drüben! In der Pommesbude!“

„Hm?“ Vorsichtig richteten wir uns auf und lugten über den Rand unserer Sitzbank auf die andere Straßenseite.

Dort sahen wir, wie Freddy und Aurélie sich angeregt unterhielten. Sie gestikulierten beim Reden wild mit ihren Händen und ab und zu lachte Aurélie.

„Ich fass es nicht!“ Wütend drehte Anna sich um, was bei ihr eher selten vorkam, und rammte ihren Löffel in den Eisbecher. „Uns sagt sie, sie ist beim Zahnarzt, und dann trifft sie sich mit diesem Typen!“ Sie schlang einige Löffel hastig herunter.

„Hey, du redest von meinem besten Kumpel!“, rief ich. „Aber eigentlich hast du Recht. Langsam kommt mir die Sache auch spanisch vor. Und dass sie sich heimlich treffen, anstatt uns davon zu erzählen, kommt mir sogar portugiesisch vor.“

„Mir geht es genauso.“ Anna sah sorgenvoll zu den beiden hinüber. „Du, Sara?“

„Was?“

„Denkst du, was ich denke?“

„Was denkst du denn?“

„Glaubst du, die beiden haben etwas miteinander?“

Das Ganze erschien mir so abwegig, dass ich nicht anders konnte, als lauthals loszulachen. Als die anderen Gäste mich anstarrten, versuchte ich mich wieder einzukriegen. Das allerdings mit wenig Erfolg.

„Das wäre immerhin ein Grund, warum die beiden so heimlich tun“, gab Anna zu bedenken.

„Aber die beiden passen doch überhaupt nicht zusammen. Oder weißt du irgendwas von französischen Wurzeln bei Freddy?“, versetzte ich. Leider war Aurélie ihre Frankreich-Manie nach der Parisfahrt trotz Wein-Vollrausch nicht los geworden.

„Keine Ahnung. Ich wüsste allerdings einen anderen Grund…“

„Und der wäre?“

„Na ja… du weißt doch, ich kann nicht so viel mit ihm anfangen… Ich finde ihn aber nicht dumm, wirklich!“, beteuerte Anna.

„Schon gut.“ Ich schaute auf die Uhr, die mit italienischen Zahlwörtern beschrieben war, und nahm einen Löffel meines Erdbeer-Spezials. „Wir fragen sie morgen nach der Prüfung einfach mal. Und vielleicht liegen wir mit unserer Vermutung ja auch total falsch. Bestimmt gibt er ihr auch einfach nur Nachhilfe.“

„Ja, in Französisch.“ Sie zog eins ihrer unteren Augenlider nach unten.

„Sehr witzig.“

Zu Hause war es nicht gerade gemütlicher geworden. Oma saß mit Paul am großen Esszimmertisch und erledigte dort mit ihm die Mathe-Hausaufgaben. Unsere Oma ist eine Frau, die sehr schnell – warum auch immer – ihre Geduld verliert. Als ich wieder nach Hause kam, versuchte sie gerade, Paul Subtraktionsübungen zu erklären.

Nun ist es ja verständlich, dass ein Siebenjähriger keine Lust darauf hat, stupide Rechnungen zu machen, vor allem, wenn der Lieblingskumpel gleich vorbeikommt. Oma brachte das allerdings sofort auf hundertachtzig.

„Paul, wie viel sind sieben minus zwei?“

„Weiß nicht“, sagte Paul ungnädig und schaute aus dem Fenster auf die Straße, in die Richtung, aus der gleich sein Kumpel kommen musste.

„Paul! Pass auf, hier spielt die Musik! Du sollst dich jetzt nicht um Chris kümmern, sondern um deine Hausaufgaben! Es gibt kein Spielen, bis du hiermit fertig bist!“

„Ach, menno“, brummte Paul und aus dem Wohnzimmer kam ein müdes „Elisabeth!“. Von meinem Vater.

Ich fand, wenn er nicht damit zufrieden war, wie seine Mutter mit seinem Sohn umging, sollte Papa mehr tun, als einmal hinter seiner dämlichen Tageszeitung hervorzugucken und „Elisabeth!“ zu rufen. Doch ich sagte es ihm nicht.

Mama traute sich auch nicht, etwas einzuwenden. Vielleicht klammerte sie sich auch einfach nur an ihren letzten Rest Selbstbeherrschung. Jedenfalls zog sie nur die Augenbrauen hoch, während sie sich weiter um ihre Praxisunterlagen kümmerte. Das fand ich irgendwie auch nicht gut.

Ich wollte ins Zimmer gehen, aber dann bekam ich noch mit, wie Oma Paul danach fragte, wie viel denn nun sieben minus zwei seien, Paul wieder entgegnete, er wisse es nicht, und Oma daraufhin endgültig die Nerven verlor. Und wie immer, wenn das passierte, gab sie ihrer Schwiegertochter die Schuld.

„Das kann doch nicht wahr sein, Paul! Weil wir dir erlaubt haben, nachher noch mit Chris zu spielen, hast du keine Lust, die Hausaufgaben zu machen! Wenn es nach mir ginge, dürftest du ihn heute gar nicht mehr sehen. Aber deine Mutter hat es dir ja erlaubt.“

An dieser Stelle sah Mama kurz auf, versuchte aber, sich unbeeindruckt zu geben.

„Ja, genau, Monika! Kümmer du dich doch um deinen Sohn, anstatt dich hinter deinen Unterlagen zu verstecken! Ich habe keinen Nerv mehr dafür! Dein Sohn respektiert einfach nicht, was ich für ihn tue. Das hat er von dir!“

„Was soll das denn bedeuten?“, fragte Mama pikiert.

Na toll. Der nächste Familienstreit rollte über uns. Bevor Paul das noch mal mitmachen musste, schnappte ich mir ihn und seine Schulsachen und wir verzogen uns in sein Zimmer.

Jetzt teilte sich mein Inneres in zwei Teile. Der eine Teil saß mit Paul am Schreibtisch und erklärte ihm mit Hilfe von seinen Murmeln, wie er rechnen musste. Der andere Teil dachte über die familiäre Situation nach und lauschte dem Gebrummel der Altvorderen aus dem Esszimmer.

Im Grunde war jetzt wieder alles wie vor einem Jahr. Oma brachte Mama gegen sich auf und hielt sie für eine durchgeknallte, selbstsüchtige Kuh, brachte dabei immer wieder dieselben Argumente ein. Papa war zu schüchtern und zu desinteressiert, um sich gegen Oma aufzulehnen und nahm deswegen ihre Position ein. Mama fühlte sich von allen allein gelassen und wurde trotzig wie ein kleines Kind. Und wir Kinder mussten es ausbaden. Lea vernachlässigte die Uni und den Haushalt, Paul die Schule, und ich traf mich lieber mit hinterhältigen Burschen, anstatt eine ordentliche Abiturvorbereitung hinzulegen. Alles genau wie vor einem Jahr. Wieso nur? Hatte es sich für Mama überhaupt gelohnt, wieder mit der Arbeit anzufangen, wenn doch eh alles beim Alten geblieben war? Und gab es tieferliegende Gründe für den Streit?

Oma war in einer Zeit groß geworden, in der Frauen noch längst nicht so viele Rechte hatten wie heute. So viel ich wusste, hatte Oma nur einen Realschulabschluss machen dürfen. Hatte sie nicht auch mal erzählt, dass Opa ihr damals verboten hatte, einen Job anzunehmen? War das am Ende der Grund, warum sie so verbittert war?

„Fertig!“, rief Paul mitten in meine Überlegungen hinein und er sprang auf, rannte zur Tür, die gerade geklingelt hatte.

Super. Ich war im Augenblick sowieso zu nachdenklich, um ihm noch weiter zu helfen.

Geschützt: Disketten und Idiotie

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Geschützt: Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 22

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