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Schlagwort-Archive: unsinnige gesetze

Fahrstundeeeee

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Heute hatte ich die zweitunwahrscheinlichte Fahrstunde meines Lebens. Die ersten 15 Minuten brachten wir damit zu, dass mein Fahrlehrer mich total schwachsinnigen Kram fragte, bei dem längst klar war, dass ich ihn draufhabe, aber das Gesetz will, dass er mich das abfragt und dann abhakt, wenn ichs wusste. Die Frage, wie ich die Außenspiegel verstelle, konnte ich dann schon nur noch lachend beantworten.

Dann fummelte er während der Fahrt auch noch ständig an nem Zettel herum. Er erklärte mir, dass er laut Gesetz jetzt auch noch laufend notieren muss, wie ich welche Situation bewältige. Während der Fahrt. Wie soll er da denn noch aufpassen, wenn er die Punkte abhaken muss? Oh, und demnächst fährt bei mir ein Mann vom Straßenverkehrsamt mit, um zu gucken, ob mein Fahrlehrer auch alles richtig macht. Weil er das nach 40 Jahren Berufserfahrung ja ganz sicher nicht weiß.

Mit kopfschüttelnden Grüßen

Die Kitschautorin

PS: Er hat mich während der Abfrage gesiezt… was er sonst nie tut… alles der Bürokratie Form halber.

Tanzverbot

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An Karfreitag (und in einigen Bundesländern auch drumherum) darf nicht öffentlich getanzt werden. In dem Bundesland, in dem ich lebe, müssen seit fünf Uhr die Füße stillgehalten werden, und das noch bis Samstag, 24 Uhr. Ich bin Christin und gegen ein solches Tanzverbot. Zwar kann ich absolut nachvollziehen, dass man die stillen Tage einhalten will, aber warum zwingt man die Leute, die das nicht möchten, das auch zu tun? Irgendwie muss es doch möglich sein, dass die Feierwilligen feiern und die Gläubigen die, die die stillen Tage begehen möchten, das tun können, ohne dass wer zu seinem “Glück” gezwungen wird. Mal ganz davon abgesehen, dass die Zahl der Christen in Deutschland sowieso abnimmt…

Ich kam auf dieses Thema, weil ich zurzeit mal wieder bei den Eltern meines Freundes herumhänge und so einen Kirchenboten in die Finger bekam. Gen Ende des Artikels über das Tanzverbot kommt Felix Bernard, Leiter des Katholischen Büros Hannover, zu Wort.

Ein gutes Argument für das Tanzverbot kann er dennoch liefern: “In der schnelllebigen Zeit unserer Gesellschaft sind die Menschen vielleicht irgendwann froh über einen Tag der Ruhe, den sie bewusster zu schätzen wissen.”

So Recht Herr Bernard damit hat, es bringt doch nichts, den Menschen das aufzuzwingen. Schon gar nicht im Namen der Religion. Die Ruhe muss man wollen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 28

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In Indonesien wurde eine junge Frau von einer Gruppe Männer vergewaltigt – als Bestrafung für die Affäre mit einem verheirateten Mann. Der Mann wurde geschlagen, die beiden mit Abwasser übergossen und zur nächsten Polizeistation gebracht. Und anstatt dass die Vergewaltiger ihre gerechte Strafe bekommen, muss die Frau als freundliche Draufgabe jetzt bis zu neun Stockschläge für den Ehebruch fürchten.

Was ist das für eine kranke Welt? Das kann man auch nicht mehr damit entschuldigen, dass in anderen Ländern andere Sitten gelten. Amnesty International hat für diese Frau eine Petition gestartet und ich würde mich freuen, wenn ihr sie auch unterschreibt: http://t.co/7MLzjPVoBu

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Vom Missbrauch der Disziplin

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Ich erwähnte ja neulich schon einmal, dass ich ein Seminar habe, das sich mit Buebs “Lob der Disziplin” befasst. Der Mann hat einige merkwürdige Ansichten, hier sind ein paar Beispiele.

Auf Seite 42 thematisiert er eine seiner Meinung nach eine ganz besonders tolle pädagogische Maßnahme:

Wenige verbinden Glück mit Taten der Nächstenliebe, weil sie zu solchen Taten wenig verführt sind. Kurt Hahn, der Gründer Salems, hat seinen Schulen eine geniale pädagogische Einrichtung mit auf den Weg gegeben, die Dienste. […] Jedes Mädchen und jeder Junge muss von der zehnten bis zur dreizehnten Klasse einen Nachmittag in der Woche, also zwei bis drei Stunden, im Dienste anderer Menschen verbringen. Es gibt technische Dienste, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk, der zahlenmäßig stärkste Dienst ist der Sozialdienst. […] Die Dienste sind verpflichtend und gerade darin liegt ihre Qualität. […] und Jugendliche erfahren, wie viel Freude und Glück das Helfen bereiten kann.

Glaubt der Mann wirklich, dass er auf die Weise tätige Nächstenliebe fördern kann? Der Zwang dürfte die meisten Leute doch eher zum Gegenteil bringen. Und so, wie sich der Abschnitt las, musste ich an eine Frau denken, die zwangsverheiratet wird und dann hinterher sagt, sie sei in ihrer Ehe ja total glücklich.

Doch die Merkwürdigkeiten gehen weiter. Auf Seite 66 verlangt er eine strengere Gesetzgebung bei Alkohol und Kippen:

Der Gesetzgeber erlaubt Alkohol und Zigaretten ab sechzehn. Warum eigentlich? Ich habe noch nie eine plausible Erklärung für diese Gesetze gefunden außer unsere puddinghafte Pädagogik. Amerika, das Land der Freiheit, besitzt eine jugendgerechtere, nämlich schützende Gesetzgebung.

Wie weltfremd ist der Mann? Glaubt er ernsthaft, Jugendliche würden aufhören, wenn das Schutzalter höher wäre? (Haben sie ja auch nicht, es wurde seitdem ja erhöht.) Verbote machen sexy! Außerdem: Was glaubt der Mann, warum die Leute bei den Spring Breaks immer so durchdrehen? So toll ist das in den USA auch nicht.

Mit pädagogischen Grüßen

Die Kitschautorin

Der andere Gottesdienst

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Die Gemeinde, in der ich mich demnächst taufen lasse, veranstaltet des Öfteren “andere Gottesdienste” – mit ungewöhnlichen Themen und Gästen von außerhalb. Heute waren einige Flüchtlinge aus Somalia dabei. Man sah Bilder aus ihrem Heimatland, die eindeutig klarmachten, warum die Männer geflüchtet waren. Sie erzählten, dass die meisten Menschen auf der Flucht nach Europa gestorben waren. Dass Familienmitglieder gestorben waren oder man nicht wusste, was mit ihnen war. Dass Italien sie zwar rein-, aber dann allein ließ. Trauer über den Verlust der Heimat. Eingewöhnungsschwierigkeiten.

Die Gesetzgebung besagt, dass Asylsuchende in dem EU-Land verbleiben müssen, in dem sie als Erstes ankommen. Wohin das führt, hat man bei den Flüchtlingen aus Somalia gesehen. Länder wie Italien sind total überfordert. Hier muss sich etwas ändern.

Etwas ändern muss sich auch daran, wie die Flüchtlinge, die es hierhin geschafft haben, hier leben. Ihnen fehlt so viel. Materielle Güter. Menschen, die ihnen helfen, Zeit zu vertreiben oder Amtsbesuche zu bewältigen. Sprachkenntnisse. In diesem Artikel von Anfang Januar steht einiges darüber: http://www.kirchenbote.de/content/unterricht-gibt-es-ehrenamtlich Sobald ich die Infos meiner eigenen Gemeinde online finde, stelle ich sie hier hoch. Sollte diesen Blogartikel jemand lesen, der helfen möchte: Meine Mailadresse steht im Impressum. Ich werde versuchen, die Hilfswünsche weiterzuleiten.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Nur ein paar Sekunden

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…dauert es, eine Petition zu unterschreiben und zu verbreiten. Ich würde mich freuen, wenn ihr sie für meine überhättet:

http://www.change.org/de/Petitionen/bundes%C3%A4rztekammer-m%C3%A4nner-die-sex-mit-m%C3%A4nnern-haben-sollen-nicht-mehr-automatisch-von-der-blutspende-ausgeschlossen-werden

Männer, die Sex mit Männern haben, sollten nicht mehr automatisch von der Blutspende ausgeschlossen werden. Zu den Gründen habe ich einiges im Petitionstext geschrieben. Je mehr Unterstützer die Petition bekommt, desto besser.

Mit hoffnungsvollen Grüßen

Die Kitschautorin

Homophobia is gay

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English version below. Version française en bas.

Dieser Beitrag ist Teil des Aktionstages “Blog Action Day”. In diesem Jahr dreht er sich um Menschenrechte. Das ist zweifellos ein wichtiges Thema und obwohl ich sofort wusste, dass ich am Blog Action Day teilnehmen wollte, wusste ich lange nicht, auf welchen Bereich ich mich beschränken sollte. Ich würde in diesem Eintrag gerne über Homo-Rechte sprechen, und zwar im Besonderen über die Situation in Deutschland, Russland und den Golfstaaten.

In Deutschland haben Homophobe Gott sei Dank nicht mehr so viel zu sagen wie früher, aber es gibt sie immer noch. Ich habe in diesem Blog ja schon öfter die Familie meines Freundes erwähnt, in der Schimpfwörter für Homosexuelle fielen und x Ausführungen dazu, warum sie weder heiraten noch Kinder erziehen sollten. Ich finde, dass Menschen, die das gleiche Geschlecht lieben, nicht mehr diskriminiert werden sollten. Und daraus ergeben sich zwei Forderungen:

1.) Der Artikel drei des Grundgesetzes sollte um den Punkt “sexuelle Orientierung” ergänzt werden.

2.) Komplette Gleichstellung der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft mit der Ehe.

Ich freue mich, in einem Land zu leben, das gleichgeschlechtlicher Liebe gegenüber noch relativ offen ist. Es gibt aber viele Menschen, die nicht dieses Glück haben: Russen und Kuwaitis zum Beispiel. Wir alle haben in den Nachrichten von den schrecklichen homophoben Gesetzen und Übergriffen auf Schwule gehört. Ich als bisexuelle und nichthomophobe Frau habe mittlerweile Angst, nach Russland zu fahren. Wer garantiert, dass mir nicht irgendwann etwas zu dem Thema rausrutscht und ich im Knast lande – oder Schlimmeres? Diese Situation darf nicht so bleiben. Man muss dagegen protestieren. Schreibt Protest-E-Mails an Politiker oder demonstriert vor russischen Konsulaten, falls es welche in eurer Nähe gibt! Hier könnt ihr nachgucken, ob sich eins in eurer Nähe befindet: http://www.russianembassy.ru/en/

Ich gebe zu, dass ich die Golfstaaten normalerweise nicht unbedingt auf dem Schirm habe. Dies änderte sich, als ich neulich diesen Artikel las: http://www.spiegel.de/politik/ausland/schwulen-test-golfstaaten-wollen-auslaender-auf-homosexualitaet-testen-a-926998.html

1.) Die Untersuchung ist unsinnig.

2.) finde ich die dahintersteckende Homophobie einfach inakzeptabel.

Das war’s soweit für heute. Ich werde mich dafür einsetzen, dass es irgendwann keine Homophobie mehr gibt, und ich hoffe, dass ihr es auch tut.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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This post is part of the action day “Blog Action Day”. This year, it’s about human rights. Without a doubt, it’s an important matter and although I knew I immediately I wanted to take part in Blog Action Day, I didn’t know what field I should limit myself to. In this post, I would like to talk about gay and lesbian rights, in fact about the situation in Germany, Russia and the Gulf States.

Thank God, in Germany, homophobes don’t have as much say as they used to have but they still exist. In this blog, I often mentioned my boyfriend’s family who used homophobic swearwords and who explained countless times why homosexuals shouldn’t marry or raise children. In my opinion, people who love their own gender shouldn’t be discriminated against anymore. The outcome of this is:

1.) Basic Law’s Article 3 should be complemented by the point “sexual orientation”.

2.) Complete equality of civil partnership and marriage.

I’m glad to live in a country who’s relatively open towards homosexual love. However, there are a lot of people who aren’t as lucky, such as Russians and Kuwaitis. We all heard in the news about the awful homophobic laws and assaults. As bisexual and non-homophobic woman, I am afraid to go to Russia. Who can be sure I don’t accidentally do or say something on this subject and go to jail – or worse? This situation has to change. You have to protest against it. Write protest mails to politicians or demonstrate in front of Russian consulates if there are any near you! You can check here if there’s one near you: http://www.russianembassy.ru/en/

I admit that I rarely think about the Gulf States. This changed when I recently read this article: http://www.spiegel.de/politik/ausland/schwulen-test-golfstaaten-wollen-auslaender-auf-homosexualitaet-testen-a-926998.html (For those of you who don’t speak German: The Gulf States want to test foreigners on homosexuality.)

1.) This examination doesn’t make any sense.

2.) I just think that the homophobia behind it is incredible.

That’s it for today. I will continue to speak out against homophobia and I hope you will, too.

Sincerely,

the kitsch author

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Cet article fait partie de la journée d’action “Blog Action Day” qui traite de droits de l’homme cette année. Sans aucun doute, c’est un sujet important et bien que j’aie su immédiatement que je voulais participer au Blog Action Day, je ne savais pas à quoi me limiter. J’aimerais bien parler des droits des homosexuels, notamment de la situation en Allemagne, en Russie et aux pays du Golfe.

Dieu soit loué, en Allemagne, les personnes homophobes n’ont plus tellement d’importance mais elles existent toujours. Dans ce blog, j’ai mentionné la famille de mon petit ami à diverses reprises. Elle utilisait des gros mots homophobes et expliquait cent mille fois pourquoi les homosexuels ne devraient pas se marier ou élever des enfants. Je pense que les hommes qui aiment leur propre sexe ne devraient plus être discriminés. Le résultat :

1.) Il faut ajouter le point “orientation sexuelle” au troisième article de la Constitution allemande.

2.) Égalité entière du partenariat enregistré par rapport au mariage.

Je suis heureuse de vivre à un pays relativement ouvert à l’amour entre deux personnes du même sexe. Mais il y a beaucoup de personnes qui n’ont pas cette chance : les Russes ou les Koweïtiens, par exemple. Nous avons tous entendu des histoires de terribles attaques et lois homophobes aux infos. Comme femme bisexuelle et non-homophobe, j’ai peur d’aller en Russie. Qui garantit que rien ne m’échappe sur ce sujet qui pourrait me mettre en prison – ou pire ? La situation ne peut pas rester comme ça. Il faut protester contre ça. Écrivez des emails de protestation aux hommes et femmes politiques ou manifestez devant des consulats russes s’il y en a un près de vous ! Vous pouvez voir ici s’il y a un près de vous : http://www.russianembassy.ru/en/

J’admets que je pense rarement au pays du Golfe. Ça a changé quand j’ai lu cet article : http://www.spiegel.de/politik/ausland/schwulen-test-golfstaaten-wollen-auslaender-auf-homosexualitaet-testen-a-926998.html (Pour ceux entre vous qui ne parlent pas allemand : Les États du Golfe veulent infliger les tests d’homosexualité aux étrangers.)

1.) L’examen est absurde.

2.) À mon avis, l’homophobie derrière cette mésure est incroyable.

C’est tout pour aujourd’hui. Je ferai ce qu’il faut pour que l’homophobie n’existe plus et j’espère que vous le ferez aussi.

Veuillez agréer l’expression de mes sentiments distingués.

L’autrice du kitsch

Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 22

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http://www.noz.de/deutschland-und-welt/vermischtes/73541105/norwegisches-vergewaltigungsopfer-in-dubai-verurteilt

Was ist schlimmer, als vergewaltigt zu werden? Vergewaltigt zu werden, von der Polizei zu hören zu bekommen, dass einem eh niemand glauben wird, und am Ende selber noch eine Gefängnisstrafe reingedrückt zu bekommen, weil man mit der erlittenen Tat gegen unsinnige Gesetze des Landes verstoßen hat.

Ich wollte nicht glauben, was ich da vorhin las. Ich konnte nicht glauben, dass die dortige Justiz so etwas tatsächlich zulässt. Das Urteil geht an so vielen Ebenen an der Realität vorbei, dass es nicht mehr feierlich ist. Das ist ungefähr so, als würde irgendwer eine Bank überfallen und danach würde die Bank verurteilt werden, weil es ja ein Unding ist, Geld bereitzustellen. Unglaublich. Gegen das Urteil wurde zwar Berufung eingelegt, das Opfer sitzt jetzt aber erst mal bis September ohne Pass in Dubai fest. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie sehr sie im Augenblick leiden muss. Und ich begrüße es sehr, dass sich die norwegische Regierung für sie einsetzen will.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin