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Sie isch aus Dütschland

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Diesen Satz habe ich über Pfingsten häufiger mal gehört. Da besuchte ich ein südliches Nachbarland von Deutschland. (Nein, nicht Österreich.)

Hinweg

Ich nahm Freitag (nach der Arbeit – was hat mich da geritten?) den Nachtzug nach Basel. Samstagmorgens kam ich da an und stieg in einen Zug Richtung Ostschweiz um. Besonders viel geschlafen habe ich dort leider nicht. Ansonsten kann ich noch anmerken, dass ich den Zug von Basel Richtung Ostschweiz viel cooler fand als den vorherigen. Warum? Panoramafenster.

Was anders ist als in Deutschland

Eine Menge. Zuvordest nenne ich mal: die Sprache! Selbst wenn Schweizer Hochdeutsch sprechen, ist doch einiges anders. Beispielsweise werden viele Gallizismen verwendet. Aber ich spreche ja Französisch, für mich ist das kein großes Problem. Was noch anders ist: Preise und Einkommen. In der Schweiz ist es durchaus möglich, als Paar von einem einzigen Gehalt zu leben, und dass Frühstückengehen dort 15 Franken und mehr kosten kann, juckt keinen. Die Züge sind weitgehend pünktlich, was ich super finde, das Sozialverhalten ist ein deutlich anderes – und das Essen dort ist klasse. (Den Aufstrich einer gewissen Kakaomarke habe ich mir sogar mit nach Hause genommen.) Oh, und der Strom ist auch anders – wenn man Pech hat, passen die Stecker der deutschen Geräte nicht in die Schweizer Dosen…

Was ich so gesehen habe

In der Stadt, die ich besucht habe, steht eine reformierte Kirche, die mal purifiziert und dann wieder entpurifiziert wurde. Oben auf dem Kirchturm war ich auch. Ansonsten habe ich diese Stadt von noch weiter oben gesehen – und von dort auch den relativ nahen Bodensee.

Rückweg

Der Rückweg erfolgte am Dienstag, und zwar tagsüber. Ich fuhr nach Zürich, von Zürich in meine Heimatstadt und von dort in mein Heimatdorf. Cool war, dass es im Eurocity Steckdosen gab, und zwar Schweizer UND deutsche. An jedem Platz. Da kann sich die Deutsche Bahn mal ne Scheibe von abschneiden! Am Zürcher HB war ich total eingeschüchtert, weil er mir so schick vorkam. Am Bahnhof der Stadt, die ich besucht hatte, redeten die Kontrolleure miteinander Französisch, was mich etwas verwunderte, da ich ja in der deutschsprachigen Schweiz einstieg. Das Zugrestaurant war klasse, ich aß dort Tessiner Polenta mit Ratatouille, sehr zu empfehlen.

Alles in allem war das ein klasse Ausflug, ich danke meinen Gastgebern für ihre Gastfreundschaft und komme gerne wieder. (Wenn auch vielleicht mit dem Flugzeug, ein halber Tag im Zug schlaucht doch ganz schön…)

Grüezi von der Kitschautorin

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Züge und die Uni

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In den letzten paar Tagen hatte ich einige interessante Erlebnisse. Den Anfang macht eine junge Dame, die Sonntagabend im Zug hinter mir saß. Entweder bekam sie nicht mit, dass sich noch andere Leute im Waggon befanden, oder es war ihr egal. Jedenfalls wussten irgendwann alle Fahrgäste, dass sie darüber enttäuscht war, dass eine männliche Bekanntschaft namens Tobi nie ans Handy ging. Das Mädel hieß übrigens genauso wie die erste Frau meines Onkels, von der er sich irgendwann hatte scheiden lassen.

Man weiß vermutlich dann, dass ein Seminar schlecht ist, wenn nur 12 der offiziell eingetragenen 97 Teilnehmer kommen und einer von den 12 auch noch mitten in der Veranstaltung geht. Vorletzten Montag waren wir immerhin noch 20. Mir ist nicht ganz klar, warum nur so wenig Leute kamen. Meine Theorie ist: Der Vortragsstil der Dozentin ist so mies, dass sich die meisten Leute dafür entschieden haben, eine Zusammenfassung eines Textes aus der Literaturliste zu schreiben, und deswegen nicht mehr kommen müssen. Ich gehöre übrigens auch dazu und habe mich auch gefragt, warum ich eigentlich in dieser Veranstaltung saß und der Dozentin dabei zuhörte, wie sie versuchte, Ausführungen zur Politikfeldanalyse durch möglichst viele ähs zu unterbrechen. Vermutlich, weil es mir dann leichter fällt, mich zur zweiten Veranstaltung des Tages aufzuraffen. Die erst sechs Stunden später stattfindet.

Ich habe aber auch viele interessante Seminare, z.B. “Demokratietheorien”. Das heutige Referat über Carl Schmitt war sehr interessant. Am allerinteressantesten war aber: Der Dozent war gar nicht da. Ich war letzte Woche nicht da, wusste also nicht, dass der Mensch, der die Mittwochsveranstaltung hält, nicht auftauchen wird, es sollte laut meinen Kommilitonen aber der Dozent der Parallelveranstaltung am Freitag erscheinen. Tat er aber nicht. Die Arbeitsgruppe hat ihr Referat trotzdem gehalten, weil sie nächste Woche keine Zeit dafür gehabt hätten. Ich bin ja gespannt, ob der Dozent die Leute das Referat dann noch mal halten lässt. Hoffentlich nicht. (Hinter mir saßen übrigens zwei Studis, die unbedingt wollten, dass die Schmitt-Arbeitsgruppe das Referat später hält, damit sich ihr Referat nach hinten verschiebt. Sie sind nächste Woche dran. Deppen.)

In diesem Sinne:

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin