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Geräte, gute Taten und Gebärden

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Tagesordnungspunkt 1: Geräte

Mein Blutdruck hat in letzter Zeit einige Ausreißer gezeigt. Eine Langzeitmessung musste her. Und das, wo ich normale Messungen schon nicht mag. Ich konnte meinen linken Arm 24 Stunden nur eingeschränkt bewegen, brauchte Hilfe beim Umlegen meines Schals, sah unterm Kleid ganz schön schwanger aus, weil die Kiste auf meinem Bauch lag, sorgte im Seminar für großes Hallo, weil jede Einzelmessung mit einem Piepton begann, konnte letzte Nacht kaum schlafen und heute Morgen nicht duschen, weil ans Gerät kein Wasser kommen darf. Mein Blutdruck war diese ganzen 24 Stunden völlig normal. Witzig war übrigens, dass der Internist genau sehen konnte, wann ich schlief (ich war zwischen ein und zwei Uhr und gegen drei wach) und wann der Wecker ging, weil meine Werte um 6:33 Uhr auf einmal hochschnellten.

Tagesordnungspunkt 2: Gute Taten

Mein Dozent aus “Einführung in die Filmproduktion” ringt seit Monaten um einen Termin für die Führung durch das hiesige Studio eines ziemlich großen Fernsehsenders. Inklusive Schneideraum und Anwesenheit bei den Hauptnachrichten. Und alles, was eine Kommilitonin zu sagen hatte, als er meinte, nun wenigstens den Wochentag festgenagelt zu haben, war: “Müssen wir das machen?”

Tagesordnungspunkt 3: Gebärden

Ich versuche seit Wochen, in einen Gebärdensprachkurs reinzukommen. Im Uniportal stehe ich als “vorläufig zugelassen”. Als ich am Tag des ersten Termins beim AStA, der den Kurs organisiert, meine Kursgebühr bezahlen wollte, hieß es, ich stände nur auf der Warteliste und hätte äußerst schlechte Chancen, reinzukommen. Ich bin trotzdem zum ersten Termin gegangen, die (gehörlose) Dozentin konnte mir aber nicht sagen, ob ich teilnehmen kann, weil der AStA es versäumt hatte, der Dozentin die Teilnehmerliste zu geben. Eine Woche später ging ich noch mal zum AStA. Als ich mich sehr über die Situation ärgerte (ich brauche die zwei Leistungspunkte für mein Studium), sagte ein im Raum Anwesender: “Hey, sieh’s doch locker! Ich kenne Leute, die ihre Bachelorarbeit in drei Wochen geschrieben haben!” Mehrere unterdrückte Wutausbrüche und eine unbeantwortete Mail an den zuständigen AStA-Referenten später habe ich es jetzt geschafft, dass die Dozentin mich reinlässt. Aber auch nur, weil eine Studentin zwei Mal gefehlt hat. Hoffen wir mal, dass der AStA mir nicht noch mehr Steine in den Weg legt.^^

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Krümelmonster, Teil 6

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Zu Hause wollte ich jetzt nur noch meine Ruhe haben. Ich schaltete mein Handy aus, schloss die Zimmertür zwei Mal ab und hängte ein Tuch über die Klingel, damit ich sie nicht hörte. Zur Entspannung wollte ich Musik hören, aber die CD, die ich hören wollte, war nicht da. Es war eine ganz besondere CD, die ich mir in Frankreich gekauft hatte und die es in Deutschland gar nicht gab. Eine CD mit Liedern von meiner Lieblingsband, allerdings nur auf Französisch. Aus Interesse hatte ich mal im Internet geguckt, da fand man die Songs nirgendwo.

Das konnte doch nicht wahr sein! Wieso hatte ich die ganze Welt verschworen, um meinen Tag zu vermiesen? Was hatte ich denn getan? Gut, ich hatte Aurélie ‚blöde Kuh’ hinterhergerufen, aber ich hatte doch nicht gewusst, dass sie es war, sonst hätte ich das doch nie gemacht! Das war ja fürchterlich!

Aus lauter Ärger über den rundum verpfuschten Tag schmiss ich alle Sachen, zumindest die, die nicht zerbrechlich waren, durchs Zimmer und schrie meinen Ärger aus mir raus. Ich verwendete dabei alle Schimpfwörter, die mir einfielen, in drei Sprachen, und war überrascht, dass ich so viele konnte. Irgendwann bummerte es an der Zimmertür.

„Was willst du? Ich hab keine Musik an, also halt verdammt noch mal deine Klappe, Kati!“, keifte ich Richtung Tür.

„Ich bin nicht Kati“, erklärte überraschenderweise eine männliche Stimme. Wo hatte ich die nur schon mal gehört? Es fiel mir nicht ein.

Ich schob eben die nötigsten Sachen aus dem Weg und öffnete die Tür.

Es war Hannes, Katis Freund, der mich am ersten Tag so nett begrüßt hatte.

„Was willst du hier?“

„Es war ziemlich laut hier, da wollte ich mal fragen, was hier los ist.“

„Hat deine Kati dich geschickt? Dann kannst du gleich wieder gehen. Da will man einmal im Leben seine Ruhe haben und dann kommst du und machst alles kaputt.“

„Nein, ich komme tatsächlich freiwillig hierher. Und es sieht hier eher so aus, als würdest du hier alles kaputt machen. Was hast du denn?“

„Als würde dich das was angehen. So eine Scheiße!“ Wütend haute ich ins Kissen und übersah dabei leider, dass mein Radiowecker noch drunter lag. Aua.

„Klar, du weißt noch fast gar nichts über mich. Aber das möchte ich gern ändern. Ich heiße Hannes Wehmeyer, bin 1,92 groß und wurde vor ziemlich genau einundzwanzig Jahren geboren, am 3. Dezember. Ich bin in Berlin zur Welt gekommen, aber mit sechs Jahren kam ich in die hessische Provinz. Meine Hobbys sind Snowboarden, lesen und Partys feiern.“

Er lehnte sich zurück. „Und möchtest du mir was über dich erzählen?“

„Nein, möchte ich nicht. Es interessiert mich auch gar nicht, wer du bist. Also, von mir wirst du nichts über mich erfahren.“

„Ich weiß schon eine Menge über dich.“

„Ach ja, und was wäre das, bitte?“

„Du heißt Sara Lehmann, bist zwanzig Jahre alt und studierst Politologie. Zur Welt gekommen bist du in Wetzlar, du liebst Rockmusik, vor allem Muse und Placebo, und dein Lieblingsautor ist Paul Auster.“

Schockiert fragte ich: „Woher weißt du das denn?“

Er hob schweigend drei meiner Bücher auf und hielt sie mir entgegen. Es handelte sich um Mond über Manhattan, Das Buch der Illusionen und Nacht des Orakels.

„Gib mir meine Bücher zurück!“, rief ich und stellte sie ins Regal zurück, ohne auf die alphabetische Reihenfolge zu achten.

„Du lässt niemanden an dich ran, oder?“, fragte Hannes und schaute mich dabei von der Seite an. Er grinste.

„Sag mal, was bildest du dir eigentlich ein? Nur weil du per Zufall meinen Lieblingsautor erraten hast, denkst du, du kannst mir solche intimen Fragen stellen? Du weißt gar nichts über mich!“

„Kati hat mir vieles über dich erzählt. Ungefähr so: Den ganzen Tag lässt sie diese schreckliche Rockmusik dudeln, Placebo und Muse, oder wie die alle heißen! Gibt’s da überhaupt einen Unterschied? Und erst diese Bücher, die sie liest: Paul Auster! So was würde ich ja nicht mal mit spitzen Fingern anfassen.

„Noch besser!“ Ich sprang auf und riss die Arme nach oben. Unruhig lief ich im Zimmer hin und her. „Dann hast du wahrscheinlich noch ihre Meinung über mich von ihr übernommen. Super. Solche Leute kann ich nicht brauchen. Am besten, du gehst jetzt.“

„Wieso hast du so eine schlechte Meinung von uns? Für so eine hätte ich dich eigentlich nicht gehalten.“ Er zwinkerte mir zu.

Was sollte das denn jetzt schon wieder? „Was willst du eigentlich? Du kannst gar nicht wissen, wie ich wirklich bin. Mit Leuten wie euch habe ich schon genug schlechte Erfahrungen gemacht, besonders mit deiner tollen Freundin. Und jetzt hau ab“, fauchte ich.

Im Rausgehen sagte er noch: „Schade, dass du so eine schlechte Meinung von…“ Den Rest hörte ich nicht mehr, er war unverständlich, weil ich ihm die Tür praktisch vor der Nase zuschlug.

Aber was hatte er denn jetzt gesagt? Von wem sollte ich eine schlechte Meinung haben? Nur von ihm oder von beiden oder von Kati? Und wie hatte er das gemeint? Er hatte Schade gesagt und wie hatte er das bloß gemeint?

Ich rannte immer noch im Zimmer hin und her und tat das so schnell, dass ich einen Stolperstein in Form einer Tasche übersah und auf die Schnauze flog. Ich blieb auf dem Boden liegen und starrte zur Decke. Ohne noch eine andere CD anzumachen.

 

Ich dachte über mein bisheriges Leben nach. Ließ ich wirklich niemanden an mich ran? Das stimmte nicht. Ich hatte drei gute Freunde und meine Familie, mit der ich schon über meine Probleme sprach. Mehr hatte ich nie gebraucht. Und ich bildete mir auch nicht schnell eine Meinung über andere Leute. Gut, Kati hatte mir früher immer die Haare rausgerissen, als wir miteinander spielen mussten, aber ich hatte sie doch deswegen nicht gleich gehasst! Und Freddy hatte ich auch nicht sofort für einen Freak gehalten damals. Nur für etwas merkwürdig.

Ich überlegte auch, was Kati mir bereits alles angetan hatte. Sie hatte mir besagte Haare ausgerissen, sich über meine Kufiyas und meine roten Haare lustig gemacht, ihren Luxus, den wir so nicht hatten, zur Schau gestellt und mir so manchen Tag mit ihrer ewig schlechten Laune vermiest. Hatte man ja oft genug gesehen. Und diese Liste ließe sich wohl beliebig fortsetzen.

Langsam stank mir die Sache. Ich atmete tief durch und roch dabei, dass wirklich etwas stank. Bei näherer Nachprüfung stellte ich fest, dass ich die Geruchsquelle war. Ich sollte wahrscheinlich mal duschen. Ich zog mich aus, wickelte mein Riesen-Badehandtuch, auf dem mein Name stand, um meinen Körper und tappte mitsamt Duschgel und Waschlappen ins Bad.

Meine Bude, die ich gemietet hatte, war zwar im Vergleich zu vielen anderen Studenten-Einzelzimmern, die es in Frankfurt so gab (beispielsweise Freddys Zimmer) ziemlich luxuriös. Aber auf eine Sache musste ich verzichten, nämlich auf eine Einzeldusche.

Also tappte ich handtuchumwickelt und mit Waschutensilien versehen über den Flur zum Bad. Es gab dort drei Duschkabinen. Leider konnte ich nicht hören, welche Duschkabine frei war, da auf dem Flur irgendwelche Musik dudelte, und sehen konnte ich es schon gar nicht, da alle Vorhänge geschlossen waren. Also riss ich einfach einen Vorhang beiseite.

Und da sah ich ihn.

Tja, so ist das

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Ich bin wieder zurück in Deutschland und erstatte nachfolgend Bericht darüber, was mir auf der Reise passiert ist.

Anreise

Losgeflogen bin ich, wie schon gesagt, von Düsseldorf aus. Der Flughafen ist so groß, dass man sich dort verlaufen könnte. Die Schwebebahn, die vom Bahnhof zum Terminal führte, gefiel mir überhaupt nicht. Ruckartig und wenn ich runterguckte, wurde mir fast schwindelig. Im Warteraum am Gate hatte irgendjemand eine Süddeutsche liegen lassen, die ich gelesen habe.

Im etwa 8324. Interview, das das ZEIT-Magazin mit dem Altkanzler und ZEIT-Mitherausgeber veröffentlichte, […]

Den Satz fand ich sehr lustig. Der Flug war angenehm und ich war erstaunt, dass es den Tomatensaft (ein Getränk, das ich auch außerhalb von Flugzeugen sehr gern trinke) gratis dazu gab. Bei Ryanair sind die Preise gesalzen. Aus Bilbao wurde ich dann von einer Mitreisenden abgeholt und zusammen sind wir mit dem Bus zum Zielort gefahren. Unterwegs habe ich einen Lidl gesehen. Die Globalisierung sorgt irgendwie dafür, dass man sich auf der ganzen Welt wie zu Hause fühlen kann, so mein Eindruck. Es war übrigens cool, den Flughafen von Bilbao, den ich mir vorher bei Wikipedia angeguckt habe, in echt zu sehen. Im Bus wurde “Avatar” angedreht, allerdings auf Spanisch, sodass ich ihn nicht verstand.

Unterkunft

Es war megalaut und teilweise ein Wunder, dass ich überhaupt schlafen konnte. Die berühmte Zeile von Frank Sinatra

I wanna wake up in a city that doesn’t sleep

hätte auch auf uns zutreffen können. In den Apartments gab es Fernsehen, ich hätte aber lieber Türen für BEIDE Zimmer gehabt. Essen mussten wir selbst besorgen. Einen Wecker haben wir nicht gebraucht, da die Straßenreinigung das freundlicherweise für uns erledigt hat. Die war übrigens so eifrig, dass wir eines Tages eine Wasserpfütze bei der Haustür hatten – und zwar drinnen.

Mitreisende

Zu den meisten von ihnen kann man nicht so viel sagen, nett waren sie alle. Aufgefallen ist mir jedoch das enorme Sprachgefälle im Camp. Alle Deutschen und die Österreicherin sprachen super Englisch, der Belgier und der Franzose auch ganz gut (wenn auch mit deutlichem Akzent) und die Russinnen schlecht bis gar nicht. Eine der Russinnen hat gesagt, sie nehme am Camp teil, um ihr Englisch zu verbessern. Das geht aber nicht so gut, wenn man es nie versucht (und auch fast nichts da ist, um darauf aufzubauen). Die beiden Russinnen, die nicht in meinem Apartment untergebracht waren, haben während des jüdischen Gottesdienstes pausenlos getuschelt und an ihren Smartphones herumgespielt, unterhielten sich grundsätzlich nur auf Russisch und hielten die ganze Truppe ständig auf, weil sie alle 20 Meter Fotos von sich machen mussten und ständig zu spät kamen. Der Küchendienst war mit ihnen auch nicht gerade einfach. Ich hoffe mal, dass das nur an den Sprachproblemen lag.

Das Land

In Sichtweite des Busbahnhofs von Bilbao (und auch an der Busroute) gab es viele schöne Berge, die laut meiner österreichischen Mitreisenden aber nur Hügel sind – Bäume obendrauf und eh nicht besonders hoch. Ich habe in meiner Freizeit im Apartment viel ferngesehen und dabei bemerkt, dass alle Nahrungswerbungen mit Gesundheitshinweisen à la “Treiben Sie Sport und achten Sie auf eine gesunde Ernährung” versehen sind. Als wäre Brioche mit Kippen zu vergleichen. Außerdem habe ich auf Canal+ eine coole Sendung entdeckt, die “Zapping de la semaine” (“Zapping der Woche”) heißt und in der interessante Momente aus den vergangenen sieben Fernsehtagen gezeigt werden. (War natürlich sehr olympialastig.) Mit der Gruppe waren wir häufig am Strand, an verschiedenen Orten. Am Strand in der Nähe unseres Aufenthaltsortes konnte man nicht schwimmen, die Wellen waren einfach zu hoch. Ich bin dort nur am Rand langgelaufen und mein Rock war hinterher trotzdem klitschnass. Es hat dort aber trotzdem Spaß gemacht. Die Stadt an sich war sehr schön und wir haben eine interessante Stadtführung (auf Englisch, Gott sei Dank von einem gebürtigen Engländer) erhalten. Der Strand von Acotz hat mir nicht so gut gefallen, da ich meine Füße am heißen Sand verbrannt habe und ich den Rest des Tages nur noch unter Schmerzen gehen konnte. Das Museo San Telmo in San Sebastián kann ich nur bedingt empfehlen (zumindest für die Leute, die weder Spanisch noch Baskisch können), allerdings sollte man sich die Ausstellung über Bildschirme unbedingt ansehen. Der Strand von Socoa war sehr schön und ich habe dort wahnwitzig viele Muscheln gesammelt. Hondarribia hingegen hat mir überhaupt nicht gefallen. Dauernd waren Kanonenschüsse zu hören, weil dort gerade irgendein Fest stattfand, und meine Pizza Bolognese bestand zu 90 Prozent aus Teig.

Die Arbeit

Knüppelhart. Steine freilegen auf einem Friedhof ohne Bäume und das bei bis zu vierzig Grad Hitze. Einer Teilnehmerin ist das Feuerzeug in der Hosentasche explodiert, das sagt wohl alles. Da wurde die Dusche danach zur echten Wohltat. Nur am allerersten Tag musste wegen Regenwetter abgebrochen werden. Man erfuhr jedoch auch viel Interessantes über das jüdische Leben in der Gegend. Beispielsweise sind viele der Grabsteine auf Spanisch oder Portugiesisch verfasst (und viele Tote haben Namen, die so klingen), da die Juden vertrieben wurden. Außerdem habe ich eines Tages einen jüdischen Grabstein entdeckt, der ein falsches jüdisches Sterbedatum trug (es stellte sich irgendwann heraus, dass es doch richtig war), was die Frau etwa 200 Jahre alt gemacht hätte. Der deutsche Betreuer sagte später dazu, dass so etwas oft passierte, weil die Steinmetze die Umrechnung nicht richtig hingekriegt haben.

Sonstige Vorkommnisse

Am Tag nach der Ankunft war mir so schlecht, dass ich nicht mit zum Strand fahren konnte. So was hatte ich vor sechs Jahren schon mal, am Tag nach dem Ankunftstag in der Bretagne. Lange Reisen sind nicht schön, aber dazu gleich noch mehr. Beim ersten Strandausflug, den ich mitmachen konnte, hat eine Teilnehmerin ihre teuren Schuhe einfach irgendwo am Strand liegen lassen und sich hinterher gewundert, dass sie sie nicht mehr wiederfand. Der bereits erwähnte Gottesdienst war sehr interessant, auch wenn ich nichts verstanden habe, da er auf Hebräisch war. Eine Sache kam mir allerdings bekannt vor: Alle geben sich die Hände und sagen zueinander “Schalom Sabbat”.

Rückreise

Die Rückreise erfolgte komplett mit dem Zug. Der TGV ist, soweit ich weiß, ein sehr schneller Zug und hält irgendeinen Geschwindigkeitsrekord, davon habe ich aber nichts gemerkt, als ich mit ihm fuhr. Die zweite Klasse war jedoch sehr komfortabel (Steckdosen und ausklappbare Tische überall). Da Paris nur Kopfbahnhöfe hat, musste ich mit der Métro zum Gare du Nord weiterfahren. Die Station des Bahnhofs Montparnasse ist riesig und hat diese coolen Laufbänder. Am Gare du Nord selbst hatte ich das Vergnügen, zu beobachten, wie ein Haufen Fans und noch mehr Sicherheitsleute an den Eurostargleisen auf das französische Olympiateam warteten. Im Thalys hatte ich eine Sitznachbarin, die allerdings so gut wie gar nicht auf ihrem Platz saß, sondern immer irgendwo anders war, Gott weiß, wo. Ich war sehr froh, wieder in Deutschland zu sein (unter anderem deswegen, weil mein Geld langsam zur Neige ging). Im ICE war es unglaublich ruhig, wahrscheinlich, weil die anderen Passagiere so fertig waren wie ich. Als Reiselektüre diente mir die französische Ausgabe der Neon, die ich am Abfahrtsbahnhof gekauft habe. Ich wollte eigentlich etwas Deutsches lesen, aber es gab nur zwei deutsche Zeitungen – die eine war die Bild, die andere war die Frankfurter Allgemeine vom Vortag. Das fiel also aus. Die französische Neon war aber auch schön.

So weit, so umfangreich. Der nächste Bücherorgienteil kommt demnächst.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin