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Berlin, Berlin, ich fuhr schon wieder nach Berlin

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Als unfreiwilliges Dorfkind liebe ich große Städte. Darüber hinaus begibt es sich, dass ich Freunde in großen Städten habe. Da liegt es ja irgendwie nahe, dass man mal in diese großen Städte fährt. Von meinem letzten Ausflug möchte ich jetzt erzählen.

Die Anreise

Man möchte sich ja auch mal was gönnen, also fuhr ich ab der nächstgrößeren Stadt mit ICEs Richtung Berlin. Ich probierte zum ersten Mal Handytickets aus und musste keine Angst haben, dass die wegen leerem Akku nicht angezeigt werden können – im ICE ist ja an jedem Platz eine Steckdose. Es funktionierte alles ganz gut, nur dass ich mich wunderte, warum meine Reservierung im „Familienbereich“ lag. Ich teilte mir den Vierer mit einer kleinen Familie, bestehend aus einem lebhaften Mädchen, der sich kümmernden Mutter und dem sich hinter englischer Literatur versteckenden Vater. Mit 20 Minuten Verspätung kam ich in Spandau an.

Ich hatte mir auf Google Maps angesehen, wo das Hotel liegt, rechnete aber nicht damit, dass ich im Dunkeln durch eine kaum beleuchtete Straße laufen musste. Rechts von mir ein Autobahnzubringer, links ein Friedhof. Und das, wo ich ein Schisser vor dem Herrn bin. Ich schaffte es aber, unversehrt im Hotel anzukommen.

Das Hotel

Es zeigte sich, dass ich Hotelbeschreibungen immer ganz genau lesen sollte. Bei der Ankunft stellte ich nämlich fest, dass ich eine Zimmerkategorie mit Etagenbad und -klo gebucht hatte. Ich wusste gar nicht, dass das in einem Dreisternehotel überhaupt möglich ist. Nun gut, wieder was dazugelernt.

Als ich dann merkte, dass das so genannte Restaurant nur für Frühstück und die Bar alles andere als einladend war, entschied ich mich, dass ich nicht mehr Zeit als nötig im Hotel verbringe. Abendessen gab es in der Stadt (siehe unten). Nach ein paar Cartoons im Fernsehen bettete ich mich auch schon zur Ruhe. Naja, zur kaum vorhandenen Ruhe. Die Fenster ließen sich nicht wirklich abdunkeln, also hatte ich das ganze schöne Licht von der A100 im Zimmer. Und laut war’s stellenweise auch.

Minimal erholt ging ich zum Frühstücksbuffet, um zu merken, dass dort anscheinend gelegentlich Taschendiebe unterwegs sind. (Mir wurde nichts geklaut, ich habe nur die Warnschilder gesehen.) Der Feta vom Buffet war anscheinend schlecht. Nun denn, wie gesagt, ich wollte dort eh nicht mehr Zeit als nötig verbringen, ich habe also schnell ausgecheckt. Wer demnächst vorhat, in Berlin zu übernachten, dem nenne ich auf Anfrage gern den Namen des Hotels, damit er dort nicht nächtigen muss.

Die Gastronomie

Ich konsultierte Google Maps, um zu schauen, wo es in Hotelnähe etwas Gutes zu futtern gibt. Italienisch mochte ich ja schon immer gern, also gewann letztlich der in Hotelnähe befindliche Italiener (auch hier gilt, dass ich auf Anfrage gern den Restaurantnamen nenne). Ich genoss eine exzellente Tomatencremesuppe und total leckere Makkaroni mit Rinderfiletstückchen. (Und einen Gratis-Amaretto.)

Die Stadt

Nach der Flucht aus dem Hotel beschloss ich, mir in meiner knapp bemessenen Zeit zumindest noch eine Sehenswürdigkeit anzusehen. Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche kannte ich schon, nicht aber den nebenstehenden Neubau. Und genau den sah ich mir an. Ich bin normalerweise nicht so für moderne Kirchen, die hier hatte mir aber wirklich gut gefallen.

Spaß in der Stadt

Ich wollte am Alex einen Freund treffen. Ich war schon x Mal da und ich war sogar pünktlich, lief aber wegen der ganzen Buden trotzdem wie ein Eumel über den Platz. Nun gut, schlussendlich fand man sich… um zu merken, dass der Weihnachtsmarkt anscheinend erst ab 12 langsam zum Leben erwacht. War aber auch ein Erlebnis, mitten am Tag in einer belebten Stadt über einen ausgestorbenen Weihnachtsmarkt zu laufen.

Wir unternahmen Krams (TM) und hatten wirklich viel Spaß, unter anderem fand ich eine wirklich sehr wertvolle Zeitschrift mit dem Titel „Beef“ und wir merkten, dass gewisse Jugendzeitschriften… auch nicht weniger hirnlos sind als früher.

Die Abreise

Wir hatten uns so verquatscht, dass es am Ende verflucht knapp wurde mit dem Zug. (Dass ich nicht gesagt habe, dass ich meinen Koffer am Alex wieder abholen muss, könnte auch eine Rolle gespielt haben.) Hätte ich nicht meinen Freund dabeigehabt, der mir sagt, wie ich schnell von A nach B komme, hätte ich meinen ICE wohl verpasst. Ich hatte eine Reservierung und steige dann normalerweise auch in dem Wagen ein, wo sie ist, aber das wäre dann auch zu knapp geworden. Also war ich der Eumel, der den Verkehr im Gang aufhält.

Die Rückfahrt an sich verlief sehr unspektakulär. Neben mir saß ein sehr netter älterer Herr, der ein Buch „Quantenphysik und Spiritualität“ oder so ähnlich las. Ähm, okay.

Alles in allem war es klasse und ich hoffe, dass ich meine Großstadtvergnügungssucht bald wieder befriedigen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Lebensupdate

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Tagesordnungspunkt 1: Kloster

Richtig gelesen. Eine junge Frau in der Blüte ihres Lebens, die noch dazu knallrote Haare hat, verschwindet einfach mal für drei Tage ins Kloster. Ich will nicht zu viel darüber verraten, kann aber sagen, dass ich so einen Aufenthalt einfach nur empfehlen kann. Ich konnte viel nachdenken und einiges über diese der meinen sehr unterschiedlichen Lebensform erfahren. (Wobei, nicht so unterschiedlich. Immerhin wurde ich von den netten Schwestern auf eine Pizza eingeladen.)

Tagesordnungspunkt 2: Uni

Den Bachelorgrad und mich trennt immer noch einiges, das ich aus dem Weg zu räumen versuche. Seit einer Woche bin ich den Buchstaben hinter meinem Namen aber immerhin ein ganzes Stück näher gekommen, ich habe nämlich die Bachelorarbeit bestanden. Die Note ist nicht gut, aber immerhin. Ich habe den Kampf gewonnen. Hm, das Ganze erinnert mich stark an eine Kampfszene aus „Kill Bill“. Die Braut hat eine klaffende Wunde im Rücken, aber trotzdem ist es nicht sie, die tot am Boden liegt, sondern O-Ren Ishii.

Tagesordnungspunkt 3: „Ich heirate eine Familie“

Kennt jemand von euch diese alte Serie? Ein Mann heiratet eine Frau, die aus einer vorigen Ehe bereits drei Kinder hat, bekommt mit ihr noch ein viertes und muss mit dem ganzen Trubel irgendwie klarkommen.

Nun habe ich zwar keinen Mann mit drei Kindern geheiratet, Verwandte hat er aber trotzdem so einige. Und wenn man auf einem Treffen mit Selbigen dann ein Bild gezeigt bekommt, auf dem ein dunkelhäutiger Junge Kamelpisseurin trinkt (versehen mit der Bildunterschrift „Aber bei uns Ansprüche stellen“), dann… nun ja.

Dass man geglaubt hat, ich sei schwanger, war da schon fast wieder vergessen. Nur mal so nebenbei: Monsieur und ich haben gestern unseren ersten Hochzeitstag gefeiert. Schwierige Zeit, aber gute Zeit.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Party

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Das Leben ist eine Party.

Die coolen Kids werden sofort hereingelassen, während die uncoolen Kids um jede Möglichkeit kämpfen, eingelassen zu werden, und es entweder nicht schaffen oder nur als Getränkelieferant. Manchmal passiert auf Partys stundenlang nichts Relevantes und man sitzt einfach nur rum und quatscht. Manchmal sind Partys toll, manchmal hasst man sie. Manchmal sitzt man dort herum und denkt, dass alles scheiße ist, bis diese eine bestimmte Person auftaucht. Und auf manche Partys wäre man lieber nie gegangen, weil dort der Exfreund mit seiner Neuen auftaucht und ein öffentliches Vorspiel abhält. Bei manchen Partys merkt man auch erst hinterher, wie geil sie eigentlich wären. Manche Arten von Partys werden total gehypt und dann geht man selber hin und findet sie scheiße. Häufig traut man sich auf Partys nicht, aus sich herauszugehen. Manche Partys möchte man gar nicht verlassen und wenn die anderen merken, dass man weg ist, sind sie traurig darüber, und man musste trotzdem gehen.

Am allerwichtigsten: Partys gehen auch ohne Alkohol, aber mit machen sie mehr Spaß. 😉

Mit chipsessenden Grüßen

Die Kitschautorin

Kurzes Lebenszeichen

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Tagesordnungspunkt 1: Bachelorarbeitsgabenkrams and shit

Hallo. Ich lebe noch. (Wen das nicht freut, der möge bitte diesen Blog verlassen.^^)

Am 31. Juli war offizielle Deadline für die Abgabe meines zweiten Bachelorarbeitsversuches. Abgegeben habe ich aber am 29. Juli, weil ich das Ding einfach weghaben wollte.

An dem Tag ging die Bachelorarbeit auch in Druck. Leider konnte ich sie nicht mehr persönlich im Prüfungsamt Erziehungswissenschaft abgeben, weil der Copyshop bei der Bindung Mist gebaut hat und erst eine halbe Stunde fertig war, nachdem das Prüfungsamt geschlossen hatte. Glücklicherweise hatte ich den Tipp mit der Poststelle der Uni bekommen und konnte sie da abliefern. So war ich nicht erneut darauf angewiesen, sie mit der Post zu schicken (was beim letzten Mal enorm schief ging) oder erst Montag abzugeben (ja, das wäre erlaubt gewesen).

Und jetzt beginnt die große Warterei. Ich hoffe einfach, dass ich diesmal bestehe. Wenn ich nicht bestehe, ist mein Leben erst mal zu Ende.

Tagesordnungspunkt 2: Urlaub and shit

Ich befinde mich seit dem 1. August offiziell für zwei Wochen in Urlaub. Ich weiß, dass man normalerweise bei einer neuen Stelle erst nach einem halben Jahr Urlaubsanspruch hat und im August bei mir an sich viel auf der Arbeit passiert, aber es musste einfach sein und es ging dann auch anstandslos durch. Die Zeit habe ich dann genutzt, um zwei nördlich von mir wohnende Freunde zu nerven besuchen. Ich fands sehr lustig, ich hoffe, mein Gegenüber auch.^^

(Ich finde es übrigens außerdem sehr lustig, wie ich trotz Urlaub immer noch arbeitsmäßig von Tagesordnungspunkten rede. Naja, egal.)

Tagesordnungspunkt 3: Twitterkrams and shit

Ein User, mit dem ich regelmäßig auf oben genannter Plattform kommuniziere, erwähnte mich dankend in seinem Werk („für die interessanten Twitterkonversationen“). Ähm, okay.

Mit freundlichen Grüßen

Die hier hoffentlich bald wieder öfter schreibende Kitschautorin

My big fat German wedding

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Schlaf vorher

Bei mir enorm schlecht. Von Monsieur weiß ich allerdings, dass er recht gut geschlafen hat.

Größter Nervositätspunkt

Als meine Eltern und ich schon eine Weile Richtung Ort des Geschehens unterwegs waren und ich meinen Vater bitten musste, das Fenster herunterzufahren, weil mir so schlecht war.

Die Standesbeamtin

Ich habe ja, unter anderem von meinem Fahrlehrer, gehört, dass die Standesbeamten in der viertgrößten Stadt Niedersachsens schrecklich sein sollen – unpersönlich und zickig. Das war in diesem Fall aber gar nicht so. Sie hat uns gefragt, wie lange wir schon zusammen sind, und ein schönes Gedicht rezitiert. Sie sah übrigens auch sehr gut aus, weswegen ein alleinstehender Freund hinterher fragte, ob ich ihn nicht mit ihr bekannt machen kann. 😀

WTF-Moment

Der war nicht bei mir. Schwager Nummer zwei hat sich aber darüber gewundert, was für einen merkwürdigen Wohnsitz ich habe. Ich musste es ihm dann erklären. Gott sei Dank ist diese Kindergeldgeschichte ja auch bald vorbei.

Schönster Moment

Als er Ja sagte. Dass er in seine Rede im Restaurant eine Anspielung auf Al Borland eingefügt hat, war aber auch nicht schlecht.

Rührendster Moment

Die Lieblingstante von Monsieur kam im Trauzimmer zu mir zum Gratulieren und ich konnte deutlich sehen, dass sie Tränen in den Augen hatte.

Ungewöhnlichster Moment

Als ich zum ersten Mal von Monsieur als meinem Mann sprach.

Die Fotografin

Sie hat sehr schöne Bilder gemacht… nur die ersten paar sind vermutlich nicht gut geworden, weil sie uns vorm Tor des Standesamtes haben wollte und da wir mittags geheiratet haben, schien die Sonne genau drauf.

Das Restaurant

Wir haben uns ein mexikanisches Restaurant ausgesucht, in dem wir zuvor schon mit meinen Eltern gespeist haben. Das Hauptkriterium war: Jeder kann oder darf dort essen – mein Vater verträgt weder Gluten noch Jodsalz; in unserem Freundeskreis gibt es Vegetarier und Fruktoseintolerante. Wir haben kein Menü vorgegeben, jeder durfte bestellen, was er wollte. Komplimente gab es vor allem für die Steaks und den einen Nachtisch (Vanilleeis mit Kahlúa). Ich selbst hatte einen Burrito, der sehr lecker war, aber auch scharf. Sehr scharf. Außerdem Nachos mit Guacamole, von denen irgendwie jeder am Tisch was haben wollte.

WTF-LOL-Moment

Mein, äh, Mann und ich wurden von der Fotografin in den kleinen Gang zwischen Standesamt und benachbarter Kirche gebeten, damit wir dort auch noch schöne Fotos machen konnten. Als wir dabei waren, merkte ich, dass ein gewisser Herr, der gut 21 Jahre älter ist als ich, heimlich Fotos aus dem Trauzimmerfenster heraus gemacht hat. 😀

Lustigster Moment

Da gab es viele, aber ich glaube, die Ehre gebührt dem Moment, in dem wir die Glückwunschkarte von Schwager Nummer eins gelesen haben… er hat Homer Simpson zitiert. „Und wenn du dein Essen nicht mehr schaffst, so esse ich es für dich auf.“

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Angeschmiert

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(Danke an meinen großartigen Freund für diese Überschrift.)

Ich glaube, mein Freundeskreis ist in vielerlei Hinsicht atypisch. Und mein Freund ist es auch. Jedenfalls dachte er sich, dass die Mädels mindestens genauso viel Spaß an Paintball haben wie die Jungs, wenn nicht noch mehr. Und so lud er auch die Mädels zu seinem Junggesellenabschied ein. Der dann eher so Polterabendcharakter hatte.

Wir waren in einer sehr großartigen Paintballarena in einem Vorort meiner Heimatstadt. Es war anstrengend, aber auch lustig. Ich bin übersät mit wachteigroßen blauen Flecken, den 1. Preis der Verletzungen hat aber der beste Freund meines Zukünftigen gewonnen (Platzwunde auf der Hand).

Zwischendurch musste ich mal Pause machen, weil man unter den Masken relativ schlecht atmet, aber ich habe versucht, mich durchzukämpfen. Auf dem Feld, wo wir nicht waren, beschossen sich irgendwelche Jünglinge, deren Freundinnen nur zuguckten… und so aussahen, als würden sie nie irgendwas machen, wobei man schmutzig werden kann. Nicht meine Welt.

Irgendwann habe ich auch mal ein Eins-gegen-Eins mit meinem Zukünftigen gemacht… und das Ergebnis war sehr überraschend. Ich habe gewonnen, dabei habe ich das noch nie vorher gespielt 😀

Fazit: Ich würds auf jeden Fall wieder machen, auch wenn’s manchmal wehtut.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Dafuq did I just hear

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Gestern gabs wieder einmal ein Treffen der Familie meines Freundes.

Meine Tochter hat ja einem Mann aus der Türkei Knochenmark gespendet.

Och nee!

Was macht man mit so jemandem? (Antworten gerne auch in Form bestellbarer T-Shirts.)

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Was ich von Donnerstagmorgen bis Sonntagmittag so getrieben habe

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Tagesordnungspunkt 1: Donnerstag

Es ist schon klasse, wenn man einen Freund in der zweitgrößten Stadt Deutschlands besuchen will und genau an dem Tag streikt die Bahn, nicht aber dann, wenn man’s wirklich gebrauchen könnte (dazu gleich mehr). Gott sei Dank gibt es im Nachbarort eine Privatbahn, die ich dann auch nutzte, weil mein Freund mich freundlicherweise dahin fuhr. Eine nette junge Dame verteilte als Dankeschön lauter Pick-up-Riegel. Kam echt gut als Energielieferant, ich hatte in der vorigen Nacht nämlich so gut wie nicht geschlafen.

In der zweitgrößten Stadt Deutschlands angekommen, ging es dann gleich in ein im Übrigen wunderbares Schwimmbad. Total chillig, mit Sauna und einer göttlichen Massage. UND Ruheraum. Da blieb kein Auge offen.

Den Rest des Tages, der dann bis halb drei morgens ging, verbrachte ich dann mit Gesellschaftsspielen. Lektion 1: Spiele niemals gegen einen Filmfreak “Scene it?”.

Tagesordnungspunkt 2: Freitag

Um halb sieben musste jemand wachgeklingelt werden, was mir aber nichts ausmachte, ich ratzte trotzdem wie ein Baby auf einer Baustelle. Ich sah zwei Filme (“Der Vorname”, einer meiner Lieblingsfilme, und “Who am I”, sehr kurzweilig, nur zu empfehlen) und fuhr nach einem im Übrigen unglaublich erfolgreichen Vorstellungsgespräch für ein Praktikum wieder nach Hause.

Tagesordnungspunkt 3: Samstag

Ich hätte mir gewünscht, dass die Bahn auch an dem Tag streikt, dann hätte ich nicht arbeiten müssen. So ging es aber los und in der viertgrößten Stadt Niedersachsens fotografierte ich ein echt gut gemachtes Graffito, das an der Privatbahn prangte, in die ich umsteigen musste. Der ältere Herr neben mir brummelte aber nur: “Frechheit!”, was ich nicht verstand.

Der Auftrag an sich lief gut, wenn man mal davon absieht, dass ich mir die Interviewfragen von meinem Freund nachliefern lassen musste, weil mein Smartphone keine .docx-Dokumente öffnen kann. Und DANN kam die Bahn ins Spiel.

Ich löste ein Ticket mit Umstieg in der Stadt, die einen schwarz-gelben Fußballverein beherbergt, der mal Deutscher Meister war. Ich aß im dortigen Hauptbahnhof fröhlich ein Baguette und einen Donut und freute mich, dass der Zug bald kommen wurde. Und dann stellte die Polizei fest, dass sich irgendwer in den Gleisen befand, und der Bahnhof wurde für alle ein- und abgehenden Fahrten gesperrt.

Ich saß zwei Stunden da fest, wusste nicht, ob und wie ich nach Hause komme, und am Bahnsteig hätte ich fast eine volle Bierdose abbekommen, die einem Eintracht-Frankfurt-Fan galt. Was muss man die auch auf demselben Bahnsteig warten lassen? Der Bahnhof war voll mit Menschen und ich war froh wie selten im Leben, als die Züge endlich wieder fuhren.

Als ich endlich ankam, war ich relativ kaputt und so schaute ich mit den Eltern meines Freundes den im ZDF laufenden Krimi. Um genau zu sein: Ich schaute ihn und die beiden schnarchten im Sessel… so wie sie jeden Abend verbringen. Seit einer Ewigkeit. Oder ist das deren Art, die Kritik am deutschen Fernsehen loszuwerden?

Tagesordnungspunkt 4: Sonntag

An dem Tag bekam ich das, was am Vortag seltsamerweise ausgeblieben war: einen Panikanfall. In der Küche wuselten viel zu viele Menschen (vier) herum, die auch noch alle gleichzeitig redeten, großenteils mit mir, und irgendwas machten. Ich musste da raus. Die Rückfahrt hielt ich kaum aus und als ich endlich zu Hause war, konnte ich nichts anderes tun, als zu schlafen. Ich war nicht fähig, noch irgendwas zu tun oder irgendwie zu denken.

Mittlerweile geht es mir wieder ganz gut, aber ich freue mich nicht besonders auf den ganzen Kram, der diese Woche ansteht. Den Neon.de-Zähler habe ich jedenfalls auf in etwas über einem Monat gesetzt.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Back in black

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Meine unfreiwillige Zeit ohne WLAN ist nach fünfundzwanzig Tagen, drei Techniker-Terminen, ungezählten Minuten in der Vodafone-Hotline und einigem Wirrwarr um die Verteilerkästen (dazu später mehr) endlich vorbei. Ich kann wieder lustig vor mich hinbloggen. Zunächst einige kleine Sachen, die ich erlebt habe:

– Ich war über Weihnachten bei meinen Eltern und hatte das unglaubliche Glück, sowohl auf dem Hin- als auch dem Rückflug in direkter Nachbarschaft derselben gestressten Familie zu sitzen. Die beiden Mädchen benahmen sich einfach mal gar nicht, die Mutter drohte dauernd damit, die Kinder im Falle erneuten Nichtbenehmens umzusetzen, und zwar, ohne es zu tun. Die beiden Mädchen hießen übrigens Bente und Tomma.

– Wenn ich in der Uni mit dem Internet arbeiten muss, greife ich dafür gern auf die Computerräume zurück. Normalerweise interessiert mich nicht besonders, was die anderen dort machen, aber vor zwei Wochen oder so erblickte ich auf dem Bildschirm vor mir ein Bild eines Zwanzigers, mit folgender Aufschrift: “Geh zur Schule… Ich hab für diesen Schein drei Schwänze gelutscht… Ich bin ein Kerl!” Ich musste mich unglaublich zusammenreißen, um nicht laut loszulachen.

– Ich habe dieses Semester ein Pädagogik-Tutorium gegeben, das ich vor etwas über zwei Wochen ausfallen lassen musste. Der Grund für den Ausfall trat über Nacht ein. Sobald ich wusste, dass es mit der Uni an dem Tag nix mehr wird, schrieb ich meinen Tutanden. Es tat mir zwar leid für die, die an dem Tag umsonst im Raum standen, allerdings gab es auch einen, der meinte, ob ich nicht früher Bescheid sagen könne, er lese seine Mails immer nur abends… sorry, da kann ich dir auch nicht helfen.

– Die Aasgeier von der GEZ wollten ganz gern, dass ich denen ihre ausstehenden Beiträge bezahle. Ich erfuhr davon durch einen Brief, auf dem zwei Sachen standen: der Nachsendeaufkleber der Deutschen Post und eine Bemerkung “bitte nicht nachsenden”. Finde den Fehler.

Und jetzt möchte ich noch einige Dinge zum Umzug sowie dem neuen Leben im Dorf sagen.

Tagesordnungspunkt 1: Der Umzug

Das war mit Abstand der längste und nervigste Umzug in meinem Leben. Er fing vor ziemlich genau drei Monaten an, als ich mein WG-Zimmer kündigte und die ersten Möbel da rausholte, und strenggenommen endet er erst Mitte Februar, wenn die neue Küche geliefert wird. (Ich wäre aber willens, zu sagen, dass er heute mit der erfolgreichen Installation des Internets beendet wurde.) Fast alle meine Möbel sind auf der städtischen Deponie gelandet, was mich zehn Euro gekostet hat, was aber lange nicht so viel war wie die Tickets, die man mir im Zuge des Einladens aufs Auge drückte. Ich bin schon froh, dass ich nicht mehr in einer Straße mit einem Mangel an Parkplätzen wohne. Ich musste viele Dinge kurz vor knapp organisieren – z.B. die Küchenbestellung –, weil ich erst am 15. Dezember die Zusage für die Wohnung bekam. Zwischendurch hatte ich Stress mit meinem Ex-Hauptmieter, weil ich das Zimmer für die Neue nicht saubergemacht hatte. Und der Nachsendeantrag trat erst am 12. in Kraft.

Tagesordnungspunkt 2: Internetprobleme

Am 2. Januar habe ich einen 16000er-Internetanschluss bestellt. Am 17. kam zum ersten Mal ein Techniker, der sich, um an den Hauptverteilerkasten zu kommen, durch einige Büsche am Nachbarhaus schlagen musste. Obwohl er danach meinte, es müsse jetzt gehen, ging es nicht. Der Vodafone-Hotline-Mann erklärte, das liege daran, dass er nicht die 16000er-, sondern die niedrigere Leitung freigeschaltet habe. Deswegen könne ich den Modem-Installationscode nicht eingeben. Also neuer Technikerbesuch. Die Aushilfe, die sich vor drei Tagen durch Büsche UND Schnee geschlagen hatte, erklärte mir, das könne nicht der Kasten sein, der für den Anschluss benötigt wird. Ich bekam einen halben Nervenzusammenbruch. Nach x Anrufen bei der Hausverwaltung (die am Samstag nicht zu erreichen ist) wurde schließlich klar, dass der APL-Kasten, von dem der Techniker sprach, in einem kleinen verhutzelten Kellergang ohne Licht oder richtige Tür liegt. Und heute wieder ein Techniker. Es war derselbe wie am 17. und er wunderte sich darüber, dass ich immer noch kein Netz hatte, schließlich habe er alles richtig gemacht. Letztlich hat er aber doch irgendwas richtig gemacht, denn ich habe jetzt Internet. Am witzigsten war noch, wie ich auf diesen Kasten im Kellergang aufmerksam wurde. Anscheinend weiß meine ca. achtzigjährige Nachbarin besser über so was Bescheid als die Leute, denen das Haus gehört.

Tagesordnungspunkt 3: Leben im Dorf

Ich bin in ein Dorf gezogen, das ich vorher nicht kannte, und das, obwohl mir das Stadtleben immer besser gefallen hat als das Dorfleben. Aber ich finde es hier gar nicht so blöd. Ich habe vierzig Minuten mit dem Regionalexpress bis zur Uni, etwa genauso viel bis ins kleinste Bundesland, es gibt mindestens fünf Läden, bei denen ich mich mit Dingen des täglichen Bedarfs versorgen kann, Internet habe ich ja jetzt auch, das Hallenbad ist nur eine Bahnstation entfernt und gelegentlich treffe ich morgens am Bahnhof auf einen Kommilitonen, der im Nachbarort wohnt. Mein Freund hat nur noch fünf Minuten zur Arbeit anstatt wie früher, je nach Aufenthaltsort, mindestens eine halbe Stunde zur Uni. Und das frühe Aufstehen finde ich gar nicht so nervig. Ich habe ja auch Glück, dass ich nicht mehr vor 10 da sein muss. So langsam gewöhne ich mich an alles. Sogar daran, dass ich mich morgens auf dem Fahrrad bequem zum Bahnhof rollen lassen kann, nachmittags auf dem Rückweg aber treten muss. Und das Allerbeste: Ich lebe nicht mehr mit wildfremden Menschen zusammen, die gerne Stress schieben, sondern mit dem Mann, den ich liebe.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Nikolaus

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Über Weihnachten werden mein Freund und ich wieder einmal meine Eltern besuchen. Wenn wir da hinwollen, gibt es im Prinzip drei Möglichkeiten:

1.) Ein sauteurer Flug nach Arlanda.

2.) Eine dreizehnstündige Zugfahrt.

3.) Eine gewisse irische Billigfluglinie.

Ich habe mich für Möglichkeit 3 entschieden und heute den Flug gebucht… und dafür über ne halbe Stunde gebraucht, weil sich die Seite zwei Mal an genau derselben Stelle aufhing. Ich wartete zusammengenommen 25 Minuten darauf, dass ich endlich weiterkam – und danach grinste mich ein “Schneller-buchen-mit-MeinRyanair”-Angebot an. Im Übrigen möchte ich der Fluglinie gerne meine Dienste als Übersetzerin anbieten – ich las davon, dass mein Flug um “16 Std.” losgeht, und das war nicht der einzige Fehler…

Das Tolle an der Weihnachtszeit sind ja die vielen verschiedenen Adventskalender. Bei einigen kann man was gewinnen – und genau das ist mir heute passiert:

http://mtoools.de/calendar_content.php?cid=16660&d=6

Ich habe eine selbstgestrickte Mütze gewonnen! Vielen Dank an Mandy und Heike, ich freue mich sehr darüber!

Mit adventlichen Grüßen

Die Kitschautorin