RSS-Feed

Monatsarchiv: November 2011

Breaking yawn

Veröffentlicht am

Die älteste Jugendzeitschrift Deutschlands, dessen Ableger ich gerade schon besprach, hat immer weniger Leser, aber leider kauft sie immer noch irgendwer, und so ist sie immer noch im Handel erhältlich. Und auch hier gibt es einige amüsante Stellen.

Eine Sängerin, die ich nicht kenne, macht bei einer Sendung mit, die ich nie gesehen habe, und dabei passiert ihr ein Missgeschick unter Beteiligung eines Menschen, der an einer anderen Sendung teilgenommen hat, die ich nie gesehen habe.

Weil sie noch keinen Sport-Badeanzug hatte, rutschte ihr bei einem Sprung der Bikini weg – die Sängerin stand komplett nackt da. Gabby befürchtet nun, dass „Dschungelkönig“ Peer Kusmagk (36) ihren Popo gesehen hat – denn der war gerade hinter ihr. *Oops*

Ich wette, der sah ungefähr so aus:

Quelle: dt. Wikipedia

Da anscheinend alle Jugendlichen auf Twilight stehen (oh nein, bitte nicht), gibt es einen vierseitigen Artikel darüber, der in bester Bildmanier fast nur aus Bildern besteht. Und in der Heftmitte findet sich ein Poster von einer Band, die ich mit dreizehn sehr toll fand (Linkin Park). Damals, das ist sieben Jahre her, fand ich sie toll und habe meine Oma bekniet, mir zum Geburtstag die aktuelle Scheibe zu schenken. Heute würde ich die nicht mal geschenkt haben wollen. Doofe Zeitung, doofe Band. Passt.

Dr. Sommer möchte Jugendlichen erklären, was erotisch bedeutet. Ich möchte mal sagen, wer im bravolesenden Alter ist und das noch nicht weiß, sollte jegliche dahingehenden Aktivitäten unterlassen. Gegen die Dr.-Sommer-Rubrik habe ich nichts, aber bei der Ecke zum Thema Periode musste ich dann doch lachen (liegt an meinem kindischen Humor):

Im Durchschnitt werden etwa 65 Milliliter ausgeschieden. Das ist ungefähr eine halbe Kaffeetasse voll.

Bin ich die Einzige, die sich gerade vorstellt, wie die Fragenstellerin mit einer Tasse zwischen ihren Beinen herumsteht?

Anschließend gab es wieder einmal einen Bericht zum ersten Mal und ich frage mich, ob die Schreiberlinge der verschiedenen Zeitungen sich gegenseitig die Ideen klauen, weil sie keine mehr haben. Fünfundzwanzig Seiten später machte ich einen Ausflug in die Zeit, in der ich mich noch darum gerissen hätte, die Bravo oder Ähnliches zu lesen. Im zarten Alter von acht Jahren war ich der größte Fan der Band Echt und ich muss gestehen, ich habe immer noch ein Lied von ihnen auf meinem MP3-Player. Sie sind tatsächlich wieder in den Charts! Ich war total aus dem Häuschen.

Alles wird sich ändern, wenn wir groß sind…

Ja, da hatten sie wohl Recht. Oder?

Zu der Mädchen kann ich im Grunde gar nicht so viel sagen. Natürlich ist auch sie voll mit Stars, die ich nicht kenne, aber ich werde nun mal alt. Zwei Stellen sind mir dann aber doch aufgefallen.

Auf Seite 20 findet sich der Artikel „Was denken Jungs wirklich über diese Trendteile?“ Vorgestellt werden dem „Expertenteam“ unter anderem ein Poncho und ein Lederrock. Und wie nicht anders zu erwarten, fallen die Meinungen total unterschiedlich aus. Das hätte ich aber auch ohne Einladung von fünf männlichen Teenagern sagen können.

Gabi kann man immer fragen, wenn man Probleme hat, besonders im sexuellen Bereich, allerdings sollte man dann nicht erwarten, auch eine gute Antwort zu kriegen. Die dreizehnjährige Luisa wollte wissen, wie sie öfter zum Orgasmus kommt, und die Antwort begann so:

Liebe Luisa, jeder entdeckt seinen Körper in dem Alter, das für ihn richtig ist. Beim Solosex geht es nicht darum, schnell und oft zum Orgasmus zu kommen.

Anders gesagt: „Junge Dame, du bist für so etwas noch viel zu jung und du hast eh überhaupt keine Ahnung.“

Ich muss überlegen, was ich mit den drei Zeitungen jetzt noch anstelle. Ich glaube, die gäben nicht mal gutes Collagenmaterial ab… Bis auf die ja zwei Mal auftauchende Frau ohne Gesichtsausdrücke.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Advertisements

Noch dümmer in 7 Minuten

Veröffentlicht am

Während der Pubertät hatte ich öfters Streit mit meiner Mutter, weil sie nicht wollte, dass ich die Schmuddelseiten aus den Jugendzeitschriften lese. Ach ja, das waren noch Zeiten…

Jetzt, da ich keine Erlaubnis mehr brauche, um solche Machwerke zu kaufen, liegt vor mir je ein Exemplar von Bravo Girl, der „normalen“ Bravo und Mädchen. Sie haben je anderthalb Mal so viel wie die Bild gekostet, sind aber auch nicht viel wertvoller.

In der Bravo Girl stehen schon ganz zu Anfang Trends, bei denen sich aufgeklärte Menschen an den Kopf fassen.

Denn ab sofort braucht sich keiner mehr für seinen Haaransatz schämen. Sieht doch echt toll aus!

Eigentlich hätte der Schreiber dieses Artikels, der sich ja immerhin in einer Zeitschrift, die allen Mädchen vorschreibt, wie sie zu leben haben, verewigt hat, an einer Ironieüberdosis sterben müssen.

Danach erblickt der Leser unter anderem rockigen Looks, die aber natürlich nicht so richtig rockig sind, weil echte Bravogirls sie sonst nicht benutzen würden, und eine „Uh-hier-lernt-ihr-endlich-wie-Männer-ticken“-Rubrik, in der man natürlich keine Mädchen kennt, sondern nur Girls.

Dieses Mal geht es um das erste Mal (wow, das Thema gab es ja noch nie…). Zu den Tipps will ich jetzt gar nicht so viel sagen, nur: Dieser Nick beherrscht anscheinend die Kunst, über Sex zu schreiben, sodass es in dem Text auch genauso gut um den ersten Kuss gehen könnte. Jedenfalls bin ich der festen Meinung, dass diese Textstellen hier

Egal ob du vor deinem ersten Kuss, Petting oder Sex stehst

und drücke dir die Daumen für dein erstes Mal – egal welches!

nachträglich von irgendeinem Redakteur eingefügt wurden, der sich fragte, worum es denn nun geht. Schon seit dem letzten Mal, als ich solche Hefte selbst gekauft habe, ist Nick anonym unterwegs, und ich begreife so langsam, warum.

Auf Seite 26 darf Cassandra Steen, die ich bis dahin eigentlich sehr geschätzt hatte, ihre Geheimnisse verraten, die mit echten Geheimnissen etwa so viel zu tun haben wie die CDU mit guter Politik. Zwei Seiten weiter ein voll krasser Bericht aus dem ultrawahren Real Life der sechzehnjährigen Leonie, die so dumm war, ihre Geburtstagseinladung bei Facebook falsch hochzustellen, sodass am Ende 150 Leute auf ihrer Party waren. Laut Bildunterschrift sogar fast 500.

Mädels mit dem Selbstbewusstsein einer Tischdecke freuen sich sicher über den Artikel, der mich zum Titel inspirierte. Angeblich soll man in sieben Tagen ein total neuer, selbstsicherer Mensch werden – und wir wissen alle, das ist ungefähr so glaubwürdig wie all die „Ich-habe-in-drei-Wochen-150-Kilo-abgenommen“-Berichte, die einem im Internet allenthalben entgegenpoppen.

Überlege, woher dein mangelndes Selbstbewusstsein kommen könnte.

Von der Bravo Girl?

Folgender Tipp verändert zwar nicht dein Aussehen, aber damit gehst du deinem Schwarm nicht mehr so leicht aus dem Kopf: Trage jeden Tag dasselbe Parfüm. Riecht er es irgendwo an irgendwem, wird er sofort an dich denken.

„Igitt, Katrin stinkt ja genauso fies wie Leonie, der muss ich sofort aus dem Weg gehen!“

Ratlos wird der Leser allerdings zurückgelassen, da erst dazu geraten wird, die Waage und alle Diätbücher wegzuschmeißen und dann dazu, auf die Taillenmaße zu achten.

Keine Mädchenzeitschrift ohne Test und diesmal ist sogar einer dabei über den Film mit der Hauptdarstellerin, die immer so guckt, als ob sie einen Nierenstein ausscheiden würde.

Man kann testen, ob man ein „Fanpir“ (das Wort bekommt von mir den Preis „Schlechtester Neologismus des Jahres 2011) ist, und laut Ergebnis bin ich auf dem besten Weg, einer zu werden. Ich hätte eher gesagt: auf dem schlechtesten.

Anschließend stößt man auf Arztwitze, die sogar Fips Asmussen zu blöd sind, und auf eine Doppelseite zum Thema „Welche Mütze passt zu dir?“. Die geneigte Leserin bräuchte wahrscheinlich eine, die man übers ganze Gesicht ziehen kann.

Der Fotoroman ist genauso intelligent wie oben angesprochene Witze. Ein Mädchen wünscht sich sehnlichst einen Kerl, findet aber erst nach einem Umstyling einen. Und nachdem ihr ihre Freundinnen durch die Blume klargemacht haben, dass Individualität nicht zählt, wenn man den Traumboy erhaschen will. Das Ganze erinnert mich an eine Geschichte, die ich mal gehört habe. Eine US-amerikanische Waschmittelfirma platzierte einmal irgendwo in einer Zeitung aus dem Nahen Osten eine Anzeige mit drei Bildern: links die dreckige Wäsche, in der Mitte das Waschpulver und rechts die saubere Wäsche. Leider hatte die Firma nicht beachtet, dass Arabisch von rechts nach links gelesen wird.

Gott sei Dank ist die Bravo Girl danach auch schon fast zu Ende. In der nächsten Ausgabe steht laut Ankündigung, wie man Fertigessen pimpt. Das wäre mal was wirklich Sinnvolles.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Dummbi

Veröffentlicht am

Du bist leider du, leider schwul

Und jeder weiß Bescheid, dein Nebenjob ist Transvestit

Ich komm zu dir und zünde deinen schwulen Ledermantel an

Es kann beginnen, also geh mit deinen Schwulen grillen

Wie kann ein Mann Schmerzen zeigen, wenn er gar nichts fühlt,
bei einer Schlampe wird ein Mann doch automatisch kühl

Ich versteh nur nicht,
warum heutzutage keine Frau was auf die Ehre gibt.

Du schwule Missgeburt, fick dich

Und das tut tierisch weh, egal, wie schwul das klingt

Und deine Mutter verdient gut, denn sie hat lange Beine!

Ich bin kein Inder, doch deine Mutter is‘ mir heilich.
Die dicke Kuh ist schon seit 70 Jahren über 30.
Tut mir Leid, ICH nehme es wirklich gern‘ zurück.
Auch dieser Satz, dass sich dein schwuler Vater gerne bückt.

Zum Rendezvous fick ich deine Mum (im) Fahrstuhl.

Berlin wird wieder hart, denn wir verkloppen jede Schwuchtel

Ich brauch keine 3 Sekunden, um dich Nutte zu verwunden
Du bist nicht wie ich, also kannst du nicht verstehen, Rap fickt den ganzen Rest und
lässt euch schwul darüber reden.

Ich mach paar Model-Nutten glücklich vom Rücksitz vom Benz.

Hatte Schlampen, so wie andere einen Freestyle-Raum.

Ihr seid stockschwul und euch Pennern fehlen die Ideen

Du bist zu lieb, du Gay

Denn mir ist scheißegal, ob ich euch Tunten gefalle

Ich mach dich Homo arm

Denn du bist voll verschwult

Deine Tochter wird für meine Jungs zum Leihwagen

Ich hoffe, du hast nie wieder Glück, Schlampe

Glaub mir, ich gebe einen Scheiß darauf, du schwuler Stricher

Mein Outfit passt zu meiner Braut, deiner Schwester
Sie steigt ein, macht den Mund auf und saugt unterm Lenker
Du bist nichts, du Spast, warum, weil du gay bist

Ich lieb es, wenn die Schlampen hupen

Und jeder weiß, deine Schwester war am Strand aktiv! Du Transvestit

Kuck, deine Mama, sie hält Händchen mit 13 Jungs

Mein Team hat deine Mutter gebumst!

Super-Integration. Wirklich.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin