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Monatsarchiv: Juli 2012

Reise, Reise

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Am Freitag werde ich für zwei Wochen verreisen. Es geht in eine im französischen Teil des Baskenlandes liegende Stadt, in der ich zusammen mit anderen Teilnehmern im Auftrag der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste einen jüdischen Friedhof pflegen werde. Wir werden unter anderem die Grabsteine wieder lesbar machen. Auf den dazugehörigen kleinen Hebräisch-Kurs, damit wir verstehen, was wir da bearbeiten, freue ich mich schon ganz besonders.

Nicht so erfreulich hingegen waren die zahllosen Organisationsschwierigkeiten, mit denen ich zu kämpfen hatte. Da wäre beispielsweise die Sache mit dem Busticket vom Flughafen zum Zielort. Ich wollte es frühzeitig kaufen, falls es Probleme gibt. Daraus wurde dann aber nichts – als Nichtspanierin musste ich entweder mit Kreditkarte, die ich nicht besitze, oder mit Paypal bezahlen. Das besaß ich zwar auch nicht, aber das kann ich mir doch ganz leicht einrichten. Dachte ich. Die leider erforderliche Aufladung des Kontos mit dem zu entrichtenden Betrag dauerte ewig. Immerhin konnte ich das durch einen bestimmten Anruf beim Kundenservice beschleunigen. Zum Ausdrucken des Tickets brauchte ich dann drei Anläufe, da die ersten beiden Male jeweils ein Teil des Tickets nicht lesbar war. Ich wurde leicht panisch, wir schrieben immerhin schon den 27. Juli, aber es hatte geklappt.

Warum Spanien, die will doch nach Frankreich, werden sich jetzt einige meiner Leser fragen. Spanien deshalb, weil ich nach Bilbao fliege – das ist auch im Baskenland, aber auf der anderen Seite der Grenze. (Nebenbei gesagt: Der Zugverkehr zwischen den beiden Städten ist echt bescheuert. Man muss bei vielen Verbindungen in der Nähe der Grenze übernachten und kommt nicht unter sieben Stunden weg, bei zirka 150 km Luftlinie. Liegt wohl an den unterschiedlichen Spursystemen.) Mein Zielort hat zwar einen Flughafen, aber es gibt von Deutschland aus nicht so viele Direktflüge – und die, die es gab, waren richtig teuer. Auf Umsteigen wollte ich verzichten. Von einer anderen Teilnehmerin habe ich dann den Tipp mit Bilbao bekommen. Dahin werde ich auch fliegen, von Düsseldorf aus übrigens. Das ist, falls es jemanden interessiert, der drittgrößte deutsche Verkehrsflughafen und 1996 gab es dort eine Brandkatastrophe wegen fehlender Sicherheitsvorkehrungen. Ich werde von dem Terminal aus losfliegen, in dem das Feuer damals gewütet hat. Schön zu wissen, nicht?

Auf jeden Fall freue ich mich darüber, dass die Lufthansa einen etwas besseren Service bietet als Ryanair. Ich darf ganze zwei Gepäckstücke umsonst mitnehmen (eins davon kommt in den Frachtraum, deswegen kann ich sogar meine drei Tuben 50er-Sonnencreme mitnehmen, die ich vorsorglich gekauft habe. Wusstet ihr übrigens, wie teuer so was ist? Gott sei Dank hatte IhrPlatz Ausverkauf.). Die Dame vom Kundenservice, mit der ich telefoniert habe, hatte einen ganz süßen, vermutlich osteuropäischen Akzent.

Morgen werde ich anfangen, zu packen, und dabei aufpassen, dass ich nicht über die 25 kg komme, die die spanische Busgesellschaft für internationale Reisen vorschreibt. Was ich nicht alles mitnehmen muss – zwei Wörterbücher beispielsweise. Eins davon für Englisch, weil das die Campsprache ist. Weil wir selber kochen werden, hab ich auch noch ein paar Rezepte zusammengestellt (und sicherheitshalber übersetzt – endlich etwas, wozu die Ausbildung gut war, haha). Ich werde auch ein kleines Buch mitnehmen, um mir alles aufzuschreiben, was ich erlebe. Das werde ich dann auch im Blog hochstellen. Ich bin ganz schön aufgeregt – das ist meine erste Auslandsreise, die ich ganz allein durchführe. Bis jetzt war ich entweder mit meiner Familie, mit meinem Freund oder mit der Schule weg. Hoffentlich klappt alles. Wenn einer eine Reise tut… hat er wahnsinnig viel zu organisieren.

Veuillez agréer l’expression de mes sentiments distinguées.

L’autrice du kitsch

(Das war Französisch.)

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Immer wieder sonntags

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…kommt die Langeweile auf. Und weil ich eine unglaubliche Selbstdarstellerin bin gerne Fragen über mich beantworte, mache ich das jetzt hier im Blog.

Wenn du ein Buntstift wärst, welche Farbe wärest du? Knallrot.

Wo willst du in deinen Flitterwochen hinfliegen? Nach Südschweden. Aber bitte nicht dahin, wo meine Eltern sind.

Was bemerkst du als Erstes am anderen Geschlecht? So komisch es klingt, aber ein sehr wichtiger Punkt sind die Haare. Sie sind meiner Meinung nach elementar für das gute Aussehen einer Person.

Was ist dein Lieblings…

körperteil? Der Kopf. Leider wird der von den meisten Menschen sehr vernachlässigt.

getränk? Leitungswasser.

film? “Spiel mir das Lied vom Tod”.

tag? Samstag.

pizza? Bolognese mit Hollandaisesoße drauf, omnom.

Welchen Film hast du als Letztes gesehen? “Dänische Delikatessen”. Kann ich sehr empfehlen. Danach mariniertes Fleisch zu essen, allerdings nicht.

Redest du viel? Laut meiner besten Freundin nicht. Laut meinem Freund wechselt es – ich habe angeblich Phasen, in denen ich kein Wort rausbringe und dann wieder welche, in denen ich nicht zu bremsen bin. Ich glaube, es ist launenabhängig.

Was isst du normalerweise zum Frühstück? Brot mit was Herzhaftem drauf. Oft ist Frischkäse dabei, davon bin ich nämlich ein Riesenfan.

Wer oder was möchtest du sein, wenn du wiedergeboren wirst? Irgendeine bedeutende Persönlichkeit der Geschichte…

Wem wärest du lieber nie begegnet? Diversen Leuten, die ich im Laufe meiner Schulausbildung getroffen habe.

Wie schafft man es, dich in sich verliebt zu machen? Man sollte ein Mensch sein. Dazu gehört außerdem, gut auszusehen, mir zuzuhören und mich zum Lachen zu bringen.

Wenn du die Chance hättest, etwas in deinem Leben anders gemacht zu haben, was wäre das? Ich hätte niemals die schulische Ausbildung gemacht.

Wie zufrieden bist du mit deiner Figur? Es hat lange gedauert, aber mittlerweile bin ich mit meiner Figur sehr zufrieden. Am besten bleibt sie genau so, wie sie jetzt ist.

Wann und mit wem hattest du das erstes Mal? Ich war 16 und es war mit meinem Freund.

Wer war früher dein Schwarm? Diverse männliche (und ein, zwei weibliche) Wesen aus meiner Schullaufbahn, die ich heute nicht mal mit dem Arsch angucken würde. Es ist mir schleierhaft, wie ich mich in die vergucken konnte, denn sie waren fast alle menschliche Ärsche.

Was ist Sex für dich? Es ist lebensnotwendig. (Ohne wäre ich ja nicht mal entstanden.)

Hattest du schon einmal ungeschützten Geschlechtsverkehr? Nein. Jeder Geschlechtsverkehr sollte geschützt sein, es sei denn, man will Kinder.

Wie ist deine Meinung zu One-Night-Stands? Solange man verhütet (siehe oben) und es hinterher niemanden gibt, der verletzt ist, finde ich sie in Ordnung.

In welchem Maße wurdest du aufgeklärt? Mein Vater hat das Thema bis auf einige “Mach-keine-Dummheiten”-Kommentare komplett ausgelassen, meine Mutter hat sich darauf beschränkt, mir zu erklären, dass ich doch die Pille verwenden soll. In der Schule habe ich drei Mal Aufklärungsunterricht mitbekommen – in der vierten Klasse, in der fünften Klasse und in der zehnten Klasse. Im fünften Schuljahr gab es so nette Bilder im Biologiebuch, wie Heranwachsende in einem bestimmten Alter aussehen. Das Bild der nackigen Neunjährigen wurde grölend herumgezeigt. Drei Mal dürft ihr raten, wer dank Überspringen die einzige Schülerin dieses Alters war. In der zehnten Klasse lief es schon vernünftiger ab, aber rückblickend hätte ich mir diesen Unterricht auch etwas anders vorgestellt. Es war alles sehr theoretisch, bestimmte Punkte wie z.B. Homosexualität wurden gemieden und Verhütungsmethoden wurden uns nur an Hand des Buches erklärt, hurra.

Wer sonst noch irgendwelche unbedingt zu beantwortenden Fragen an mich hat, darf sie gerne stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Nachtrag 15. September 2015: In meinen Flitterwochen will ich ums Verrecken nicht nach Südschweden. Lieber an irgendeinen Ort, den ich noch nicht kenne wie meine Westentasche. Auch andere Dinge haben sich geändert.

Gegen die NPD

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Heute hat die NPD auf dem Hauptbahnhofsvorplatz meiner Stadt demonstriert. Wobei dieses Wort vielleicht übertrieben ist – eine Handvoll Nazis versuchte, ihre menschenfeindlichen Hirnfürze unter die Leute zu bringen, und wurde von 300 Gegendemonstranten übertönt. Mit Pfiffen, Buh- und Schlachtrufen, beispielsweise “Wir wollen keine Nazischweine!”. Ich selbst habe so einiges rausgelassen. Hinter mir und meinem Freund stand eine alte Dame, die sich zwar so manches Mal die Ohren zuhielt, aber ganz tapfer dabei war. Wie üblich waren auch verschiedene Organisationen anwesend, beispielsweise die IG Metall oder der DGB, der der Initiator der Gegenveranstaltung war. Irgendjemand hat Seifenblasen herumgepustet, fürs Optische, und die Nazis sind kaum zu hören gewesen. Leider immer noch zu sehr. Wer glaubt solch idiotisches Zeug? Immerhin hat das Verhältnis Nazis – Gegendemonstranten bei diesem Zusammenkommen gestimmt. Ich hoffe, dass es in Zukunft NOCH besser wird.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

P.S.: Auf der Seite, auf der die Nazis standen, war der Himmel dunkelgrau. Auf unserer Seite schien die Sonne durch. Ein deutliches Zeichen vom Himmel.

Bücherorgie Teil 2

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Jeffrey Eugenides – Middlesex

Das ist das Buch, das ich gegen den Euro Spende mitgenommen habe. Aus einem Einkaufswagen im Jobcenter. Ich habe es während der Wartezeit zur Hälfte durchlesen können. Und das Buch ist dick. Ich hatte ja immer schon ein Faible für Familiendramen und dieses hier ist wirklich spannend geschrieben. Eine packende Geschichte über eine Einwandererfamilie aus den USA, in der nichts so ist, wie es scheint.

Susan Black – You bitch! You bastard!

Diese Ansammlung von Pöbeleien berühmter Stars aus der Musikwelt ist sehr unterhaltsam und ein Geschenk für jeden, der Zitate mag.

Wo zum Teufel liegt dieses Land? Wer reist freiwillig 16 Stunden, um dorthin zu kommen? (Britney Spears)

Einige Glanzstücke werde ich sicher in meine Sammlung aufnehmen. Wer sich für Musik interessiert, wird dieses Buch mögen.

Carrie Fisher – Prinzessin Leia schlägt zurück

Neugierig geworden durch eine Rezension eines Freundes (Klopfer *hust*), beschloss ich, mir dieses Buch zu kaufen. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Der Frau ist im Leben großer Mist passiert und sie kann es unglaublich amüsant beschreiben.

Jörg Nießen – Schauen Sie sich mal diese Sauerei an

Ein Rettungsassistent und Feuerwehrmann hat 20 wahre Geschichten über seinen Arbeitsalltag geschrieben. Und ich sage es gleich: Dieses Buch ist nichts für Zartbesaitete. Jeder, der diesbezüglich weicher veranlagt ist als ich, sollte die Finger davon lassen. (Besonders die Geschichte, die dem Buch seinen Namen gab, ist hammermäßig.) Alle anderen können sich über die Geschichtensammlung bestens amüsieren, da der Autor seine Stories mit einer großen Portion Komik erzählt.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Bücherorgie Teil 1

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Für einen Bücherwurm wie mich gibt es nichts Schöneres, als den 100-Euro-Amazon-Gutschein, den man von den Eltern zum 21. Geburtstag geschenkt bekommen hat, komplett auf den Kopf zu hauen. (Außerdem habe ich ein Buch geschenkt bekommen und eins durch die Aktion “Ein Buch gegen einen Euro Spende an die Wohnungslosenhilfe” ergattert.) All diese Schriftstücke werde ich hier besprechen.

Richard Christian Kähler – Anna & Elvis

Ich habe wohl noch nie ein süßeres Buch gesehen als das. Zwei Teddybären verlieben sich und kriegen in der Fortsetzung “Anna, Elvis & Bo”, die ich mir natürlich auch geholt habe, ein Baby. Ich fand es toll, auch wenn es sicher nicht für jedermann was ist. (Auf den Buchdeckeln steht hinten der Hinweis “Frei für Bären und Menschen ab 16 Jahren”. Wegen einiger heißer Bärenactionfotos.)

Alexa Hennig von Lange – Leute, das Leben ist wild

Ich habe bereits die letzten beiden Bände der Lelle-Serie gelesen, da durfte dieses Teil nicht fehlen. Pünktlich zu ihrem 17. Geburtstag drehen alle in Lelles Umwelt durch und es ist unheimlich witzig geschrieben. Nur das Ende ist etwas unwahrscheinlich, aber das Buch gefällt mir trotzdem.

Ron Jeremy – Ein Mann und viertausend Frauen

Ein Pornostar, den ich so attraktiv finde wie eine aufgeplatzte Mülltüte, hat seine Biografie geschrieben. Und sie ist echt gut. Schon beim Anführungszitat (oder wie man so was nennen soll) musste ich lachen, und das setzte sich beim Rest des Buches fort. Es besteht aus Comedy, aber auch aus vielen interessanten Fakten. Wie es so ist, Pornos zu drehen oder welche gerichtlichen Scherereien der Autor zu erwarten hatte. Definitiv lesenswert.

Bertolt Brecht – Bertolt Brechts Hauspostille

Zum Abschluss des heutigen Artikels ein Klassiker. Das Buch dümpelte auf Amazon seit Ewigkeiten bei einem Cent herum. Ich verstehe gar nicht, wieso. Ich könnte mir das höchstens so erklären, dass der Deutschunterricht vielen Leuten Klassiker verdorben hat. Das ist in diesem Fall wirklich schade, denn das Werk ist sehr gut. Mein Freund mochte es auch und es kommt wirklich selten vor, dass wir ein Werk beide mögen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Witz des Jahres

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Lehrer: Warum mögt ihr Frau Merkel?

Schülerin: Weil sie eine Meinung hat und dabei bleibt.

Gott sei Dank bin ich in zehn Tagen da weg…

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 12

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http://www.spiegel.de/politik/deutschland/komasaufen-schroeder-plant-sperrstunde-fuer-jugendliche-a-843206.html

Dieser Vorschlag geht in so vielen Ebenen am Problem vorbei. Ich glaube kaum, dass man auf diese Weise verhindern kann, dass Jugendliche Komasaufen betreiben. Was soll das bringen, wenn sie um 20 Uhr wegmüssen? Dann saufen sie sich entweder bis 20 Uhr voll oder tun das irgendwo anders. Der Vorsitzende der Jungen Gruppe der FDP-Fraktion hat schon ganz richtig erkannt, dass eine solche Maßnahme falsch wäre. Man sollte nicht die Symptome bekämpfen, sondern die Ursachen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin