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Monatsarchiv: September 2013

Wochenendausflug

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Ich lebe in der viertgrößten Stadt Niedersachsens. Wenn ich neuen Bekanntschaften den Ortsnamen verrate, wissen sie nicht immer, wo das liegt, und so wurde ich schon mal in Hessen verortet. Wo ich in Wahrheit noch nie war. Bis zum letzten Wochenende.

Da habe ich es endlich mal geschafft, Freunde von mir zu besuchen, die seit einigen Monaten in der siebtgrößten Stadt Hessens leben. Die Stadt kommt mir ziemlich klein vor – sie ist ja auch kleiner als meine Heimatstadt –, aber sie ist schön. Ich war mit meinen Freunden und meinem Freund in der Innenstadt unterwegs. Dort sind mir zwei Sachen aufgefallen:

1.) Erdnuss- und Mohn-Mandel-Eis schmecken hammergeil.

2.) Die Aufkleber. In meiner Heimatstadt pappen überall irgendwelche Aufkleber, mit den unterschiedlichsten Motiven und Sprüchen. Ich habe mir in letzter Zeit angewöhnt, zu schauen, ob Nazischeiße dabei ist (um das gegebenenfalls unschädlich zu machen). In der siebtgrößten Stadt Hessens musste ich mir gar keine Sorgen machen. Im Gegenteil, allenthalben waren irgendwelche Anti-Nazi-Aufkleber. Wenn man weiß, dass die Hälfte der Einwohner Studenten sind, ist das aber gar nicht mehr so verwunderlich.

Zwischendurch habe ich auch die Zeit gefunden, zwei Bücher zu lesen, die meinen Gastgebern gehören: “Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod, Band 5” von Bastian Sick und “Hipster Hitler” von Archana Kumar und James Carr. Zu Bastian Sick kann man stehen, wie man will. Natürlich macht er viele Fehler und sein Verständnis von Sprache ist nicht astrein, aber er schafft es, das Thema Grammatik unterhaltsam zu behandeln. Als ich “Hipster Hitler” las, musste ich laufend aufstöhnen, weil der Titelheld so doof ist. Lektüre sehr zu empfehlen.

Am Tag der deutschen Einheit werde ich für ein paar Tage zu meinen Großeltern fahren. Ich weiß noch nicht, was da passieren wird, aber ich werde da das Buch, das ich vor knapp zwei Wochen in meiner Heimatstadt gefunden habe, wieder auf Reisen schicken.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Wo ist die Liebe hin?, Teil 7

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„Ich kann einfach nicht glauben, dass ihr so etwas getan habt. Uns alleine zurückzulassen! Eine solche Verantwortungslosigkeit hätte ich euch nie zugetraut!“ Papas stimmliche Lautstärke hatte sich kaum verändert, seit er an der Wohnungstür nach uns verlangt hatte.

„Martin, bitte!“, versuchte Mama, ihn zu beruhigen.

„Wir haben doch gesagt“, ergriff Lea das Wort. „dass wir zwischendurch vorbeikommen, um den Haushalt zu erledigen. Außerdem haben wir es zu Hause einfach nicht mehr ausgehalten.“

„So ein Blödsinn!“, empörte sich Papa.

„Martin! – Was soll das heißen, ihr habt es zu Hause nicht mehr ausgehalten?“, fragte Mama.

Jetzt redete ich: „Jetzt tu bitte nicht so, als wüsstest du das nicht. Wir streiten uns nur noch. Ich habe neulich sogar gemerkt, dass Papa auf dem Sofa schlafen musste. So geht es einfach nicht weiter.“

„Sara, ich habe dir doch gesagt, mein Rücken…“

„So ein Quatsch“, fuhr ich ihm über den Mund und sagte: „Egal, was Lea und ich tun, ständig streitet ihr euch darum. Ich musste ja sogar zu Freunden abhauen, weil ich sonst gar nicht in Ruhe für mein Abitur lernen konnte. Und der Kleine leidet auch darunter.“

Wieder tat Mama so, als verstünde sie nicht. „Was meinst du damit?“

Lea antwortete: „Ihr wisst doch, der Kleine verträgt überhaupt nichts. Eure dauernden Streits mag er überhaupt nicht. Mal abgesehen davon, dass Oma ihn behandelt wie einen Idioten. Entschuldigung, aber so ist es wirklich.“

Papa, der sich bis dahin noch bemüht hatte, einigermaßen, wollte nun überhaupt nicht mehr. „Das wird ja immer schöner. Erst verschwinden meine beiden Töchter einfach so, lassen alles stehen und liegen, und dann müssen wir uns als Rabeneltern hinstellen lassen! Ich glaube es nicht!“ Er stand vom Umzugskarton, der als Notsitz hinhalten musste, auf und tigerte unruhig hin und her.

„Wir sagen doch gar nicht, dass ihr Rabeneltern seid. Aber ihr seht doch wohl selbst ein, dass diese endlosen Streits aufhören müssen.“ Lea richtete sich auf. „Und ich sage euch eins: Wir kommen nicht zurück, bis ihr euch wieder vertragen habt.

„Lea, ich…“, wollte Papa erneut ansetzen, wurde aber von Mama unterbrochen: „Martin, die beiden haben Recht. Aber es ist wirklich nicht so einfach, so eine Situation zu lösen.“ Sie wandte sich an uns. „Glaubt ihr, mit einmal drüber reden ist es getan?“

„Nein, natürlich nicht. Aber wir sollten uns zumindest mal an einen Tisch setzen und unsere Probleme klären, anstatt uns immer nur anzugiften.“

„In Ordnung. Wir reden mit Oma darüber. Einverstanden?“ Nun sah Mama Papa an. Mit diesem drohenden Blick, den sie auch früher schon ganz gut beherrscht hatte.

Er musste sich überwinden, bevor er einwilligte.

Wenig später fuhren unsere Eltern wieder nach Hause. Lea und ich kamen freiwillig mit, um die wichtigsten Haushaltsarbeiten zu erledigen.

Wir hatten einen Termin für ein klärendes Gespräch vereinbart. Bis dahin würden Lea und ich in unserer „Notunterkunft“ bleiben und nur ab und zu vorbeischauen. Dank unserer Jobs und unserem Ersparten konnten wir uns ganz gut über Wasser halten, zumindest im Moment.

Doch auch wenn in unserer familiären Situation die Lösung in die Nähe gerückt war, lief es freundeskreistechnisch nicht gerade gut. Eines Tages kam ich total müde von meiner Schicht aus dem Fastfoodrestaurant, als Aurélie auf mich zustürmte.

Einen Augenblick lang orientierungslos fragte ich: „Hey, was ist denn los?“

„Sara, ich muss unbedingt mit dir sprechen!“

Ich ahnte instinktiv, dass das nicht gerade eine Freude werden würde, trotzdem bat ich sie mit zu mir nach Hause. Zwar war Aurélie darüber verwundert, dass ich nicht in Richtung Nordkreuz wollte, sondern zu einer kleinen Wohnung am Hauptbahnhof, aber weiter kümmerte es sie nicht. Sie hatte ein viel dringenderes Problem. So viel war klar. Doch ich konnte nicht aus ihr herauskriegen, was es war. Komisch, woran erinnerte mich das nur?

Irgendwann kamen Aurélie und ich in der kleinen Wohnung an. Sobald ich die Tür zugemacht hatte, ließ sie sich auf den Boden fallen, mit dem Rücken zur Tür, und rief: „Oh Mann!“

Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Jetzt wusste ich, woran mich die Situation erinnerte. Wollte Aurélie mir etwa sagen, dass…

„Du meine Güte, ich bin total in Freddy verknallt!“, platzte es auch schon aus ihr heraus. „Er hat mir in Chemie geholfen und er findet mich wohl total nett, aber nie im Leben erwidert er meine Gefühle!“

Na super. Ich hatte es gewusst. Das musste ja so enden. In meinen Augen war die Situation wie die in einem verdammten Liebesfilm. Nur, dass das Happy End momentan noch nicht in Sicht war. Oh Mann. Das traf es genau auf den Punkt.

Wir setzten uns in die Küche. Auch wenn Leas und meine Notunterkunft nicht so toll ausgestattet war, verfügten wir mittlerweile immerhin über einen Klapptisch und drei Stühle.

„Wie kommst du überhaupt darauf, dass Freddy nichts von dir will? Hast du schon mit ihm geredet?“

„Ich wollte. Aber ich konnte nicht.“ Jetzt schniefte Aurélie. Ich gab ihr Taschentücher.

„Also, ich wollte mit ihm darüber sprechen. Ich habe mich mit ihm in diesem tollen Laden in der Burgstraße getroffen. Er war schon da und…“ Sie stockte.

„Was und?“

„Er hat mit dieser blonden Tussi getanzt. Den ganzen Abend lang. Obwohl er gar nicht tanzen kann. Er hat mich gar nicht beachtet!“ Für Aurélie war die Welt zu Ende, wie ich so einen Zustand gerne formuliere. Sie heulte richtig los und bald war eine Packung Taschentücher verbraucht.

Die Arme tat mir Leid, sie war schließlich meine beste Freundin, neben Anna natürlich. Ich nahm mir vor, mir Freddy bei nächster Gelegenheit vorzuknöpfen.

Die bot sich auch recht bald, bei der Vergabe der Noten für die mündliche Prüfung. Zu diesem Zwecke waren wir alle in der Schule versammelt. Vielleicht war das nicht unbedingt gut, aber mich interessierte der Umstand, dass ich die mündliche Prüfung bestanden hatte, kein bisschen. Viel wichtiger war für mich die Frage: Wo ist Freddy?

Ich fand ihn, wie er fröhlich mit seinen Freunden über die Notenvergabe redete. Die Freude würde ihm gleich vergehen.

Ich ging zu ihm. „Freddy, kann ich mal kurz mit dir alleine reden?“

Einer seiner Kumpels verzog die Augen und lächelte anzüglich. „Uhh, sie will mit dir alleine reden!“

„Schnauze, Patrick“, wies Freddy ihn zurecht. Er folgte mir.

Wir verzogen uns in den nächstbesten Raum, den wir finden konnten. Dass das der Putzmittelraum war, störte mich in dem Augenblick wenig. Nachdem ich die Tür hinter uns beiden geschlossen hatte, versuchte ich ihn zur Rede zu stellen, ohne mein kleines Geheimnis dabei auszuplaudern.

Ich begann folgendermaßen: „Wie würdest du es finden, wenn du zu einem Treffen kommst und der, mit dem du dich verabredet hast, ignoriert dich einfach?“

„Ich fände das schrecklich. Wieso fragst du?“

Innerlich kochte ich bereits, sagte aber möglichst unbeeindruckt: „Nun, weil Aurélie neulich zu mir gekommen ist und mir davon erzählt hat, wie sie jemand bei einem Treffen völlig ignoriert hat. So, als wäre sie praktisch gar nicht da.“ Nun wirbelte ich mich herum und funkelte ihn an.

„Was willst du eigentlich damit sagen, hä? Meinst du, dass ich so etwas abziehen würde?“

„Mhhmm. Hat ja lange gedauert, bis du das herausgefunden hast.“

„So ein Quatsch! Ich hab das hier nicht nötig!“ Mit den Worten wollte er den Raum und damit die Verantwortung verlassen, aber nicht mit mir. Ich versuchte, den Ausgang zu versperren. Es war gar nicht so leicht, sich durchzusetzen, weil Freddy um einiges stärker war. Aber schließlich gab er auf.

„Sara, glaubst du wirklich, ich würde Aurélie so behandeln? Mir ist eingefallen, dass ich ja schon mit meiner Schwester verabredet war. Da hab ich Aurélie eine SMS geschickt, dass ich nicht kann. Wenn sie trotzdem hinkommt, kann ich ja nichts dafür!“ Er hockte sich auf einen Eimer und verschränkte die Arme.

Selten hatte ich schlechtere Ausreden gehört. „Warum triffst du dich denn mit deiner Schwester ausgerechnet in der Bar in der Burgstraße?“

„Naja, das ist ihr Lieblingsschuppen…“

„Und wieso tanzt du mit deiner Schwester so eng, als wäre es deine Freundin? Gib mir dein Handy.“

„Sara, was soll das?“ Freddy stand ruckartig auf.

„Gib mir dein Handy!“, wiederholte ich. „Ich will nur wissen, ob du Recht hattest. Wenn ich die SMS sehe, ist alles okay.“

„Sag mal, vertraust du mir nicht mehr?“ Freddy wurde ebenfalls sauer. Langsam, aber sicher.

Jetzt reichte es mir. Ich versuchte, in seine Hintertasche zu langen, um sein Handy zu mopsen. Dabei entstand eine kleine Rangelei. Schlussendlich gelang es mir, sein Handy zu nehmen und seinen gesamten SMS-Ausgang nach der Nachricht zu durchsuchen, die meiner Meinung nach gar nicht existierte. Auch wenn Freddy versuchte, das zu verhindern.

Wie erwartet fand ich nichts.

Ich war so wütend, dass ich sein Handy einfach in die Ecke schmiss. Sein Glück, dass er es auffangen konnte, denn auf dem Boden lag nicht mal Teppich, er bestand einfach aus nacktem Beton.

„Sag mal, spinnst du, oder was?“, bellte er mich an.

„Was?! Ich soll spinnen? DU spinnst! Du weißt, dass du total in Aurélie verliebt bist, und dann hast du nichts Besseres zu tun, als sie bei eurem Treffen links liegen zu lassen und stattdessen Engtanz mit irgendeiner Tussi zu machen? Denkst du, so erreichst du IRGENDWAS? Hast du auch nur eine Sekunde daran gedacht, was Aurélie dabei empfindet? Sie ist doch total…“

Ups. Das war zu viel gewesen. Mein erster Reflex war, sofort die Klappe zu halten. Aber das hätte ich früher machen sollen. Nun war es zu spät.

Natürlich fragte Freddy auch sofort nach: „Was? Was ist sie total?“

Mein Kopf war ganz heiß und wahrscheinlich auch glühend rot. Ich fühlte mich nicht gut, und das war eigentlich noch zu wenig gesagt. Aurélie hatte es mir gegenüber nicht angesprochen, aber ich glaube, sie wollte nicht, dass ich es ihm verriet. Jetzt war es zu spät.

„Sie ist in dich verliebt“, gestand ich.

„Oh, Scheiße“, rief Freddy laut aus, was wir beide dachten. Er setzte sich auf den Boden, schmiss den dämlichen Putzeimer gegen die Wand und rieb sich die Augen.

Ich setzte mich neben ihn.

„Ich wollte sie nur eifersüchtig machen. Ich dachte, vielleicht interessiert sie sich auf diese Weise für mich.“

„Das war so ziemlich das Falscheste, dass du tun konntest.“

„Das weiß ich jetzt selbst, danke.“ Er rutschte auf den Betonboden, sodass er lag. Jetzt schaute er zu mir. „Hast du es ihr gesagt?“

„Nein.“ Ich seufzte. „Aber wenn du nicht bald mit ihr redest, nehme ich dir das ab.“

„Tu das bitte nicht“, rief Freddy.

„Schon gut. Aber tu mir den Gefallen und sprich mit ihr. Bitte.“

In dem Augenblick hörten wir vor der Tür ein lautes Kichern. Ich riss die Tür auf und rammte damit die Köpfe von zwei neugierigen Fünftklässlern, die an der Tür gelauscht hatten. Doch anstatt mich darüber aufzuregen, fuhr ich nach Hause.

Wo ist die Liebe hin?, Teil 6

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Die besten Ideen bekommt man immer dann, wenn man es am wenigsten erwartet. Wer hatte das noch mal gesagt? Es wollte mir nicht mehr einfallen. Aber das war ja eigentlich auch egal. Voller Tatendrang fuhr ich, so schnell ich konnte, nach Hause und stürmte in Leas Zimmer.

„Hey, was soll das, ich lackiere mir grade die Fußnägel!“, beschwerte sich Lea. Aber das kümmerte mich nicht im Geringsten.

„Ich habe den perfekten Plan, wie wir unsere Familie wieder zur Vernunft bringen.“

„Familie! Hör mir damit auf! Du kannst froh sein, dass du für eine Weile abgehauen bist. Gemütlicher ist es hier nicht gerade geworden“, berichtete sie.

Ich rief: „Hör doch mal. Ich habe eine Idee. Wie würde es Oma und unseren Eltern denn gehen, wenn wir auf einmal weg wären?“

„Hä, wie meinst du das denn?“

„Du weißt doch, dass ich mir bald einen Job suchen sollte, wenn ich mit der Schule fertig bin. Und du hast selbst gesagt, dass du lieber ausziehst, als den Krach hier noch weiter mitzumachen.“

„Du meinst, wir sollen hier ausziehen? Und was soll das bringen?“

„Nein, nicht nur einfach ausziehen. Ich hab da nämlich so eine Idee…“

Der Plan, den ich gefasst hatte, musste schnell realisiert werden. Nachdem Lea anfangs skeptisch gewesen war, hatte ich sie schnell für mich gewinnen können und sie hatte mir bei der Endausarbeitung des Plans geholfen.

In meinem Auftrag hatte sie bei der Nummer angerufen, die ich mir aufgeschrieben hatte, und uns die Wohnung für einen Monat besorgt. In der Zwischenzeit hatte ich mir den Job beim Fastfoodrestaurant geholt. Lea konnte coolerweise auch mit anfangen.

Der günstigste Zeitpunkt zur Vollendung des Plans war einige Tage später, am frühen Nachmittag, wenn Paul bei seinem Kumpel war, Mamas Mittagspause bereits geendet hatte, Papa noch in seiner Kanzlei arbeitete und Oma gerade zum Reha-Sport unterwegs war. Und es musste wirklich verdammt schnell gehen. In der Eile, in der Lea und ich unsere Sachen packten, fielen wir ein Dutzend Mal übereinander, rempelten uns an oder fauchten uns an.

„Wo ist mein grünes T-Shirt?“, rief ich beispielsweise.

„Woher soll ich das wissen?“

„Hast du es dir nicht mal ausgeliehen? Und nicht zurückgegeben? Hab ich mir ja gleich gedacht.“

„Ich hab dein blödes T-Shirt nicht. Aber was ist mit meinem pinken Lippenstift?“

„Lenk nicht ab! Außerdem würde ich so eine Farbe nie im Leben benutzen.“

„Ach was, ich glaube du hast aaaaaaaaaah…“ Lea fiel über einen der Kartons, die uns ihr Freund besorgt hatte, mit dem Gesicht steil in einen anderen Karton herein. Mühsam rappelte sie sich auf und zog das gesuchte Teil aus dem Karton. „Hier ist dein blödes T-Shirt. Und jetzt beeil dich, sonst sind wir nie fertig, bevor Oma kommt.“

Wir rannten hin und her.

Schlussendlich standen wir vor dem Transporter, der uns ebenfalls von Leas Freund zur Verfügung gestellt worden war, und sahen uns an.

„Bist du sicher, dass das eine gute Idee war?“

„Aber klar. Jedenfalls ist doch sicher, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Extreme Situationen erfordern extreme Maßnahmen.“

Lea setzte sich ans Steuer, ich auf den Beifahrersitz und weg waren wir.

Natürlich nicht, ohne einen Brief da zu lassen. Er ging folgendermaßen:

Hallo Mama, hallo Papa, hallo Oma.

Wenn ihr diesen Brief lest, sind wir schon weg. Wir haben beschlossen, auszuziehen, weil wir es hier einfach nicht mehr aushalten. Wir werden ab und zu vorbeikommen, um im Haushalt zu helfen. Aber zu euch zurückkommen werden wir erst, wenn ihr aufhört, euch ständig zu streiten.

Lea und Sara.

„Meine Güte, ich bin so kribbelig, ich weiß gar nicht, was ich machen soll!“, rief Lea, als wir uns in der karg wirkenden Wohnung auf den Badezimmerboden setzten.

„Blas die Luftmatratzen auf“, befahl ich ihr. Die hatten wir als Notbetten mitgenommen. In der Zeit, in der Lea sich die Seele aus dem Leib prustete, telefonierte ich mit der Band.

„Hallo, Larry am Rohr?“, meldete sich der Sänger, der, wie ich neulich gehört hatte, dringend seine Miete bezahlen musste.

„Hey, hier ist Sara. Die von neulich Abend. Ihr sucht doch dringend eine Auftrittsmöglichkeit, oder?“

„Korrekt. Und du hast eine, oder was?“

„Genau. Ich habe mit einem Mädel aus meinem Jahrgang gesprochen, das für die Abiballband zuständig ist. Zufällig habe ich ihre Telefonnummer. Soll ich sie dir geben?“

„Sieht das Mädel gut aus?“ Lachen am anderen Ende der Leitung. „Nein, war nur Ulk. Gib sie mir mal. Ich hab was zu schreiben.“

„3-4-4-6-7. Das ist sie. Dann melde dich mal bei ihr, wir suchen wirklich dringend eine Abiballband.“

„Supi. Dann bis die Tage.“

„Auf Wiedersehen.“

Es war das Letzte, was ich sagen konnte, bevor irgendjemand an der Tür Sturm klingelte, mehrmals laut anklopfte und schrie: „Macht sofort die Tür auf! Ich weiß, dass ihr da drin seid!“

Oh oh. Das war nicht nur irgendjemand, das war unser Vater. Jetzt endlich hatte er seinen Hintern aus dem Sessel gekriegt, auf dem er immer Zeitung las und sich aus allem heraushielt. Aber ich wusste, dass das jetzt nicht unbedingt gut war.

Lea und ich sahen uns an. Ein bisschen war es wie damals, als wir uns in Paris im Klo eingeschlossen hatten und Frau Lacombe nach mir gerufen hatte.

Einen Augenblick lang war es ganz still.

Dann wieder Türenklopfen und laute Rufe: „Lea, Sara, macht sofort die Tür auf!“ Diesmal von unserer Mutter.

„Sollen wir jetzt aufmachen oder nicht?“, flüsterte ich.

„Natürlich, genau darauf haben wir doch gewartet“, erwiderte meine Schwester und zog mich entschlossen zur Wohnungstür.

Geschützt: Alles Gute zum Geburtstag?

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Mein gestriger Tag und Aussichten aufs Wochenende

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Ich musste gestern einige Sachen erledigen, also habe ich mich in die Innenstadt aufgemacht. Ich bin nicht besonders gern in der Fußgängerzone oder den dortigen Läden (außer es handelt sich um Buchhandlungen), aber gestern musste es mal wieder sein.

Ich war u.a. im Body Shop, wo ich ein Geburtstagsgeschenk für die nette Frau besorgt habe, die ich am Wochenende besuche (dazu gleich mehr). Ich habe wohl etwas gefunden, das ihr gefällt, allerdings roch ich dann noch den ganzen restlichen Tag nach Kirschblüten-Parfüm. So schön war das nicht. Zum Geschenkset habe ich dann noch ein silikonfreies Shampoo (für mich) gekauft, weil es einfach besser für die Haare ist. So kam ich dann auch zu einem kleinen Döschen Honig-Lippenbalsam, das an alle Kunden vergeben wurde, die mehr als zwanzig Euro raushauten.

Habt ihr schon mal etwas von Bookcrossing gehört? An einer Bank vorm Body Shop habe ich ein solches Wanderbuch gefunden. Es wurde von einer Gruppe angehender Erzieher auf den Weg geschickt. Leider habe ich im Buch keinen Hinweis darauf gefunden, woher sie kommen. In den nächsten drei Wochen werde ich ja innerhalb Deutschlands mehrere recht weite Reisen unternehmen und ich habe dann gleich mal geschaut, was am weitesten ist. Ich werde das Buch also vermutlich im Dorf meiner Oma väterlicherseits wieder auf Reisen schicken. Bookcrossing ist eine coole Sache. Mal schauen, ob ich demnächst selbst damit anfange.

Ein paar Meter weiter fand ich erneut etwas, das mein Interesse weckte. Ich bin schon oft an irgendwelchen Verkäufern der örtlichen Obdachlosenzeitung vorbeimarschiert. Gestern nicht. Ein Exemplar kostet 1,10 Euro, davon gehen 55 Cent an den Verkäufer. Und es standen interessante Artikel über Obdachlosigkeit darin, z.B., welche Hilfsangebote es hier gibt oder wo sich Obdachlose bevorzugt aufhalten. So was erfährt man sonst nicht.

Leider habe ich den Zug verpasst, den ich nehmen wollte, aber so hatte ich immerhin genug Zeit, um mich mit der Zeitschrift zu beschäftigen, die ich gekauft hatte. Ich habe auch ein wenig im gefundenen Buch geblättert.

Das Wochenende werde ich in der Nähe der zweitgrößten Stadt Deutschlands verbringen, weil die Frau, die mich während des kurzzeitigen Praktikums bei sich wohnen ließ, Geburtstag hat. Mal sehen, was da so passiert. Wenn was passiert, werdet ihr es hier auf jeden Fall lesen können.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Wo ist die Liebe hin?, Teil 5

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Zu Hause war ich fix und fertig. Der auf sechs Tage komprimierte Prüfungsstress hatte mich richtig fertig gemacht, dazu kam noch der familiäre Terror, und nun hatte sich auch noch herausgestellt, dass Freddy tatsächlich in Aurélie verliebt war, was ohne Zweifel noch einen Haufen Probleme nach sich zog.

Als ich im Flur stand und die Schuhe abstreifte, hörte ich aus Leas Zimmer laute Musik. Sie hörte gerade die Beatsteaks.

I got a whole bag of trouble to be taken away…

„Die haben ja so Recht“, murmelte ich.

„Mit wem redest du gerade?“, fragte mich Paul, der mit seinem Lieblingsball durch den Flur tollte. „Paul, du sollst nicht mit deinem Ball auf dem Flur spielen, das weißt du ganz genau!“, rief meine Mutter gereizt aus der Küche. Nanu, war sie schon aus der Praxis zurück?

„Ich hab mit niemandem geredet“, behauptete ich und ging Richtung mein Zimmer. Unterwegs ging ich an Leas Zimmer vorbei. Die Musik war unverändert laut, doch jetzt stratzte meine Oma vorbei und versuchte, gegen den Lärm anzukommen: „Mach deine Kapelle leiser, du bist hier nicht alleine!“

Na toll. Die Atmosphäre hatte sich nicht entspannt, seit ich mich mit Anna zur Bushaltestelle aufgemacht hatte. Ich setzte meinen MP3-Player auf und drehte ihn auf volle Lautstärke, um mich abzuschotten.

Es ist ja häufig so, dass die Zufallsreihenfolge des MP3-Players einen zu ärgern scheint. Jedenfalls war das Lied, mit dem der Player startete, ausgerechnet „Wie es geht“ von den Ärzten. Bitte geh noch nicht, bleib noch ein bisschen hier, ich muss dir noch was sagen, nur die Worte fehlen mir… Ich schaltete weiter.

Doch es war wie verhext: Ich bekam nur noch Lieder, die haargenau auf meine Umwelt passten. Als es schließlich hieß: Junge, warum hast du nichts gelernt?, riss mein Geduldsfaden. Natürlich hätte ich auch einfach ein Lied auswählen können, aber dazu hatte ich schon gar keine Lust mehr.

Stattdessen pflanzte ich mich vor den Fernseher. Ich blieb auf Kanal sieben hängen, wo gerade über eine Sechzehnjährige berichtet wurde, dessen kleinkrimineller Freund ihr gerade einen Heiratsantrag gemacht hatte. Im Wechsel mit dieser Tussi wurde über eine Fünfzehnjährige berichtet, die unbedingt Go-go-Girl werden wollte in einem Club, in den sie noch nicht hereindurfte, und die sich deswegen mit ihrer Mutter zoffte.

Plötzlich tauchte meine Mutter in der Sendung auf und fauchte die Oma der Sechzehnjährigen, die meiner Oma verdammt ähnlich sah, an, dass sie an allem schuld sei, weil die Sechzehnjährige dadurch, dass die Oma so ein Ekel war, erst dazu getrieben wurde. Die Oma wehrte sich und hielt dagegen, dass die Mutter ihre Pflichten vernachlässigt hätte.

Ich wachte auf. Was zum…? Was war denn jetzt los?

Ich starrte konsterniert auf den Fernseher. Nichts mehr von außer Kontrolle geratenen Teenagern namens Mandy, Robin und Alina. Dafür verkündete nun eine Blondine die neuesten Nachrichten. Doch die streitenden Stimmen waren immer noch zu hören.

Na super. Meine Mutter und meine Oma zofften sich schon wieder. Kriegten die sich denn nie ein?

Ich versuchte, mich diesmal unbeeindruckt zu geben, und kochte, während der Streit in der Küche weiterging, das Abendessen. Mama hatte es bereits begonnen, aber anstatt es zu Ende zu führen, stritt sie sich lieber mit Oma.

Während des Essens hatten sie sich, Gott sei Dank, beruhigt.

Aber Mama hatte einige Beschwerden loszuwerden.

„Lea, bitte dreh deine Musik nicht immer so laut. Du bist nicht alleine in diesem Haus.“

„Ist ja schon gut. Wieso bist du heute eigentlich früher aus der Praxis zurückgekommen?“

„Darf ich das nicht? Ich dachte, ich mach euch eine Freude damit, wenn ich mal früher komme und mich ein wenig um den Haushalt kümmere.“

„Hat ja super geklappt“, brummte Oma.

„Elisabeth!“, hieß es von Papa und Mama gleichzeitig.

Nun probierte Paul zum ersten Mal von dem Essen, das zu einem großen Teil ich zubereitet hatte. Natürlich schmeckte es ihm nicht.

„Ich hätte mich auch nicht an den Herd wagen müssen, wenn Mama es vorgezogen hätte, das Essen zu machen, anstatt sich mal wieder mit Oma zu streiten“, rief ich.

„Sara! Bitte nicht in diesem Ton!“, wurde ich von meinem Vater zurechtgewiesen. Doch auch ohne seine Äußerung merkte ich schnell, dass ich da etwas gesagt hatte, was ich besser nicht gesagt hätte.

„Man kann es euch einfach nicht recht machen“, regte sich Mama auf und schmiss ihr Besteck auf den Teller. „Da will ich mal extra früher nach Hause kommen, um euch ein schönes Essen zu kochen, und dann ist es euch auch wieder nicht recht. Was wollt ihr eigentlich?“

„Dass du aufhörst, dich mit Oma zu streiten. Das geht uns nämlich mittlerweile allen auf die Nerven“, sprach Lea aus, was auch ich dachte.

„Du sei mal ganz ruhig“, keifte Oma. „Du kümmerst dich doch hier um nichts. Obwohl du nie in der Uni bist, sondern immer zu Hause herumhängst.“

„Das stimmt nicht“, machte Lea ihrem Ärger lautstark Luft. „Ich mache alles, was mir aufgetragen wird. Sogar Paul musste ich heute von der Schule abholen, weil du es mal wieder vergessen hast. Der Kleine sah ja ganz verzweifelt aus.“

„Wie bitte?“, rief Mama schockiert und gleichzeitig hieß es von Oma: „So wird es also respektiert, was ich hier mache. In Wahrheit halte ich doch den ganzen Laden zusammen!“

„So ein Blödsinn!“, fauchte Lea.

„RUHE!“, brüllte Mama plötzlich. In Großbuchstaben. Egal, was wir vorher gemacht hatten, jetzt waren alle still. Und erschrocken bis ins Mark.

„Es funktioniert so nicht. So funktioniert es einfach nicht! Und wisst ihr was? Ich pfeif drauf!“

Mama stürmte in den Flur, zog sich Schuhe und Mantel an. „Ich gehe zu Gitte.“ Das war ihre Praxiskollegin.

„Monika!“ Auf einmal machte Papa den Mund auf. „Monika, bleib doch…“

„Nein. Nein, Martin, das kann ich nicht. Ich habe keine Lust, mich weiter mit deiner Mutter zu streiten, wer hier was falsch macht. Wenn ihr euch beruhigt habt, bin ich wieder zurück. Tschüss.“

Und weg war sie.

Einige Sekunden lang wusste keiner von uns etwas zu sagen. Dann rief Lea: „Ganz toll. Das habt ihr ja mal wieder ganz toll hingekriegt. Ich glaube, ich ziehe lieber aus, bevor ich euch noch weiter ertragen muss.“ Sprach’s und verzog sich in ihr Zimmer.

„Das versuch mal“, antwortete Papa noch, aber das hörte sie schon nicht mehr.

 

Auch ich hatte von allem genug. Und wie immer, wenn mir zu Hause die Decke auf den Kopf fiel bzw. auf den Kopf geschmissen wurde, machte ich einen Spaziergang. Ich wollte meinen Kopf freimachen, aber es ging nicht gut. Da hatten meine Freunde und meine Familie ganze Arbeit geleistet.

Ich lief ziellos durch die Stadt. Auf meinem Streifzug kam ich an einem Haus mit einem Schild vorbei. Neugierig las ich das Schild.

Wohnung zu vermieten und eine Telefonnummer las ich darauf. Ich begutachtete das Haus. Es sah gar nicht mal schlecht aus.

Hier konnte Lea ja einziehen.

Ich ging schnell weiter.

Irgendwann landete ich am Hauptbahnhof. Wie, so weit war ich gelaufen? Jetzt merkte ich erst, wie weh meine Füße taten.

Da erblickte ich eine Filiale der Kette mit dem geschwungenen M. Warum eigentlich nicht, dachte ich und ging herein. Ich bekam sogar noch einen Sitzplatz.

Missmutig stocherte ich im Gartensalat herum, eine der wenigen vegetarischen Sachen, die man hier kriegen konnte. Wie konnte man die Probleme zu Hause nur lösen? Ständig lagen sie sich in den Haaren. Immer ging es um dasselbe. Kein Ende in Sicht.

Mir fiel ein Aushang ins Auge. Aushilfe auf 400-Euro-Basis gesucht.

Wie oft hatte ich zu hören bekommen, dass ich mir einen Job suchen sollte, um meinen Eltern nicht auf der Tasche zu liegen, wenn ich studierte?

Es war ziemlich laut hier, aber ich bekam trotzdem mit, wie sich drei Typen hinter mir über ihre Band unterhielten.

„Meine Güte, wenn wir nicht bald eine Location finden, sind wir aufgeschmissen“, meinte einer.

„Ja, genau. Blöd, dass um die Zeit immer tote Hose ist.“

„Wenn wir doch nur eine Auftrittsmöglichkeit hätten. Ich muss irgendwann mal meine Miete für diesen Monat bezahlen. Ich würde ja fast überall spielen…“

Und da hatte ich zwei super Ideen. Mit einem Mal ging mir ein Licht auf, das so grell war, dass es schon fast schmerzte.

Ich drehte mich zu den Typen hinter mir um und quatschte ein bisschen mit ihnen. Dann lief ich zurück zur Straße, wo eine Wohnung zu vermieten war, und speicherte die Telefonnummer in mein Handy.

Nach dem Rechten sehen

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Wahlen sind eine der wenigen Möglichkeiten, die man als Bürger hierzulande noch hat, wenn es darum geht, mitzugestalten, und ich nehme diese Möglichkeit gerne wahr. Deswegen habe ich heute per Brief gewählt. Als ich den Umschlag mit den angeforderten Unterlagen öffnete, war ich erst mal total überfordert. So viele bunte Zettel und Umschläge! Aber als ich die Anleitung gefunden hatte, ging alles ganz leicht. Zusätzlich zum Bundestag durfte ich auch einen Landrat wählen. Da ich keine Ahnung hatte, dass diese Wahl angesetzt war, wusste ich auch zunächst nicht, wen ich wählen sollte, und habe erst mal alle Kandidaten gegoogelt. Bei den meisten habe ich nicht mal herausfinden können, wofür sie eigentlich stehen. Aber ich habe dann doch jemanden gefunden.

Wählen ist bekanntlich wie Zähneputzen: Wenn man’s nicht macht, wird’s braun. Leider gibt es Leute, bei denen es quasi so oder so braun wird. Und sie hängen fleißig Wahlplakate auf. Ich möchte mich am liebsten übergeben, wenn ich diese menschenverachtenden NPD-Wahlplakate sehe. (Unverständlich auch die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Kassel, dass die Teile nicht den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllen: http://www.publikative.org/2013/09/15/kz-gedenkstaette-erstattet-anzeige-gegen-npd/) Ich freue mich immer, wenn sie verschwinden. Vor der Grundschule, in die mein Freund vor Ewigkeiten mal gegangen ist, hingen zwei Teile, die sind jetzt weg. Ich freue mich auch sehr über kreative Aktionen gegen NPD-Wahlplakate. Eine besonders schöne Idee findet man hier:

http://www.kaputtmutterfischwerk.de/?p=4157

In der Stadt meines besten Freundes gab es diese tolle Aktion:

http://www.ruhrbarone.de/giessen-meine-oma-mag-auch-sinti-und-roma/

Wo ich gerade von meinem besten Freund sprach: Übernächstes Wochenende werde ich es zum ersten Mal seit seinem Umzug schaffen, ihn zu besuchen. (Bin gespannt, wie es sein wird. Ich war noch nie in Hessen.) Ich werde sieben Stunden lang mit Bummelzug dorthin unterwegs sein, weil mein Geld etwas zu knapp für den Fernzug war. Den werde ich dann nutzen, wenn ich mich am Tag der deutschen Einheit Richtung Großeltern aufmache. Der Tag der deutschen Einheit ist sehr wichtig für mich, weil ich ohne Wiedervereinigung vermutlich nie in Westdeutschland gelebt hätte. Ich bin schon unzählige Male über die ehemalige innerdeutsche Grenze gefahren. Wenn man die A20 nimmt, erkennt man immerhin noch an einem Schild, dass man die Grenze überquert. An der Bahnstrecke Hamburg-Rostock weist nichts darauf hin. Man erkennt nur allmählich an den verlassenen LPG-Gebäuden und den Plattenbauten, dass man bereits im Osten angekommen ist. Neulich gab es im NDR einen interessanten Bericht über den Bahn-Grenzverkehr auf der Strecke, die ich schon öfters befahren habe:

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/nordmagazin/media/nordmagazin18881.html

Auf langen Fahrten ist Musik besonders gut. Heute kam das neue Album einer meiner Lieblingsbands heraus. Früher hat mein bester Freund immer für mich Musik geladen, weil er schon ein musicload-Konto hatte. Ich habe die Musik jetzt über Amazon geladen. Ging schnell und gut. Das neue Album von Placebo gefällt mir. Ich denke, dass man beim mittlerweile fast 41jährigen Brian Molko von einer in Würde gealterten Stimme sprechen kann. “Rob the bank” mochte ich wegen des etwas abgedrehten Textes nicht so sehr, aber insgesamt bereue ich es nicht, die 9,89 Euro ausgegeben zu haben.

Morgen wird es hier wieder einen neuen Kurzgeschichtenteil geben. Bis dahin:

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin